Meinung : Zwischen Bilka und Bibel

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Dass die Schnittmenge zwischen Christen und Sozialisten größer ist als gedacht, weiß man seit dem Wahlkampf von Petra Pau. Unter der biblischen Losung „Einer trage des anderen Last“ zog die PDS-Politikerin im vergangenen Jahr in den Bundestag ein. Ihre in Berlin mitregierenden Parteifreunde profilieren sich jetzt als Verteidiger des biblischen siebten Tages. Berlin will die neue Freiheit der Föderalismusreform nutzen, um die Ladenöffnungszeiten zu liberalisieren. Sechs mal 24 heißt die Formel: Montag bis Samstag dürfen Läden rund um die Uhr öffnen. Vor dem letzten Schritt aber schreckt Rot-Rot zurück: Der Sonntag bleibt heilig. Vorstöße wie in Hessen, wo die CDU-Regierung auch den Sonntag von 14 bis 24 Uhr freigeben will, lehnt Berlin ab. Verfechter der totalen Liberalisierung finden das inkonsequent. Für Berlin greift der Vorwurf jedoch nicht: Wer hier sonntags shoppen will, kann das in Bahnhöfen und an anderen Sonderverkaufsorten. Alle anderen haben wenigstens einen Tag Ruhe vor dem totalen Konsum. Das freut auch Nicht-Christen. Es scheint, dass die Sozialisten der Heiligen Schrift manchmal näher stehen als die Partei mit dem C im Namen. lvt

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