Der Tagesspiegel : Minister hält Bad-Planung für unsolide

Jan Brunzlow

Potsdam - Brandenburgs Wirtschaftsminister Ulrich Junghanns (CDU) hat der Stadt Potsdam im Zusammenhang mit den Spaßbad-Plänen und der Schließung der Schwimmhalle am Brauhausberg unsolide Planung vorgeworfen. Auch nach der Sperrung der Halle wegen Einsturzgefahr erteilte Junghanns den Plänen für das Niemeyer-Bad eine Absage. Die am Freitag gesperrte Halle wird laut Oberbürgermeister Jann Jakobs (SPD) in diesem Jahr nicht wieder geöffnet.

Wegen der Untersuchung der Schwimmhalle könne die Stadt auch nicht wie geplant bis Ende Februar neue Pläne für das Spaßbad beim Wirtschaftsminister vorlegen, sagte Jakobs. Die jetzt geschlossene Halle sollte den jüngsten Plänen für das Bad zufolge erhalten bleiben und in den Entwurf des Architekten Oscar Niemeyer integriert werden. Müsste die alte Halle wegen der starken Rostschäden abgerissen werden, bliebe nach Ansicht von Stadtwerkechef Peter Paffhausen nur die Umsetzung der kompletten Niemeyer-Pläne inklusive einer neuen Schwimmhalle. Die Stadtwerke wollen das Freizeitbad bauen und betreiben.

Junghanns bekräftigte jedoch, die neue Situation wische „die Bedenken gegen den ursprünglichen Entwurf nicht weg“. Er nannte die aktuellen Ereignisse „höchst irritierend“. Noch im Dezember habe die Stadt ihm gegenüber von einem „geringen Sanierungsaufwand“ für die alte Halle gesprochen. Stattdessen habe diese gravierende Baumängel. „Was ist daran solide Planung?“, fragte Junghanns.

„Ich erwarte, dass wir jetzt – auf solider Grundlage – ernsthafte Alternativen für das Bad vorgelegt bekommen“, sagte der Minister, der für die Genehmigung der Fördermittel für das Spaßbad zuständig ist. Es könne „nicht sein, dass überall in Deutschland und Europa ordentliche, attraktive Bäder entstehen – und in Potsdam architektonische Experimente stattfinden“.

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