Metropolishalle : Der Koloss von Potsdam

Gestern Abend wurde die neue Metropolishalle im Filmpark Babelsberg feierlich eröffnet. Mit Platz für 5000 Gäste ist sie die größte Halle in Brandenburg.

Claus-Dieter Steyer
Metropolishalle
Die Metropolishalle in Potsdam ist eröffnet worden. -Foto: dpa

Potsdam - Die Halle ist riesig, ein paar Quadratmeter fehlen aber immer noch, um den ZDF-Entertainer Thomas Gottschalk nach Potsdam zu locken. 4200 Quadratmeter Fläche braucht die Sendung „Wetten, dass ...?“, 4000 Quadratmeter hat die neue Metropolishalle. „Vielleicht bekommen wir die Sendung dennoch im Herbst 2009“, sagte Friedhelm Schatz, der Chef des Filmparks Babelsberg, in dem die nun größte Veranstaltungshalle Brandenburgs steht. „Uns fehlt dafür noch etwas Grundfläche, aber irgendwie bekommen wir das schon hin.“ Mit „Metropolis“ will sich der Filmpark künftig für große Kongresse, Tagungen, Messen und Konzerte international ins Gespräch bringen. Schließlich finden in der Halle bis zu 5000 Gäste Platz. Gestern Abend sollte sie feierlich und mit viel Prominenz eröffnet werden.

Rund zehn Millionen Euro hat der 4000 Quadratmeter große Koloss gekostet. Etwas mehr als zwei Millionen Euro stammen aus Fonds der EU, des Bundes und des Landes Brandenburg. Zur Auftaktveranstaltung waren gestern rund 1500 Gäste eingeladen. Erwartet wurden unter anderem der 104 Jahre alte Schauspieler und Sänger Johannes Heesters, Ministerpräsident Matthias Platzeck und Potsdams Oberbürgermeister Jann Jakobs.

„Wir haben uns ganz bewusst für den Namen Metropolis entschieden“, sagte der Chef des Filmparks Babelsberg, Friedhelm Schatz. „Das ist unsere Hommage an die lange Tradition der Filmkunst am Standort.“ In den Jahren 1925 und 1926 war hier der legendäre Science-Fiction-Film „Metropolis“ unter der Regie von Fritz Lang gedreht worden. Lange Zeit existierten nur gekürzte Fassungen des Films, während das Original als verschollen galt. Erst vor einigen Wochen wurde in Buenos Aires eine fast ungekürzte Fassung des Films wiederentdeckt. Friedhelm Schatz kündigte an, dass sich der Filmpark an der Restaurierung des Films beteiligen wolle. 2011, wenn der Babelsberger Filmstandort seinen 100. Geburtstag feiert, soll der Stummfilmklassiker am Entstehungsort in voller Länge gezeigt werden.

Noch in diesem Monat findet ein Touristikkongress in der neuen Halle statt. Im Februar gastiert Stefan Raab von „Pro 7“ mit dem „Bundesvision Song Contest“. Im März kommt Österreichs Schlagerstar Hansi Hinterseer. Der größte Werbeeffekt aber wäre sicher die ZDF-Sendung „Wetten, dass…?“, die noch nie in Brandenburg gastierte.

Auch kleinere Veranstaltungen können in der Metropolishalle stattfinden. sie ist fast 18 Meter hoch, lässt sich durch Trennwände in kleinere Säle verwandeln. Der Chef der Tourismus Marketing Brandenburg GmbH, Dieter Hütte, erwartet nun einen Anstieg im Tagungs- und Kongressgeschäft. „Es gibt eine ausreichende Zahl an Hotelbetten, während uns eine große Halle noch fehlte“, sagte er.

Das Jahr 2007 war nach Angaben von Schatz das „bisher wirtschaftlich erfolgreichste Jahr“ in der 15-jährigen Filmparkgeschichte: Rund 410 000 Menschen hätten den Park, die Stunt-Show oder die Ausstellung „Herr der Ringe“ besucht. Seit der Gründung 1993 seien mehr als acht Millionen Besucher auf das Filmparkgelände gekommen.

Weiteres im Internet:

www.Filmpark-Babelsberg.de

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