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Audi A3 Sportback 2013 : Kommt der bessere Golf aus Ingolstadt?

16.04.2013 11:46 Uhrvon
Muss es wirklich Premium sein? In der Kompaktklasse setzt der Audi A3 Sportback gegenüber dem Volkswagen Golf noch einen drauf. Aber ist der Ingolstädter auch der bessere Golf?Bild vergrößern
Muss es wirklich Premium sein? In der Kompaktklasse setzt der Audi A3 Sportback gegenüber dem Volkswagen Golf noch einen drauf. Aber ist der Ingolstädter auch der bessere Golf? - Foto: Hersteller

Golf bleibt Golf, auch wenn er sich die Plattform mit seinen Konzernbrüdern teilen muss. Aber ist das wirklich so? Der neue Audi A3 Sportback will der bessere VW Golf sein. Premium eben! Der Unterschied liegt jedenfalls nicht nur im Preis, denn hier ist die Differenz geringer als gedacht.

Es ist das Los eines Klassenprimus, dass viele ihm nacheifern. Der VW Golf kann davon ein Lied singen, denn der Bestseller aus Wolfsburg ist tatsächlich schon lange an der Spitze seiner Klasse. Und nicht zuletzt hat er das Kompaktsegment, die so genannte Golf-Klasse, irgendwie auch noch selbst geschaffen. Auf dem deutschen Markt eifern ihm daher viele hinterher. Offenbar nur mit beschränktem Erfolg, denn laut Kraftfahrtbundesamt kam der Golf im Jahr 2012 auf ein Drittel des Gesamtmarktes in seinem Segment, immerhin fast eine viertel Million Fahrzeuge nur in Deutschland.

Da wäre es ja für Audi ein Leichtes zu sagen, wir halten uns da fern.

Konzernstrategisch wäre das vielleicht sogar schlau. Aber auf der anderen Seite entspricht es der Wolfsburger Baukasten-Strategie auf der gleichen Plattform zahlreiche Modelle verschiedener Ausprägung auf den Markt zu bringen. Also darf man in Ingolstadt seinen eigenen Golf bauen. Nur die Richtung muss stimmen. Während Seat auf Sport macht und Skoda die Budgetisten zufrieden stellt gibt es aus Bayern Premium. Und das geht auch gut, wie der Audi A3 mit seinen gut 50 000 Anmeldungen jährlich durchaus schon bewiesen hat. Vor allem aber unterstreichen diese These der BMW 1er und die Mercedes A-Klasse. Um diese innerdeutsche Konkurrenz oberhalb des Golf in Schach halten soll nun also der Audi A3 Sportback mit anpacken. Und zwar kräftig.

Bis vor kurzem konnten die Wolfsburger den Ingolstädtern eine lange Nase machen. Zwar startete der Audi A3 schon im vergangenen Sommer und hatte so dem Evergreen eine Nasenlänge voraus. Der flotte Bayer war gar das erste Modell auf Basis des neuen modularen Querbaukastens aus dem VW-Imperium. Doch während es den Golf von Beginn an mit fünf Türen gab, kam der Audi A3 Sportback, so nennt man den Fünftürer mit den vier Ringen, erst Ende Februar bei den Händlern an. Dabei ist diese Karosserievariante eine besonders wichtige, denn sie macht gut drei Viertel der Verkäufe beim A3 aus.

Aber da geht es schon los mit den Besonderheiten. Denn bei Audi besteht man darauf, dass der Sportback ein eigenes Modell ist. Er soll sogar vor dem dreitürigen A3 entstanden sein, betonen die Designer. Dem folgt noch so manche Eigenheit, die den Bayern vom Niedersachsen unterscheidet Der Audi A3 Sportback will also der bessere Golf sein? Er macht auf edel und Premium, so viel ist sicher. Aber ist er deshalb auch die bessere Wahl, besteht er im direkten Vergleich gegen das Überauto aus Wolfsburg? Wir haben mal genauer hingeschaut und die Argumente für und wieder den Edel-Golf gegeneinander abgewogen.

Außen:
„Fescher ist er scho“, wie man in Bayern so schön sagt. Aussehen ist zwar immer Geschmackssache, aber während auch der im letzten Jahr veröffentlichte VW Golf immer noch recht konservativ gezeichnet ist, steht der Audi A3 Sportback stramm und sportlich auf der Straße. Das Design wirkt eben diese Note gewagter und flotter, die es bei einem Premium-Hersteller auch braucht um gegenüber der Konkurrenz nicht alt auszusehen.
Kann auch daran liegen, dass der Ingolstädter als Fünftürer gegenüber dem dreitürigen Bruder um satte acht Zentimeter zulegt. Möglicherweise wirkt der A3 Sportback deshalb etwas gestreckter als der VW Golf, der optisch kompakter baut.

