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Audi A1 Hybrid-Prototyp : Das Ein-Liter-Auto – ohne Kompromisse

16.10.2012 09:07 Uhrvon
Vielversprechender Prototyp: Der Audi A1 e-tron verbindet potente Hybrid-Technik mit einem kleinen Verbrennungsmotor. Foto: HerstellerBild vergrößern
Vielversprechender Prototyp: Der Audi A1 e-tron verbindet potente Hybrid-Technik mit einem kleinen Verbrennungsmotor. - Foto: Hersteller

Nach einer Fahrt mit dem neuen Audi-Prototypen A1 E-Tron Dual-Mode-Hybrid ist man sich sicher: So fahren wir in naher Zukunft. Oder zumindest würden wir gerne bald so fahren. Deshalb eine Motivationsspritze an Audi: Kommt Jungs, bringt ihn in Serie!

Die Auto-Industrie befindet sich in einer Selbstfindungsphase mit der alles bestimmenden Frage: Wie sieht die Antriebstechnologie der Zukunft aus? Zumindest in Europa dreht sich dabei die Entwicklung um Nachhaltigkeit und Schonung der Energieressourcen. Kein Wunder, denn bei diesen Kraftstoffpreisen hinterfragt man als Kunde den wirtschaftlichen Sinn eines Autos doppelt. So stellt sich auch beim Autokauf die Frage, welche Technologie denn nun die beste, modernste und effizienteste ist.
Zumindest was Effizienz und Reichweite angeht sind Dieselmotoren ungeschlagen.

Aber: Sie sind teurer als Benziner und meistens auch beim Verbrennungsgeräusch, der Laufkultur sowie dem Ansprechverhalten unterlegen. Selbst der Dieselpreis ist kein Schnäppchen mehr, hilft also kaum den teureren Anschaffungspreis zu kompensieren.

Fast immer ein Problem

Anschluss verfügbar: Die Batterie des A1 e-tron lässt sich über eine Starkstromverbindung wieder aufladen. Foto: HerstellerBild vergrößern
Anschluss verfügbar: Die Batterie des A1 e-tron lässt sich über eine Starkstromverbindung wieder aufladen. - Foto: Hersteller

Als richtig modern gilt heutzutage der Hybrid-Antrieb, also die Kombination von einem Verbrennungsmotor mit einem Elektroantrieb samt Batterie. Doch der Konstruktionsaufwand ist enorm und deshalb derart teuer, dass er die eingesparten Kraftstoffkosten durch den etwas geringeren Verbrauch (meistens nur in der Stadt) ad absurdum führt. Wer mit einem Hybrid auf die Autobahn fährt schleppt auch noch die schwere Batterie mit sich rum. Außerdem schaltet sich der Verbrenner in den meisten Fällen viel zu oft und viel zu früh dazu, weil die Batterieleistung für mehr als ein paar elektrisch gefahrene Kilometer einfach nicht ausreicht.
Wer sich mit den derzeitigen Antriebstechnologien auf dem Markt beschäftigt und sie mal Probe fährt, der findet fast immer einen dicken Minuspunkt dahinter. Umso mehr begeistert Audis A1-Prototyp. Endlich haben es die Ingenieure geschafft, das Beste aus den unterschiedlichen Antriebswelten zu vereinen und auch noch in ein sehr kompaktes Fahrzeug reinzupacken. Entstanden ist das fast perfekte Ein-Liter-Auto.

Keine Gangwechsel

Bei Geschwindigkeiten unter 130 km/h kann der Elektroantrieb die meiste Arbeit selbst erledigen und braucht nur selten Unterstützung vom Verbrenner. Foto: HerstellerBild vergrößern
Bei Geschwindigkeiten unter 130 km/h kann der Elektroantrieb die meiste Arbeit selbst erledigen und braucht nur selten Unterstützung vom Verbrenner. - Foto: Hersteller

Das Prinzip funktioniert so: Es gibt einen kleinen Dreizylinderbenziner mit 1,5 Litern Hubraum und 130 PS Leistung sowie zwei E-Motoren. Die kleinere der beiden E-Maschinen mit 68 PS dient hauptsächlich als Starter und Generator, während die größere E-Maschine mit 116 PS nur für den Vortrieb sorgt. Dazu kommt noch ein Lithium-Ionen-Akku, der für eine elektrisch gefahrene Reichweite von fast 90 Kilometern ausreicht. Die hohe Systemleistung von 177 PS wird mit einem Ein-Gang-Getriebe an die Vorderräder geschickt, wodurch es keine Gangwechsel mehr gibt.

