Auto : Alle Räder, alle Achtung

Unterwegs im Alltag – heute mit einem SUV, der uns im Winter Gelassenheit lehrt

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Auf den ersten Blick …

vermag der X1 unser Herz nicht zu erobern. Dass der Wagen nicht so hoch wie andere seiner Art baut, gefällt. Aber insgesamt fehlt der Linie die Klarheit, die Stringenz. In einem Moment glaubt man einen hochgelegten Kombi zu erkennen, im nächsten einen tiefergelegten SUV aus einer höheren Klasse. Von ungefähr kommt das optische Hin und Her nicht. Das Modell trägt einerseits Design-Elemente des zwölf Zentimeter längeren X3 (Grill, Radausschnitte); basiert aber tatsächlich auf dem Dreier Kombi. Mit dem Einser hat der X1 gar nichts zu tun; die Ziffer im Etikett belegt allein, dass es sich hier um den kleinsten der X-Reihe handelt.

Pluspunkte gibt es vor allem für…

die Wendigkeit. Selten fuhren wir einen SUV, der sich so pkw-like durch die Kurven treiben lässt. Wanken ist dem X1 gänzlich fremd; das sportliche Fahrwerk und die direkte Lenkung machen Freude. Die Sitze sind ausgezeichnet; das Platzangebot im Fond ausreichend; die Rundumsicht passabel. Bemerkenswert ist die Gelassenheit, die das Auto im Kampf gegen die Unbill der Saison verleiht. Nach ein paar Tagen permanenten Allrads beginnt man die Radiohinweise auf Schnee- und Eisglätte zu ignorieren. Das ändert sich aber spätestens dann wieder, wenn man den X1 „xdrive“ gegen einen „sdrive“ tauscht: Damit spart man zwar 2000 Euro, muss sich aber mit Hinterradantrieb begnügen – in einem Winter wie diesem der blanke Masochismus.

Weniger Charme hat…

der 177-PS starke Zweiliter-Diesel. Angesichts der üblichen Begeisterung, die BMW-Maschinen ansonsten hervorrufen, verwundert uns diese Beobachtung durchaus: Der 120d bietet nicht nur am Bindlacher Berg gefühlt weniger Schmackes als die Papierform es erwarten lässt. Der Kofferraum lässt sich leicht beladen und profitiert von der 40-20-40-Aufteilung der Rückbank. Allerdings könnte das Volumen etwas üppiger ausfallen: Schon der VW Tiguan bietet mehr Platz; der RAV4 von Toyota erst recht.

Das spannendste Detail…

ist endlich mal wieder eine Tankquittung. BMW hat den Mund nicht zu voll genommen und ein „efficient dynamics“-Paket geschnürt, das den X1 mit gut sieben Litern auskommen lässt. Nach diesem Wert würden sich manche Limousinen-Fahrer die Finger schlecken – und hier ist von einem SUV die Rede!

Unterm Strich die richtige Wahl für…

alle, die keinen X3 besitzen müssen, um einen zu fahren. Der X1 bietet fast den gleichen Nutzwert, fährt sich dynamischer, ist aber mit 34 900 Euro für den xdrive 20d ein paar Tausend Euro billiger. Übertreiben sollte man es mit dem Sparen allerdings nicht: Der Allrad gehört einfach in den X1. Eric Metzler

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