Audi A3 : Die neue Bescheidenheit bei Audi

Der neue A3 kommt mit einem überarbeiteten Innenraum – und erstmals mit einem Dreizylinder.

Sven Jürisch
Ein wenig mehr Power wäre gut. Außen und innen ist der Audi A3 ansprechend überarbeitet worden, der Basismotor aber bereitet keine rechte Freude.
Ein wenig mehr Power wäre gut. Außen und innen ist der Audi A3 ansprechend überarbeitet worden, der Basismotor aber bereitet keine...Foto: Promo

Der Audi A3 ist für die Ingolstädter eine sichere Bank. Seit das Modell erstmals 1996 zu den Kunden kam, läuft der Verkauf des Golf-Abkömmlings rund. War bei dem Modell der ersten Generation die Auswahl noch auf eine Karosserieform beschränkt, gibt es aktuell gleich vier Versionen des kompakten Ingolstädters. Neben dem klassischen Schrägheckmodell, wahlweise mit drei oder fünf Türen, gibt es den A3 nun entweder als Limousine, als Cabriolet oder als Pseudo-Kombi Sportback.

An dieser Aufteilung hält Audi auch für die überarbeitete Version des A3 fest, bietet aber ab Juni das Modell mit einer deutlichen optischen Auffrischung an. So erfolgten die Retuschen an Front und Heck, allerdings ohne das Vormodell über Nacht zu einem alten Auto werden zu lassen. Doch bei aller Bescheidenheit: Die Überarbeitung der Karosserie bietet auch einen handfesten Mehrwert, denn nun gehört bei allen A3-Modellen das Bi-Xenon-Licht zur Basisausstattung, für 900 Euro Aufpreis gibt es auch ein Matrix-LED-Licht für besonders guten Durchblick. Die Heckleuchten erhielten ebenfalls ein Update und passen sich mit dem dynamischen Blinklicht dem aktuellen Lichtdesign der Audi-Palette an.

Sehr intensiv widmete man sich in Ingolstadt dem Innenraum des Kompakten. Das wuchtige Armaturenbrett des Vormodells wurde gegen das des Audi A1 eingetauscht. Damit hat der A3 nun auch die turbinenartigen Luftdüsen, einen nahezu lautlos vor sich hinsirrenden Navigations-Bildschirm (910 Euro Aufpreis) und die auch aus dem Audi TT bekannte Leiste mit zahlreichen Tasten. Doch es gibt noch mehr: etwa das schon aus dem Audi A4 bekannte virtuelle TFT-Cockpit (ab 310 Euro Aufpreis), das neben Informationen über das Fahrzeug, die Fahrt oder das Musikprogramm natürlich auch die Navigationskarte wiedergibt. Alles frei konfigurierbar und einwandfrei ablesbar. Nur: Braucht man solche Extras in einem Kompaktwagen? Die Frage muss jeder für sich beantworten. Doch auch sonst bietet der neue A3 viele interessante Individualisierungsmöglichkeiten. Audi setzt auf verstärkte Verbindung via Internet zur Außenwelt, etwa durch eine vorinstallierte SIM-Karte im Fahrzeug, die die Nutzung der Online-Welt erlaubt. Damit die Fahrt vor lauter Drücken und Drehen an den Tasten nicht im Graben endet, haben die Ingolstädter die Assistenzsysteme überarbeitet und bieten nun alle Systeme (u. a. einen Stauassistenten) aus den größeren Modellen auch im Kompaktsegment an. In Sachen Komfort gibt es ebenfalls einen Nachschlag: Eine separate Ladeschale für induktives Laden des Handys schickt das Ladekabel in Rente.

Die meiste Arbeit investierte Audi allerdings in die Überarbeitung der Antriebe. So dürfte dann vor allem der erstmals zum Einsatz kommende Einstiegsmotor für das meiste Interesse der Kunden sorgen. Statt dem 1,2-Liter-Vierzylinder-Turbomotor mit 120 PS sorgt nun ein 1,0-Liter-Dreizylinder-Turbobenziner mit 115 PS für Vortrieb. Allerdings nur in bescheidenem Rahmen. Denn zumindest in Verbindung mit dem optionalen 7-Gang-DSG-Getriebe kann der bei höheren Drehzahlen laut schnatternde Antrieb kaum überzeugen. Das Ansprechverhalten beim spontanen Gasgeben ist zu lahm, der Motor dreht recht unwillig aus und die Geräuschkulisse will so gar nicht zu dem noblen Audi passen. Kurzum: ein zu kleiner Motor in zu großem (und schwerem) Auto.

Dann besser die zweite überarbeitete Version wählen: den 2,0-Liter-Benziner mit veritablen 190 PS. Der bringt den erwarteten Fahrspaß und wird im täglichen Umgang auch nicht zum Säufer. Rund 6,8 Liter sind für das Gebotene ein faires Ergebnis. Audi hat auch das Fahrwerk und die Lenkung noch einmal überarbeitet. Nötig war das freilich kaum, denn schon das Vormodell war in dieser Beziehung keinesfalls ein Problemfall.

Dank des neuen 1,0-Liter-Benziners gestaltet sich der Einstieg in den Audi A3 auf den ersten Blick besonders günstig. 23.300 Euro für den Dreitürer klingen zunächst verlockend, bis man die Preisliste in den Händen hält. Und so wird auch künftig kaum ein A3 unter 30.000 Euro die Hallen in Ingolstadt verlassen.

Die Mehrfahrgelegenheit - Carsharing in Berlin


Carsharing gilt als Verkehrskonzept der Zukunft, in Berlin wächst das Angebot rasant. Die einen macht die neue Ich-Mobilität glücklich, andere reich, manche wütend. Begegnungen mit Pionieren und Kritikern - und eine Datenanalyse mit vielen interaktiven Grafiken.

Mehrfahrgelegenheit –
ein Projekt von MEHR BERLIN

0 Kommentare

Neuester Kommentar
      Kommentar schreiben