Der Tagesspiegel : Mit dem Vize-Weltmeister in die Kurve

Ralf Waldmann eröffnet auf dem Lausitzring eine Motorradschule. Auch im Angebot: Wasserski

Claus-Dieter Steyer

Klettwitz. Der Lausitzring taugt auch für gute Nachrichten. Zwar prüft die EU-Wettbewerbsbehörde in den nächsten Wochen die Subventionierung der Rennstrecke mit öffentlichen Mitteln, aber der aktuelle Veranstaltungskalender ist davon nicht betroffen. Und der enthält allerhand Neuerungen vor allem abseits der üblichen Rennsportveranstaltungen: Sowohl in der neuen Motorradschule des früheren Weltklassefahrers Ralf Waldmann als auch in einer Auto- Rennfahrerschule kann jetzt jedermann auf der Strecke sein Können ausprobieren.

„Der Name Ralf Waldmann ist natürlich eine Zugnummer“, sagt Hans-Jörg Fischer, Geschäftsführender Gesellschafter der Eurospeedway Lausitz GmbH. „Der zweifache Vize-Weltmeister und 20-fache Sieger in WM-Rennen wird bei uns in den kommenden drei Jahren Nachwuchs- und Freizeitsportler unterrichten.“

„Als Rennsportprofi kenne ich das Sucht-, aber auch das Gefährdungspotenzial, das mit dem schnellen Motorradfahren verbunden ist“, sagt der 37-Jährige, der in seiner aktiven Zeit zu den beliebtesten Rennfahrern gehörte. 1996 und 1997 schloss er die Weltmeisterschaft jeweils auf dem zweiten Platz ab. Vor zwei Jahren beendete er seine Karriere, doch er hängt weiterhin an seiner Motorrad-Leidenschaft. „Der Eurospeedway bietet eine tolle Grand-Prix-Strecke mit modernsten Anlagen und besten Sicherheitsstandards. Hier können wir die Teilnehmer bei unserem Training behutsam an ihre jeweiligen Leistungsgrenzen heranführen.“ Dabei unterstützen Waldmann mehrere Trainer und Instrukteure, die er mitbringt.

Vor allem aber sollen seine Schüler den Spaß auskosten – und den nicht nur auf dem glatten Asphalt. Waldmann sagt, er wolle auch Jet-Ski-Fahren auf dem nahen Partwitzer See und „Quad“-Rennen im einstigen Tagebaugelände organisieren. Quads werden auch „Motorräder auf vier Rädern“ genannt. Mit viel PS jagen dabei die Fahrer über Stock und Stein und nehmen halsbrecherische Auf- und Abfahrten.

Während die Gäste der Motorradschule in der Regel ihre eigenen Fahrzeuge mitbringen, können sie bei der Auto-Rennfahrschule der Top-Speed-Racing-Gesellschaft aus Baden-Württemberg die entsprechenden Flitzer ausleihen. Nicht jeder hat schließlich einen Porsche mit 462 PS in der Garage. Wer sich selbst nicht hinters Lenkrad solcher Rennwagen traut, kann auch eine Mitfahrt an der Seite eines erfahrenen Piloten buchen. Das Kribbeln im Bauch ist aber auch dabei garantiert.

An schnelle Fahrer im eigenen Auto oder auf der eigenen Maschine richtet sich auch ein drittes weiteres Angebot des Lausitzringes: An fünf Wochenenden, das erste Mal am 18. April, kann jedermann die Beschleunigung seines Gefährtes auf der Grand-Prix-Strecke ausprobieren. Die Teststrecke ist eine Viertelmeile lang – rund 400 Meter. Der Sieger dieses „Viertelmeilen-Cups“ erhält ein Preisgeld von 10 000 Euro. Die weiteren Termine stehen noch nicht ganz fest. Aber Plätze im Veranstaltungskalender werden sich wohl finden, da es darin nach der Absage der amerikanischen Champ-Car-Serie und anderer Rennen noch viel Luft gibt. Höhepunkt für die Rennsportfans werden aber wohl wieder die Deutschen Tourenwagenmeisterschaften vom 4. bis 6. Juni sein.

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