Mini-Planet : Astronomen finden kleinste "Super-Erde"

Ein internationales Astronomenteam hat den bislang kleinsten Planeten außerhalb unseres eigenen Sonnensystems aufgespürt. Der neu entdeckte ferne Planet besteht hauptsächlich aus Gestein und Eis.

Super-Erde
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St. LouisDiese "Super-Erde" hat nur dreimal so viel Masse wie unser Heimatplanet und umkreist eine Mini-Sonne im Sternbild Schütze, wie die Forscher am Montag auf der Jahrestagung der Amerikanischen Astronomengesellschaft (AAS) in St. Louis (US-Staat Missouri) berichteten. Der ferne Planet besteht vermutlich vor allem aus Eis und Gestein. Der gängigen Theorie zufolge könnte der Planet komplett von einem tiefen Ozean bedeckt sein. Konkrete Hinweise auf Wasser oder gar Leben haben die Astronomen allerdings nicht.

Der rund 3000 Lichtjahre entfernte Exoplanet umkreist seine Mini- Sonne in etwa demselben Abstand wie die Venus unsere Sonne. Sein Heimatstern ist ein sogenannter Brauner Zwerg, der nur etwa sechs Prozent der Masse unserer Sonne hat. Damit ist er vermutlich zu leicht, um das Kernfusionsfeuer eines echten Sterns zu zünden. "Unsere Entdeckung zeigt, dass selbst die kleinsten Sterne Planeten haben können", erläuterte Teamleiter David Bennett von der Universität Notre Dame (US-Staat Indiana). Bislang hätten alle Heimatsterne bekannter Exoplaneten mindestens 20 Prozent der Sonnenmasse.

Effekt der Allgemeinen Relativitätstheorie

Der Braune Zwerg schimmert nach Darstellung der Forscher schwach fliederfarben am Himmel der neu entdeckten Welt und versorgt sie nur spärlich mit Wärme. Außerhalb der Planetenatmosphäre sei es daher wahrscheinlich so kalt wie auf dem eisigen Außenposten Pluto in unserem Sonnensystem, berichten die Astronomen. Der ferne Planet verfüge jedoch wahrscheinlich über eine dicke Atmosphäre, die wärmere Temperaturen ermöglichen könnte.

Die Astronomen haben den Planeten mit der wissenschaftlichen Bezeichnung MOA-2007-BLG-192-Lb nicht direkt gesehen. Sie entdeckten die ferne Welt über einen Effekt der Allgemeinen Relativitätstheorie, demzufolge der Planet das Licht eines hinter ihm liegenden Sterns wie ein Brennglas bündelt, wie sie in einer der kommenden Ausgaben des Fachblatts "The Astrophysical Journal" berichten. Für dieses sogenannte Mikrolensing müssen Erde, Planet und Hintergrundstern exakt in einer Linie liegen.

"Super-Erden" dringend gesucht

Die meisten der derzeit rund 300 bekannten Exoplaneten wurden dagegen bei sehr viel näheren Sternen entdeckt und verrieten sich durch ihre Schwerkraft, mit der sie an ihrem Heimatstern hin- und herzerren. Bei ihnen handelt es sich meist um riesige, jupiterähnliche Gasplaneten.

Abgesehen von dem exotischen Begleiter eines Neutronensterns waren die kleinsten bekannten Exoplaneten bislang zwei Gesteinsplaneten mit mindestens fünfmal soviel Masse wie die Erde. Astronomen suchen nach solchen "Super-Erden" bei anderen Sternen, um die Häufigkeit erdähnlicher Planeten - und damit auch die Wahrscheinlichkeit von Leben - im Weltall abschätzen zu können. (sba/dpa)