Der Tagesspiegel : Mit Benzin übergossen: Brandopfer in Lebensgefahr

Die Staatsanwaltschaft hat für die fünf Männer, die in Bernau (Kreis Barnim) einen 22-Jährigen mit Benzin übergossen und angezündet haben sollen, Haftantrag gestellt. Das sagte die Sprecherin der Staatsanwaltschaft Frankfurt (Oder), Petra Marx, am Mittwoch.

Das Brandopfer schwebte einen Tag nach der Tat weiter in Lebensgefahr. "Er ist sehr großflächig verletzt", sagte eine Sprecherin des Unfallkrankenhauses Berlin-Marzahn. Der Patient sei notoperiert worden und liege im Zentrum für Brandschwerstverletzte in der Klinik. Der Bernauer Bürgermeister Hubert Handke reagierte entsetzt auf die Tat. Die Ablehnung von Gewalt müsse wieder zum Konsens in der Gesellschaft werden, erklärte er.

Im Amtsgericht Bernau lief am Nachmittag die Vernehmung der zwischen 17 und 29 Jahre alten Männer durch den Haftrichter. Die Tat hat nach Angaben der Staatsanwaltschaft keinen rechtsradikalen Hintergrund. Die Staatsanwaltschaft ermittelt wegen versuchten Mordes gegen die Tatverdächtigen. Einzelheiten über den Hergang der Tat wurden nicht bekannt gegeben.

Alle fünf Tatverdächtigen sind bereits polizeibekannt. Zwei sind wegen einschlägiger Gewaltdelikte vorbestraft. Sie waren bis in den späten Dienstagabend hinein vernommen worden. Die polizeilichen Ermittlungen hat das für Mord- und Totschlags-Delikte zuständige Erste Kommissariat im Polizeipräsidium Eberswalde übernommen.

Das schwer verletzte Opfer hatte am Dienstag am Stadtrand von Bernau an einer Tankstelle um Hilfe gebeten. Der Mann war unbekleidet. Seine Peiniger hatten ihn offenbar gezwungen, die Kleider auszuziehen, mehrere Liter Benzin über ihm ausgeschüttet und angezündet. Das Brandopfer konnte an der Tankstelle noch die Namen von drei Männern als Täter nennen.

0 Kommentare

Neuester Kommentar
      Kommentar schreiben