Aktion Autotausch: Lorenz Maroldt fährt elektrisch : Weg isser!

Den Verbrenner gegen ein Elektroauto tauschen? Lorenz Maroldt macht mit beim Autotausch, organisiert von der Agentur für Elektromobilität. Seine ersten Stromer-Tage mit dem Nissan Leaf...

von
Elektrisiert. Tagesspiegel-Chefredakteur Lorenz Maroldt macht mit bei der Aktion Autotausch und fährt zehn Tage lang einen Nissan Leaf.
Elektrisiert. Tagesspiegel-Chefredakteur Lorenz Maroldt macht mit bei der Aktion Autotausch und fährt zehn Tage lang einen Nissan...Foto: K. Heinrich

So, die erste Woche Elektroauto ever ist rum – und zwar flott. Ging gleich los am Montagabend, Ampel Dutschke/Springer-Straße, rechts drängelt sich aggressiv ein Cayenne am unscheinbaren, wegen der ausgestellten Scheinwerfer etwas behäbig wirkenden Nissan auf die Pole-Position vor. Noch ist Rot. Jetzt Gelb (mit dem Daumen am Lenkrad mal eben den Eco-Modus ausgeschaltet), Grün… und weg isser (der Porsche, aber im Rückspiegel) – der E-Motor lässt den Wagen mit dem „Zero Emission“-Aufkleber wie am Gummiband nach vorne schnellen. Kostet aber gleich Reichweite, wie die Digitalziffern auf dem Display zeigen. Also wieder Eco rein, und die Motorbremse (zur Zwischenladung) zugeschaltet – was hatte der freundliche Herr Neumann bei der Übergabe doch gleich noch gesagt? Rechte E-Mobilisten fahren sparsam und bewusst.

Die Sache mit dem Boxenstopp

Am nächsten Morgen – auf zur Schule. Die Tochter ist empört: Damit? Sieht doch voll uncool aus! Erste Beruhigung: Das iPhone funktioniert (über Bluetooth), und zu einer vollen Dröhnung „Violetta“ rollen wir los. „Boah, ist der lahm“, ruft’s vom Beifahrersitz. Na gut: Kleiner Daumendruck auf Eco – Begeisterung! Lautlos (und wieder langsam) geht’s durch die Tempo-30-Zone. Ein Fußgänger läuft nach Gehör auf die Fahrbahn – Vollbremsung! Gerade noch mal gut gegangen. An der nächsten Kreuzung zuckt ein Rennradfahrer zusammen (der hat allerdings auch noch einen Kopfhörer auf).

Lektion 1: Vorsichtiger als vorsichtig fahren (das hier ist anders). Die Restlaufzeit tickt runter, Zeit für einen Boxenstopp. Die „PlugSurfing“-App zeigt auf dem Smartphone die nächsten Säulen an (ähnlich wie bei Drivenow und Car2go die Wagen) – und auch, ob sie frei sind. Und jetzt? Welches Kabel ist das richtige? Welche Ladeleistung soll’s denn sein? Lädt’s schon? Wie wird das abgerechnet? Schaltet der sich automatisch ab, wenn’s voll ist, oder geht das Ding dann in die Luft? Kann denn keiner das Kabel klauen? Fragen über Fragen – die Auflösung gibt’s nächste Woche. Aber jetzt erst mal schnell auf die Autobahn – mal sehen, wie das so ist.

Autor

Die Mehrfahrgelegenheit - Carsharing in Berlin


Carsharing gilt als Verkehrskonzept der Zukunft, in Berlin wächst das Angebot rasant. Die einen macht die neue Ich-Mobilität glücklich, andere reich, manche wütend. Begegnungen mit Pionieren und Kritikern - und eine Datenanalyse mit vielen interaktiven Grafiken.

Mehrfahrgelegenheit –
ein Projekt von MEHR BERLIN

0 Kommentare

Neuester Kommentar
      Kommentar schreiben