24-Stunden-Klassiker in Le Mans : Entscheidend ist die Energie

Die Favoriten auf den Sieg beim 24-Stunden-Klassiker von Le Mans an diesem Wochenende setzen auf unterschiedliche technische Konzepte. Hybrid ist nicht gleich Hybrid. Auch das macht das Rennen zum schnellsten Roulette der Welt.

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Vorjahressieger Audi beim Qualifying in Le Mans. Der R18 e-tron quattro hat im letzten Jahr als eigentlich unterlegenes Auto gewonnen.
Vorjahressieger Audi beim Qualifying in Le Mans. Der R18 e-tron quattro hat im letzten Jahr als eigentlich unterlegenes Auto...Foto: Audi

Die 24 Stunden von Le Mans waren schon immer ein Vergleich der Hersteller und ihrer Technik. So wurde das Rennen konzipiert und seit der ersten Austragung 1923 auch ausgeführt. Es geht um den Entwicklungsstand und die Zuverlässigkeit der Konzepte der Prototypen, die dort unter Beweis gestellt werden sollen. Ein Kräftemessen der Autobauer auf höchstem Niveau sozusagen. Speziell in den letzten 15 Jahren hat sich der technischen Wettkampf immer weiter zugespitzt.

Das liegt auch daran, dass die Vorschriften im Reglement zunächst keine technischen Vorgaben definieren. Ob Benziner, Diesel oder Hybrid - es darf entwickelt werden, was beliebt. Auch Hubräume und Zylinderzahl sind nicht vorgegeben. Theoretisch ist vom Zwei- bis zum Zehnzylinder alles möglich. Ein krasser Gegensatz zur Formel 1, wo das technische Grundprinzip und viele Eckdaten einheitlich sind.

Technisches Regelwerk von Le Mans ist sehr komplexes Konstrukt

Deshalb versuchen der Weltautomobilverband FIA und der Automobile Club de l'Ouest als Veranstalter über technische Reglements einen Ausgleich zu schaffen, der zu einer sogenannten „Balance of Power“, also einem Gleichstand der Kräfte führt. Aufgrund der offenen Ausgangssituation der Technik ist dieses Reglement entsprechend komplex. Vielleicht ein Nachteil der World Endurance Championship (WEC), wie die Rennserie sich nennt.

Die Technik des Porsche 919 Hybrid: Mit dem dualen Antrieb sind alle Favoriten unterwegs. Die Frage ist, wie das Zusammenspiel von Verbrennungs- und Elektromotor aufgebaut ist. Der E-Antrieb wird durch das Reglement immer wichtiger.
Die Technik des Porsche 919 Hybrid: Mit dem dualen Antrieb sind alle Favoriten unterwegs. Die Frage ist, wie das Zusammenspiel von...Foto: Porsche

Seit der Etablierung der Hybridsysteme vor drei Jahren steigt die Bedeutung des elektrischen Antriebs von Jahr zu Jahr. Im Umkehrschluss sinkt die Bedeutung der Verbrenner. Der Grund ist, dass die Rennserie mehr Effizienz belohnen möchte. Die drei Top-Teams, Audi, Porsche und Toyota treten mit drei unterschiedlichen technischen Ansätzen an. Der Ausgleich wird über das Reglement und hier vor allem über die Größe der Tanks geschaffen. Verglichen werden vor der Saison die Gewichte der Antriebsstränge, samt Verbrennermotoren und Hybridsysteme. Audi bekommt etwa wegen dem schweren Diesel ein größeres Tankvolumen zugeteilt, Porsche durch das geringere Gewicht einen kleineren. Dadurch wird für alle das Sparen von Kraftstoff zu einer entscheidenden Stellschraube.

Die Gewichtsgrenze liegt bei 870 Kilogramm. Selbst die Aerodynamik spielt keine besonders entscheidende Rolle, da wichtige Werkzeuge der Entwickler, wie etwa bewegliche Elemente am Auto, strikt verboten sind. Wir stellen die hochinteressante Technik der Prototypen der drei Favoriten im Detail vor. Neben Audi, Toyota und Porsche treten noch Nissan, Rebellion und das ByKolles-Team an. Von den drei Underdogs hat Nissan noch die besten Karten, gilt aber aufgrund der ersten Teilnahme in der schnellsten, der LMP1-Klasse, dennoch ebenfalls als klarer Außenseiter.

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