Der Energiefluss lässt sich am besten über das zentrale Display verfolgen. Die Batterien sitzen im Mitteltunnel und im Heck. Foto: HerstellerBild vergrößern
Der Energiefluss lässt sich am besten über das zentrale Display verfolgen. Die Batterien sitzen im Mitteltunnel und im Heck. - Foto: Hersteller

Das Besondere an dieser Antriebskonfiguration ist das effiziente, geschmeidige und kraftvolle Zusammenspiel der Komponenten. Bei Stadttempo ist der Wagen rein elektrisch unterwegs durch den großen E-Motor. Zwischen 55 und 130 km/h schaltet sich je nach Bedarf der Verbrennungsmotor dazu, treibt die kleine E-Maschine als Generator an und erzeugt somit Strom für die große E-Maschine. Oberhalb von 130 km/h treibt hauptsächlich der Verbrenner konventionell die Vorderräder an und läuft dabei in seinem optimalen Arbeitsbereich. Das alles ist natürlich sehr komplex und am besten auf dem Infobildschirm des Prototyps nachvollziehbar. Doch man muss diesen intelligenten Antrieb eigentlich gar nicht verstehen, um sich in ihn zu verlieben. Denn was zählt ist seine geniale Funktionsweise.

Benziner beruhigt

Vielversprechend: Noch ist unklar, ob der Audi A1 e-tron in Serie geht. Foto: HerstellerBild vergrößern
Vielversprechend: Noch ist unklar, ob der Audi A1 e-tron in Serie geht. - Foto: Hersteller

Einmal das Gaspedal treten und schon fährt der A1 verzögerungsfrei los. Wie bei allen Elektroautos begeistern das hohe Anfahrdrehmoment, das geradezu digitale Ansprechverhalten sowie die entspannte Geräuschkulisse. Geht man vom Gaspedal wird der Antrieb komplett ausgeschaltet und man gleitet fast widerstandslos dahin, teilweise hunderte Meter weit, bei minimalem Energieverbrauch. Ein besseres Gewissen beim Autofahren kann man nicht haben. Damit ist man mit der versprochenen Elektro-Reichweite von 90 Kilometern zumindest in Metropolregionen nur noch elektrisch unterwegs. – Vor allem deswegen, weil man den A1 als Plug-In-Hybrid bequem an der Steckdose oder an Ladesäulen aufladen kann. Willkommen in der Zukunft!

Doch während reine E-Autos leider kaum über die Stadtgrenze hinauskommen, trumpft der Audi-Prototyp mit seinem effizienten Dreizylinder als Reichweitenverlängerer auf. Er wird zwar meistens zum Nebenaggregat degradiert, aber ausgerechnet der konventionelle Benziner macht den A1 zum vollwertigen, reisetauglichen Automobil mit einer Gesamtreichweite von etwa 500 Kilometern.

Technik für neuen A2?

So nimmt er einem die Ur-Angst, irgendwo in der Pampa ohne Strom stecken zu bleiben. Außerdem läuft der kleine Benziner derart kultiviert und leise, dass man ihn kaum wahrnimmt, wenn er sich zu- und abschaltet. Die Batterien wiederum sind mittlerweile soweit geschrumpft, dass sie im Mitteltunnel und unter der Rücksitzbank locker Platz finden, ohne den Innen- und Kofferraum des A1 zu beeinträchtigen.

Summa summarum ist ein sparsamer und geräuscharmer Antrieb entstanden, der sehr geschmeidig und auf Wunsch auch ausgesprochen kraftvoll agiert, dabei meist elektrisch. Und das Problem mit der begrenzten Reichweite sowie der eingeschränkten Energieversorgung ist auch keines mehr. Was jetzt noch fehlt ist eine funktionale und leichte Karosserieform. Ideal wäre dieser Antrieb in Kombination mit dem vermutlich in naher Zukunft kommenden Audi A2. Hoffentlich haben auch die Audianer diese Gedankenspiele und bringen sie bezahlbar auf die Straße. – Toi, toi!

Video: Audis erster A1 unter Strom - Der Vorgänger

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