Der Tagesspiegel : Minister Reiche hat einen Lehrplan für Berlin und die Mark

Brandenburgs Bildungsminister Steffen Reiche (SPD) hat sich für Lehrpläne und ein Zentralabitur gemeinsam mit Berlin noch vor einer Länderfusion ausgesprochen. Er lade seinen Amtskollegen Klaus Böger (SPD) ein, bereits die anstehende Novellierung der Rahmenlehrpläne für die Grundschule einheitlich anzugehen, sagte Reiche. "Diese Kooperation unserer Länder könnte deutschlandweit ein Signal sein."

Reiche betonte: "Mein Ziel ist, dass wir schon vor einer möglichen Länderfusion 2006 ein gemeinsames Zentralabitur schreiben." Beide Länder bildeten eine Bildungsregion, sie sollten deshalb ihre Lehrpläne eng verzahnen, um zusammen ein Zentralabitur einführen zu können. Dafür brauche es allerdings eine Vorlaufzeit von drei bis vier Jahren. "Wir haben eine echte Chance, das zu schaffen." Denn auch die Koalitionspartner der SPD - in Brandenburg die CDU, in Berlin künftig die PDS - seien bereit, dies mitzutragen. Reiche bekräftigte in diesem Zusammenhang die Notwendigkeit eines Zentralabiturs. "Wer wirklich echte Selbstständigkeit von Schulen und Gymnasien will, der muss auch zum Abschluss einen gemeinsamen Zieleinlauf wollen, wo Gleiches gleich bewertet wird."

Der Minister zog eine positive Bilanz des ablaufenden Jahres. "Wir haben in einem breiten Konsens mit Lehrern und Eltern, mit Verbänden und der Wirtschaft das Schulgesetz novelliert", betonte er. "Dabei haben wir das Thema Erziehung endlich wieder in den Mittelpunkt gestellt, denn Demokratie braucht Erziehung." Allein seit Ende 1999 hätten die Kommunen mit Unterstützung des Landes 250 Millionen Mark für die Schulbauten ausgegeben. Die Zahl der Schüler ging durch den "Wendeknick" von 470 000 im Jahr 1997 auf 390 000 im Jahr 2001 zurück, die der Schulen im selben Zeitraum von 1161 auf 1034.

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