Auto : Alte Größe

Vor der Ablösung ist der Mazda 6 nicht von gestern

Kai Kolwitz

Auf der IAA in Frankfurt stand schon der Nachfolger: kantiger gestylt, ein wenig höher und länger, ein wenig mehr Radstand und auch ein wenig sparsamer.

Allerdings: Zu den Händlern kommt der Neue erst Anfang 2008. Zurzeit steht dort noch der Vorgänger, dessen letzte Exemplare die Vertriebspartner mit kräftigen Rabatten in den Markt drücken müssen. 2001 hatte der Mazda 6 bei seiner Markteinführung eine Art Renaissance der Marke eingeläutet. Das Design erregte Aufmerksamkeit, Mazda pushte selbst kräftig, indem man sich mit BMW verglich. Davon ist inzwischen keine Rede mehr, doch bei einer Fahrt mit dem Auslaufmodell ergibt sich der Eindruck: Ja, passt. Vor allem dann, wenn der mit 143 PS kräftigere der beiden Zwei-Liter-Common-Rail-Diesel an Bord ist: 360 Newtonmeter Drehmoment liefert er, die den Wagen in 9,8 Sekunden auf hundert beschleunigen lassen und den Wagen auch tauglich für den Ampelsprint zwischendurch machen. Die Höchstgeschwindigkeit liegt mit 201 km/h gerade über der magischen Marke, dazu ist der Kombi zwar kein Kurvenwunder, aber immer noch agil genug, um mit ihm flott unterwegs sein zu können.

Der Platz im Heck liegt mit 505 und mit umgeklappten Lehnen sogar 1712 Litern über dem Wert, den Mercedes’ gerade vorgestellter C-Klasse-Kombi liefert. Hinzu kommen Sondermodelle wie der Active, der unter anderem Bose-Sound, Klima und Xenonlicht an Bord hat – laut Liste soll das stolze 28 400 Euro kosten, doch angesichts des Modellwechsels dürfte dieser Preis eine theoretische Größe sein. Bleibt als einziger Kritikpunkt, dass es Mazda auch nach all den Jahren nicht aufgefallen ist, dass Europäer größer werden als 1,80 Meter. Ansonsten: Wer damit leben kann, mit einem zwar neuen, bald aber nicht mehr aktuellen Auto zu fahren, der erhält mit dem alten Mazda 6 für den Kaufpreis einen reellen Gegenwert. Kai Kolwitz

Die Mehrfahrgelegenheit - Carsharing in Berlin


Carsharing gilt als Verkehrskonzept der Zukunft, in Berlin wächst das Angebot rasant. Die einen macht die neue Ich-Mobilität glücklich, andere reich, manche wütend. Begegnungen mit Pionieren und Kritikern - und eine Datenanalyse mit vielen interaktiven Grafiken.

Mehrfahrgelegenheit –
ein Projekt von MEHR BERLIN

0 Kommentare

Neuester Kommentar