Aktion Autotausch : Geht doch! Lorenz Maroldt fährt elektrisch

Lorenz Maroldt tauscht zehn Tage lang seinen Verbrenner gegen ein Elektroauto. Ausgedacht hat sich die Aktion die Berliner Agentur für Elektromobilität. Praktische Aufklärungsarbeit sozusagen. Ein Erfahrungsbericht.

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Übung macht den Meister: In der Tauschwoche zwei hat Tagesspiegel-Chefredakteur Lorenz Maroldt den Dreh beim Stromzapfen raus.
Übung macht den Meister: In der Tauschwoche zwei hat Tagesspiegel-Chefredakteur Lorenz Maroldt den Dreh beim Stromzapfen raus.Foto: Kai-Uwe Heinrich

Die zweite Woche beginnt mit einer überraschenden Erkenntnis – es ist ja alles so normal geworden! Der E-Nissan ist voll integriert, piepst und blinkt auch nicht viel anders als die anderen Autos, hinter deren Scheiben die Fahrer noch immer große Augen machen, wenn’s abgeht an der Ampel und sie gerade noch die Aufschrift „Zero Emission“ erkennen. Das ist allerdings ein bisschen gemogelt: Die Ökobilanz (einschließlich Herstellungskosten von Batterie und Strom) sieht zwar besser aus als die von einem Benziner oder Diesel, aber „clean“ ist sie natürlich nicht – nur fallen die Emissionen eben anderswo auf.

Das lässt sich alles arrangieren

So, das Display zeigt an: Die Reichweite ist schnell auf nur noch 30 Kilometer gesackt (wohl etwas zu sportlich gefahren), also ab zur Säule – aber zu welcher? Die eine ist besetzt (zeigt die „PlugSurfing“-App ja auch gerade an), die andere ist nur mit der Karte eines anderen Anbieters zu öffnen. Ah, hier ist noch was frei – direkt hinter einem dunkelblauen Tesla. Es ist unser zweites Mal, und es geht schon deutlich schneller: Das richtige Kabel auf den ersten Blick erkannt, den Chip auf den Transponder gelegt, Ladeleistung ausgewählt, eingesteckt – fertig. Eine gute Stunde später ist die Batterie schon fast wieder voll.

Nächstes Etappenziel: Möglichst wenig verbrauchen. Also die Motorladebremse zugeschaltet, Radio aus, den Fuß so oft wie möglich vom Gas (oder wie das hier heißt) und – Schleichstart bei Grün. Das geht gut bis zum nächsten Morgen, es ist inzwischen reichlich frisch (und dabei ist der Winter noch weit). „Mach mal die Heizung an“, fordert die Tochter. Okay - aber zack: zeigt das Display, ohne einen Meter gefahren zu sein, ein paar Kilometer weniger Laufleistung an. Reicht das noch? Und ist dann auch genug Zeit für eine normale Ladung (dauert ein paar Stunden)? Ja klar, das lässt sich alles arrangieren. Sehr gut sogar – Test bestanden.


Was vorher geschah? Hier geht´s zum Artikel über die erste Tauschwoche von Lorenz Maroldt.

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Die Mehrfahrgelegenheit - Carsharing in Berlin


Carsharing gilt als Verkehrskonzept der Zukunft, in Berlin wächst das Angebot rasant. Die einen macht die neue Ich-Mobilität glücklich, andere reich, manche wütend. Begegnungen mit Pionieren und Kritikern - und eine Datenanalyse mit vielen interaktiven Grafiken.

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