Der Tagesspiegel : Mit der „Formel König“ über den Lausitzring

In einer Rennfahrerschule kann jetzt jeder mit Tempo 200 und mehr durch die Kurven rasen

Claus-Dieter Steyer

Klettwitz. Die Schuhsohlen waren zu breit, Jacke und Hose viel zu eng und die Finger ohne Handschuhe viel zu klamm – dennoch reichte es dem Autoren gestern auf dem Lausitzring fast zu einem persönlichen Geschwindigkeitsrekord. Dabei war der Rennwagen mit Tempo 190 noch längst nicht ausgereizt; Profis schaffen mit ihm spielend 30 oder 40 Kilometer pro Stunde mehr.

Jedermann kann sich künftig auf dem Lausitzring fast wie ein Formel-1-Fahrer fühlen. Zehn Rennwagen vom Typ „Formel König“ hat die Firma Top-Speed-Racing aus Baden- Württemberg zur Eröffnung ihrer „Rennfahrerschule“ in die Lausitz gebracht. Die Motoren erreichen mit 120 PS zwar nicht einmal ein Fünftel der Leistung der richtigen Formel- 1-Boliden. Aber dafür bringen die Fahrzeuge nur rund 450 Kilogramm auf die Waage. „Rennfahrerschule hört sich vielleicht etwas irreführend an“, sagt Firmensprecher Axel Zeger. „Bei uns machen die Teilnehmer keinen Abschluss, sondern erhalten als Preis höchstens einen Pokal.“ Im Vordergrund stünden Fahrsicherheitstraining und Fahrspaß. Dabei komme es in erster Linie nicht auf das Rasen an, erklärt Zeger. Jeder könne sein Tempo selbst wählen. Die Preise für die Tageskurse richten sich nach der gewünschten Zeit auf der Rennstrecke und liegen zwischen 490 und 2000 Euro, inklusive Verpflegung und Kasko-Versicherung mit einer Selbstbeteiligung von 3000 Euro.

Zu 70 Prozent wollen die Schwaben Unternehmen ansprechen, die mit dem Training auf dem Lausitzring Geschäftspartnern oder Angestellten ein besonderes Erlebnis bieten wollen. Doch auch jeder andere Interessent ist an den 20 Fahrtagen bis Oktober willkommen. „Da kann sich der Opa zu seinem 70. Geburtstag einen Jugendtraum erfüllen oder der Finanzbuchhalter mal richtig Gummi geben“, so Zeger.

Von der eigenen Testfahrt bleibt als wichtigste Erkenntnis zurück, dass das Vertrauen in die Technik nicht überstrapaziert werden sollte – vor allem in Kurven. Da hätten die Bremsen eine Drehung fast nicht verhindert.

Mehr Informationen unter (01805) 454900 oder im Netz unter www.topspeed-racing.de

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