Menschenrechte : EU schlägt Politkowskaja für Sacharow-Preis vor

Das EU-Parlament hat die ermordete Journalistin Anna Politkowskaja für den Sacharow-Preis vorgeschlagen. Ebenfalls im Rennen sind ein sudanesischer Anwalt sowie ein chinesischen Dissidentenpaar.

Politkowskaja
Nominiert: Die ermordete russische Regierungskritikerin Anna Politkowskaja. -Foto: dpa

StraßburgDie ermordete russische Journalistin Anna Politkowskaja, ein chinesisches Dissidentenpaar und ein sudanesischer Rechtsanwalt sind Anwärter auf den diesjährigen Sacharow-Preis für Menschenrechte. Darauf einigte sich der außenpolitische Ausschuss der EU-Volksvertretung in Straßburg. Unter den drei Kandidaten wird das Präsidium des Parlaments Ende Oktober den Preisträger auswählen.

Die Chinesin Zeng Jinyan berichtet über ihren Internet-Blog regelmäßig über Menschenrechtsverletzungen in der Volksrepublik China. Ihr Mann Hu Jia kämpft vor allem für Umweltschutz und gegen die Diskriminierung von Aids-Kranken. Der sudanesische Anwalt Salih Mahmud Osman vertritt unentgeltlich zahlreiche Opfer von Menschenrechtsverletzungen in dem afrikanischen Land. Er unterstützt auch eine sudanesische Organisation, die gegen Folter kämpft. Politkowskaja hatte sich vor allem mit ihrer kritischen Berichterstattung über das russische Vorgehen in der abtrünnigen Kaukasusrepublik Tschetschenien einen Namen gemacht. Die Journalistin wurde am 7. Oktober 2006 in Moskau ermordet.

Der nach dem verstorbenen russischen Dissidenten und Physiker Andrej Sacharow benannte und mit 50.000 Euro dotierte Preis wird seit 1988 an Persönlichkeiten oder Organisationen verliehen, die sich auf vorbildliche Weise für Menschenrechte und Demokratie einsetzen. Im vergangenen Jahr erhielt der weißrussische Oppositionsführer Alexander Milinkewitsch die Auszeichnung. Frühere Preisträger waren unter anderen der ehemalige südafrikanische Präsident und Anti-Apartheid-Kämpfer Nelson Mandela, der Vater des Prager Frühlings, Alexander Dubcek, der chinesische Dissident Wei Jingsheng, die türkische Kurdenpolitikerin Leyla Zana und der kubanische Regimekritiker Oswaldo Payá. (mit AFP)