Der Tagesspiegel : Mit Maß und Dirndl

München in Südbrandenburg feiert das Oktoberfest genauso begeistert wie die bayerische Hauptstadt

München - Das Münchner Oktoberfest wird in einer südbrandenburgischen Eisdiele organisiert. Mathias Winter managt es. Winter ist kein alteingesessener Bayer. Und eigentlich verkauft er Eis. Nebenbei aber richtet er die kleine Version des Oktoberfestes in der kleinen Version Münchens aus, denn: Ein Dorf im Elbe- Elster-Kreis trägt denselben Namen wie die bayerische Landeshauptstadt. An diesem Wochenende wird hier an der Elster wieder genauso begeistert gefeiert wie auf der Theresienwiese.

Die Idee entstand 2001, das Bier ist importiert aus Bayern, die Tradition auch. Richtige Mannsbilder messen ihre Kraft beim Maßkrugstemmen und „zuzeln“ zur Stärkung ein paar „Weiße“ aus dem Wurstkessel. Dazu gibt es frische Brez’n und Blasmusik. Das Fest sei zum alljährlichen Treffpunkt für alle geworden, die einmal in der Gegend gewohnt haben. Inzwischen kommen viele Gäste – auch Berliner. Das erspare ihnen übrigens nicht nur rund 600 Kilometer Fahrt in die süddeutsche Metropole: „Die Maß kostet hier nur 5,50 Euro“, sagt Winter. Beim Münchner „Original“ muss der Besucher dafür zwischen 7,30 und 7,90 Euro hinlegen.

Da München, Ortsteil von Uebigau-Wahrenbrück, von nur elf Herren und neun Frauen bewohnt wird, kommen 350 Festbesucher auf jeden Einwohner. Nur an ihrem Bayerisch müssen die Brandenburger noch feilen: Bei ihrem falsch buchstabierten Wiesn-Motto „Oh zapft 'is!“ würde wohl so mancher Süddeutsche ein „grantiges Gschau“ aufsetzen. ddp

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