Kaufentscheidung für oder gegen Elektroauto : Teuer in der Anschaffung, günstig im Unterhalt

Sie sind meist teuer, haben eine geringe Reichweite und bieten wenig Platz: Elektroautos kommen in Deutschland kaum auf Touren. Wer jedoch überlegt, sich ein E-Mobil anzuschaffen, sollte einige Hürden kennen - und vor allem sich selbst.

Elektroautos sind auf Deutschlands Straßen die Ausnahme. Vor allem die geringe Reichweite hält Autofahrer vom Kauf ab.
Elektroautos sind auf Deutschlands Straßen die Ausnahme. Vor allem die geringe Reichweite hält Autofahrer vom Kauf ab.Foto: dpa

Das Elektroauto ist noch ein Exot auf Deutschlands Straßen. Lediglich 25 300 Exemplare waren Anfang 2015 nach Angaben des Verbandes der Automobilindustrie (VDA) zugelassen. Wer mit dem Gedanken spielt, ein E-Auto zu kaufen, sollte einige Aspekte beachten.

Kaufpreis: Im Vergleich zu Diesel- und Benzinfahrzeugen sind Elektro-Pkw vergleichsweise kostspielig. Der e-Golf von Volkswagen zum Beispiel ist etwa doppelt so teuer wie der klassische Golf. Aber wer viel fährt, kann den hohen Kaufpreis kompensieren, erklärt Martin Wietschel vom Fraunhofer-Institut für System- und Innovationsforschung (ISI). Die Betriebs- und Unterhaltskosten sind beim Elektroauto geringer. Die Strom-Betankung für 100 Kilometer kostet in der Regel nur wenige Euro.

Längere Probefahrt vor dem Kauf eines Elektroautos

Garantie der Batterie: Die Batterie ist das wichtigste Bauteil im E-Auto. Von ihrer Haltbarkeit hängt die Langlebigkeit des Fahrzeugs ab. Ein seriöser Anbieter gibt laut Wietschel eine Garantie auf den Stromspeicher. Etwa 150 000 Kilometer sollte der Akku halten, damit keine neuen Kosten durch einen Batteriewechsel entstehen.

Lange Probefahren: „Die meisten, die das erste Mal in einem Elektroauto sitzen, sind begeistert“, sagt Wietschel. Doch der erste Eindruck kann täuschen. Die geringe Reichweite und das veränderte Fahrgefühl muss Autofahrern auf Dauer liegen. Am besten ist, man fährt das Auto mehrere Tage zur Probe, um einen nachhaltigen Eindruck zu gewinnen.

Auswahl an Elektroautos mittlerweile recht vielfältig

Lademöglichkeiten prüfen: Wer zu Hause einen Strommix bezieht, sollte auf Ökostrom umstellen. Wenn das Elektroauto nicht nur während der Fahrt, sondern auch beim Laden keine Emissionen produzieren soll, muss der Strom grün sein. Daneben sollte ein Fachmann die Standfestigkeit der Leitungen überprüfen. Üblicherweise kann der Akku über die heimische Steckdose aufgeladen werden.

Eigene Bedürfnisse kennen: Wer lange Strecken mit dem Auto liebt, sollte kein Elektrofahrzeug kaufen. Die Reichweite pro Aufladung liegt in der Regel zwischen 80 bis 150 Kilometern. Wer häufig kurze Strecken fährt, kann auf das E-Auto setzen und auf Dauer Kosten sparen. Wenig Wert sollte man allerdings auf Geräumigkeit im Wagen legen.

Begrenzte Auswahl: Bis Ende 2014 waren 17 deutsche E-Auto-Modelle auf dem Markt. Entsprechend begrenzt ist das Angebot an Autohäusern, die Elektroautos verkaufen. Interessenten sollten sich frühzeitig im Internet über Modelle informieren oder mit einem Händler Kontakt treten. Wer direkt in den Verkaufsraum geht, sucht E-Autos meist vergeblich. (dpa)

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