Messerattacke : Zwei weitere Verdächtige im Fall Mannichl festgenommen

Neue Hinweise zu dem Messerattentäter von Passau: Ein Mann und eine Frau wurden am Dienstag außerhalb Niederbayerns festgenommen und von der Polizei verhört. Ein Autokennzeichen hatte auf die Spur der mutmaßlichen Täter geführt, die aus der rechten Szene stammen sollen.

Mannichl im Krankenhaus
Auf dem Wege der Besserung: Alois Mannichl. -Foto: ddp

PassauNach dem Messerattentat auf den Passauer Polizeichef Alois Mannichl haben die Fahnder am Dienstagabend laut einem Pressebericht erneut zwei Verdächtige festgenommen. Nach Informationen der "Passauer Neuen Presse" handelt es sich dabei um einen Mann und eine Frau, die außerhalb Niederbayerns gefasst wurden. Offenbar habe das Kennzeichen eines Wagens, das in Tatortnähe gesehen worden sein soll, auf die Spur der mutmaßlichen Täter geführt, berichtete das Blatt.

Dem Bericht zufolge ergaben die Ermittlungen zudem, dass beide auf der Beerdigung des Alt-Nazis Friedhelm Busse im Sommer auf einem Passauer Friedhof gewesen sein sollen. Dort war es zu Auseinandersetzungen zwischen Rechtsradikalen und der Polizei gekommen. Die Staatsanwaltschaft ließ Tage nach der Beisetzung das Grab öffnen, nachdem durch ein Pressefoto bekannt wurde, dass eine verbotene Reichskriegsflagge auf den Sarg gelegt wurde. Daraufhin war Mannichl, der einen harten und kompromisslosen Kurs gegen die rechte Szene fährt, noch mehr zur Hassfigur der Neonazis erklärt worden. Im Internet kursierten Gewalt-Aufrufe gegen den Passauer Polizeichef. Die Polizei wollte sich gegenüber der Zeitung zunächst nicht zu der neuen Entwicklung äußern.

Kriminalpolizei gibt Mittwoch neuen Ermittlungsstand bekannt

Die Kriminalpolizei wollte zunächst keine Stellungnahme dazu abgeben. Weitere Auskünfte zum Stand der Ermittlungen würden erst am Mittwoch bekanntgegeben, sagte ein Polizeisprecher. Auch das bayerische Innenministerium nannte keine Einzelheiten. Nach Angaben eines Ministeriumssprechers ist Innenminister Joachim Herrmann (CSU) über die Festnahmen aber informiert worden.

Mannichl war am Samstagnachmittag vor seinem Privathaus von einem Skinhead niedergestochen worden. Dabei verfehlte der Stich nur knapp das Herz des 52-Jährigen, er überlebte die Attacke schwer verletzt. Weil der Angreifer den Polizeichef mit rechtsradikalen Parolen beschimpft hatte, gehen die Ermittler von einem rechtsextremen Hintergrund der Tat aus. Zwei vorläufig festgenommene Männer aus der rechten Szene waren am Montag nach einem Tag im Polizeigewahrsam wieder freigelassen worden. (sba/AFP/dpa)