Ubitricity weiht neue Ladepunkte ein : Laternenanschluss im Hansa-Viertel

Laterne sucht Anschluss. In der Altonaer Straße im Bezirk Mitte hat Ubitricity vier Strommasten eingeweiht, an denen neuerdings Elektrofahrzeuge auftanken können. Ein wichtiger Schritt in Richtung einer besseren Ladeinfrastruktur.

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Laterne mit Anschluss in der Altonaer Straße in Mitte.
Laterne mit Anschluss in der Altonaer Straße in Mitte.Foto: Markus Mechnich

Es ist nicht immer so einfach mit dem Laden in Berlin. Besitzer von Elektrofahrzeugen, die öffentlich ihr Auto laden möchten haben zwar die Wahl unter 400 Ladestationen, müssen aber einen finden, die frei ist und den richtigen Vertrag in der Tasche haben. Das ist nicht immer so einfach, wie der Tagesspiegel erst jüngstens berichtete. Das Berliner Startup Ubitricity könnte mit seinem Konzept das öffentliche Laden einfacher gestalten. Einen ersten Schritt haben die Gründer Frank Pawlitschek und Knut Hechtfischer heute getan. In der Altonaer Straße, unweit der Siegessäule im Hansa-Viertel, kann nun an vier Strommasten der Akku geladen werden. Bei regnerischem Wetter wurden die neuen Strommasten im Beisein von Helmar Rendez, dem Vorsitzenden der Geschäftsführung der Stromnetz Berlin GmbH, und Carsten Spallek, Bezirkstadtrat für Stadtentwicklung in Berlin-Mitte.

Im Rahmen eines Pilotprojekts rüsten die Partner Ubitricity und Stromnetz Berlin insgesamt zehn Laternen in Berlin mit Stromanschlüssen aus. Dabei handelt es sich nicht um konventionelle Ladesäulen. Vielmehr werden die Straßenlampen mit einer technisch relativ einfachen Steckdose ergänzt, an die das spezielle Ladekabel von Ubitricity angeschlossen werden kann. Die Abrechnung des verbrauchten Stroms erfolgt dann über die im Kabel befindliche Technik. Wie und welcher Strom geladen wird, kann der Elektroauto-Fahrer selbst entscheiden. Die Kosten für die Umrüstung werden von Ubitricity getragen. Die Kosten liegen bei etwa 100 Euro pro Lichtmast und betragen damit nur einen Bruchteil dessen, was eine öffentliche Ladesäule kostet.

Laternenladen erweitert die Möglichkeiten der Elektroauto-Nutzer

"Stromnetze sind die Tankstellen der Zukunft. Und Berlin als Deutschlands größte Metropole ist die ideale Spielwiese, um alle Facetten der Elektromobilität zu testen und weiterzuentwickeln", sagt Helmar Rendez von Stromnetz Berlin. In Ergänzung den konventionellen öffentlichen Ladesäulen könnte die Strom-Tank-Laternen die Möglichkeiten von Elektroauto-Nutzern in Berlin beträchtlich erweitern. Denn statt einer Ladesäulen stehen nun vier Ladepunkte hintereinander an der Altonaer Straße. Insgesamt bieten sich hier mindestens acht Parkplätze an, an denen E-Autos tanken können.

Knut Hechtfischer, Frank Pawlitschek, Carsten Spallek und Helmar Rendez bei der Einweihung.
Knut Hechtfischer, Frank Pawlitschek, Carsten Spallek und Helmar Rendez bei der Einweihung.Foto: promo

Einfach hatte es das Berliner Startup bisher nicht, die Bezirke von seiner Idee zu überzeugen. Erst nach und nach erteilen die Berliner Bezirke Ubitricity die Erlaubnis Strommasten auf eigene Kosten mit der Technik auszurüsten. Der Partner Stromnetz Berlin könnte dem ganzen Projekt nun neuen Schwung verleihen. "Wir freuen uns, mit Stromnetz Berlin einen Partner zu haben, mit dem wir auf Netz- und Beleuchtungsseite unsere Innovation Wirklichkeit werden lassen können", sagt Frank Pawlitschek.

Auch Bezirksstadtrat Carsten Spallek begrüßt die Entwicklung: "Ich freue mich sehr, dass wir in Mitte auch in diesem Bereich Vorreiter sind und im Rahmen der Schaufenster-Initiative "emobility" die positive Entwicklung mit unseren Möglichkeiten unterstützen können." Bleibt zu wünschen, dass den Lichtmasten in der Altonaer Straße noch einige weitere folgen werden. Alle, die ihr E-Auto während der Arbeitszeit tanken möchten, werden es danken. Und dem Tourismus dürfte es auf lange Sicht auch nicht schaden, wenn sich rumspricht, dass das Laden von Elektroautos in Berlin ganz einfach ist.

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