Migration : EU-Flüchtlingskommissar will mehr Einsatz von Deutschland

Vor dem Pariser Migrationsgipfel lobt Dimitris Avramopoulos, EU-Kommissar für Migration, die Solidarität Deutschlands. Trotzdem reiche das Engagement noch nicht aus.

Foto: Vassil Donev/EPA/dpa

Dimitris Avramopoulos, EU-Kommissar für Inneres und Flüchtlinge, hat kurz vor dem europäisch-afrikanischen Migrationsgipfel am Montag in Paris Deutschlands Beitrag zur europäischen Flüchtlingspolitik gelobt, fordert aber gleichzeitig eine Ausweitung der deutschen Bemühungen.

In einem Gastbeitrag für Tagesspiegel Causa schreibt Avramopoulos, es sei das Ziel der Kommission, die Migration auf der zentralen Mittelmeerroute von Libyen nach Italien "besser zu steuern". Gleichzeitig sei man aber, wie auch von Frankreich, Deutschland und anderen europäischen Ländern vorgeschlagen, der Meinung, dass "wir die Neuansiedlung von Menschen verstärken sollten, die vor Krieg und Verfolgung geflüchtet sind, vor allem aus Nordafrika nach Europa."

Der EU-Kommissar lobt Deutschland als solidarisches Land, schreibt aber weiter, Deutschland müsse die Beiträge zum EU-Treuhandfonds für Afrika erhöhen, um die Fluchtursachen zu bekämpfen. Außerdem müsse auch Deutschland mehr Plätze für die am meisten schutzbedürftigen Flüchtlinge bereitstellen, um so die am stärksten betroffenen europäischen Länder, also Italien und Griechenland, zu entlasten.

In Paris treffen sich am Montag die Staats- und Regierungschefs aus Deutschland, Italien, Frankreich, Spanien, Niger, Tschad und Libyen, um über Migrationsfragen zu beraten. Die EU ist durch die Außenbeauftragte Federica Mogherini vertreten. Um 18.30 Uhr soll es eine gemeinsame Pressekonferenz geben. Experten erwarten von dem Treffen nur wenige Ergebnisse.

Hier geht es zur Tagesspiegel Causa-Debatte zu der Frage, ob die Rettungsaktionen für Flüchtlinge im Mittelmeer legitim sind.

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