Alfa : Hauptsache, man sitzt tiefer

Oft wurde Alfa wegen der Sitze kritisiert: Jetzt wurden 159, Spider und Brera nachgebessert

Eric Metzler

Schaut man sich die drei „großen“ Romeo-Modelle 159, Brera und Spider an, gibt es für den Jahrgang 2008 zwar wenig Änderungen im Großen zu vermelden, aber einige, die das Hinsehen lohnen. Zu kaum veränderten Preisen gibt es für das Trio Beachtliches mehr fürs Geld: Eine Bremsanlage von Brembo etwa oder das elektronische Sperrdifferential Q2, das die Handlingeigenschaften verbessert. Darüberhinaus haben sich die Ingenieure bei Brera und Spider vor allem der heftigsten Kritikpunkte angenommen – und zumindest Fortschritte erreicht. So sitzt man endlich auf gescheiten Sportsitzen. Fahrer und Beifahrer finden auf Wunsch nun eine tiefere Position. Groß Gewachsene könnten aber, wenn sie es (trotz niedrigster Sitzeinstellung) darauf anlegen, immer noch über die Frontscheibe des offenen Spider hinweg schauen statt hindurch. Die Zuladung hat Alfa beim Spider um 50 Kilo (auf 275) und beim Brera um 40 Kilo (auf 385) erhöht – extrem mickrig im Vergleich zu den Konkurrenten bleiben die Werte dennoch.

Das Angebot der Ausstattungslinien wurde gestrafft, am deutlichsten beim 159er, wo vor allem durch den Wegfall der Linie „Progression“ statt einstmals 74 nun weniger als 50 Variationen bestellbar sind. Grund zur Klage haben Alfisti dennoch nicht: Das Umklappen der Sitzlehnen führt jetzt zu einer ebenen Ladefläche; vor allem aber wurde die Serien-Ausstattung durchweg verbessert. Mit der Basis bekommt man neuerdings zum Beispiel einen höhenverstellbaren Beifahrersitz, Mittelarmlehne, Skidurchreiche und drei Kopfstützen hinten. Bei Brera und Spider steht nur noch eine (gleichfalls aufgewertete) Linie in der Liste – absoluter Hingucker ist aber das schneeweiße Sondermodell Edizione mit allem, was edel und stark ist.

Generell ist Alfa-Chef Christopher Nicoll derzeit nicht zu beneiden: Die Verkaufzahlen in Deutschland sinken von Tiefstand zu Tiefstand. Und der Hoffnungsträger Mito kommt erst nach dem Sommer. Dennoch gerät der Brite nicht in Panik: Die aktuellen Zahlen sind kalkuliert, so etwas wie die notwendige Folge eines schmerzhaften Neuanfangs. In England scheint das Rezept zu funktionieren: auf der einen Seite weniger „Scheingeschäfte“ über Händlerzulassungen und Mietwagen (das ist langfristig gut für die Wiederverkaufswerte); auf der anderen Seite ein bundesweit einheitlicher Auftritt der Marke und finanzielle Anreize für einen besseren Service (was die Kundenzufriedenheit fördert).Eric Metzler

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