Der Tagesspiegel : Mit alter Münze

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Lenzen (casp). Finden, ohne gesucht zu haben - ein seltenes Glück für Bauarbeiter: Bei Umbauarbeiten in der Burg Lenzen (Kreis Prignitz) wurden Reste einer slawischen Befestigung aus der Zeit von 1052 bis 1106 gefunden, sowie Knochenteile und Tonscherben und mehrere Gebrauchsgegenstände aus Bronze und Eisen.

Große historische Bedeutung besitzt ein im Burgbereich gefundener mittelalterlicher Münzschatz: 21 gut erhaltene Hohlpfennige des späten 14. und beginnenden 15. Jahrhunderts, wie Andreas Kurzhals von der Berliner Archäologie-Manufaktur Berlin sagt. Im Münzkabinett wurde die Herkunft der leichtgewichtigen Prägungen mit einem halben Adler, einem Helm, einer stierähnlichen Gestalt und anderen Motiven bestimmt. Prägestätten waren unter anderem Frankfurt an der Oder und Stendal. Da neben den Silberstücken ein Tontopf gefunden wurde, gehen Archäologen davon aus, dass die Barschaft in diesem Behälter vergraben wurde. Es ist geplant, die Hohlpfennige nach ihrer Restaurierung im Heimatmuseum auf der Burg Lenzen auszustellen.

Die landesgeschichtliche Bedeutung der Burg Lenzen liegt darin, dass sie über mehrere Jahrhunderte hinweg vermutlich Ausgangspunkt, sicher jedoch Ziel umfassender militärischer Aktivitäten war, deren Verlauf die Entwicklungen dieser Region bis hin zur Entstehung der Mark Brandenburg nachhaltig beeinflusst hätten. Der Burgwall von Lenzen (Lunkini) bildete den Hauptort des slawischen Stammes der Linonen, der vom 8. Jahrhundert bis zu seiner endgültigen Unterwerfung in der Mitte des 12. Jahrhunderts in den elbnahen Bereichen der heutigen Prignitz siedelte.

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