Zwei Kanzler zur Atomkraft : Spaltbar

Die große Koalition der Kanzler: Angela Merkel und Helmut Schmidt sind beide der Ansicht, dass es sich die SPD nicht auf Dauer wird leisten können, gegen die weitere Nutzung von Atomkraft zu sein. Das Thema ist hoch aufgeladen.

Stephan-Andreas Casdorff

Und Schmidt sagt, was die Kanzlerin denkt: Die Wende der Wende ist nicht jetzt nötig, die Meiler laufen bis 2021, aber sie wird kommen. Mögen die Sozialdemokraten auch Merkel nicht folgen, Schmidt ist für sie eine Autorität. Eine unbequeme – die SPD war nur geneigt, das zu vergessen. Was, wenn er recht hätte? Nicht mit seiner eher positiven Sicht auf Atomkraft. Die ist kein Ökostrom, sondern gefährlich; man stelle sich vor, was mit Baden-Württemberg bei einem schweren Störfall in Neckarwestheim passiert. Und wer sagt, dass längere Laufzeiten wirklich billigeren Strom produzieren? Nur die Industrie. Dennoch: Der Druck derer steigt, die in der SPD sagen, die Wirtschaft könne ohne ausreichend Elektrizität nicht funktionieren, nicht ausreichend Jobs garantieren, und solange die erneuerbaren Energien die nicht sichert … Das ist der Kreislauf der Argumente. Ja, das Thema ist jetzt hoch aufgeladen, kurz vor der Sommerpause. Und daran kann sich einiges entladen. Nicht, dass es noch zum GAU in der SPD kommt. cas

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