Der setzt seit Jahren die Maßstäbe in seiner Klasse: Der Volkswagen Golf ist mit der Neuauflage im vergangenen Jahr schnittiger geworden. Gegenüber den Audi A3 Sportback wirkt er dennoch bieder.Bild vergrößern
Der setzt seit Jahren die Maßstäbe in seiner Klasse: Der Volkswagen Golf ist mit der Neuauflage im vergangenen Jahr schnittiger geworden. Gegenüber den Audi A3 Sportback wirkt er... - Foto: Hersteller

Zwar hat auch der VW Golf an der Außenhülle mit der neuen Generation an Dynamik hinzugewonnen. Aber die Grundstruktur ist immer noch durch und durch bieder. Kein Wunder, denn in Sachen Golf erlaubt man sich bei Volkswagen keine gewagten Experimente So kann sich der Audi A3 Sportback hier in unserem Vergleich Pluspunkte verschaffen.

Innen:
Warum der A3 Sportback im Vergleich zum fünftürigen VW Golf mehr kostet zeigt der Audi im Innern. Chrom an den Drehreglern, eine sehr aufgeräumte Mittelkonsole und feine Nähte der Lederbezüge an den Sitzen und in den Türen. Mindestens 1450 Euro kostet der Spaß, aber er kann sich auch sehen lassen. Dagegen nimmt sich der Innenraum des Wolfsburgers regelrecht bieder aus, obwohl auch Volkswagen bekanntermaßen gute Qualität im Interieur zu bieten hat. Aber die Materialauswahl ist nicht ganz so schick wie beim Audi. Bei beide zeigt sich die Verarbeitung hingegen tadellos.

Der Audi A3 Sportback setzt im Innenraum schon Maßstäbe und zeigt, wo der Unterschied zwischen normal und Premium liegt. Der ultradünne, ausfahrbare Monitor, Chrom allerorten und feines Leder auch in den Türen bringen den Hauch Vorsprung.Bild vergrößern
Der Audi A3 Sportback setzt im Innenraum schon Maßstäbe und zeigt, wo der Unterschied zwischen normal und Premium liegt. Der ultradünne, ausfahrbare Monitor, Chrom allerorten und... - Foto: Hersteller

Im Vergleich zum dreitürigen A3 zeigt der Sportback vor allem im Fond den entscheidenden Raumgewinn. Drei der acht Zentimeter, die die Karosserie im Vergleich zum Dreitürer mehr zu bieten hat, kommen einem verbesserten Platzangebot für die Passagiere in der zweiten Reihe zugute. Erwachsene werden das schnell schätzen lernen. Nicht nur, weil natürlich der Einstieg durch die separate Tür deutlich leichter fällt.

Bei den Assistenten hat der Audi A3 Sportback 2013 nahezu das gesamte Repertoire seiner großen Brüder im Angebot. Die Vielzahl an Assistenten geht zwar ins Geld. Aber wer sich das leisten möchte kann den Kompakten mit Technik vollpacken wie eine Audi A8. Beim VW Golf der siebten Generation fehlt da ebenfalls wenig, aber an der ein oder anderen Stelle muss der Volkswagen dann doch passen.

In der Summe geht auch hier der Audi A3 Sportback als Sieger hervor. Nicht wegen der Verarbeitung, denn hier nehmen sich beide Modelle kaum etwas. Auch nicht wegen den Materialien, denn hier kann der A3 Sportback nur unwesentlich Vorsprung schaffen. Es sind Details wie das herausfahrende dünne Display des Audi oder die Haptik von Schaltern, Reglern und Knöpfen, die den Mini-Vorsprung ausmachen.

Motoren:
Irgendwie wundert es kaum, dass die Unterschiede hier noch geringer ausfallen als im Interieur. Schließlich stammen die Antriebe aus dem gleichen Regal und werden hauptsächlich auf das Modell angepasst. Revolutionen sucht man hier vergebens. Der Einstieg sieht allerdings schon anders aus, denn einen A3 mit 85 PS mag man sich in Ingolstadt nicht vorstellen. Auch bei Audi wird es einen 1.2. TFSI-Motor geben, allerdings erst im Sommer und nur in der 105-PS-Variante, die auch bei VW verfügbar ist. Deshalb ist der derzeit kleinste Benziner mit 1,4 Litern Hubraum und nur mit 122 PS zu haben. Besonders interessant ist hier die Variante mit Zylinderabschaltung, die bei 140 PS laut EU-Norm 0,5 Liter weniger auf 100 Kilometern schlucken lässt.

Die Verarbeitung im VW Golf VII ist tadellos. Nur in der Materialauswahl steht der Wolfsburger gegenüber dem A3 Sportback etwas nach. Bei Volkswagen setzt man auf Touchscreen statt Drehrad bei der Bedienung des Multimediasytems.Bild vergrößern
Die Verarbeitung im VW Golf VII ist tadellos. Nur in der Materialauswahl steht der Wolfsburger gegenüber dem A3 Sportback etwas nach. Bei Volkswagen setzt man auf Touchscreen statt... - Foto: Hersteller

Umgekehrt ist beim VW Golf mit dem GTI derzeit leistungsmäßig mit den beim Genfer Automobilsalon angekündigten 230 PS das Ende der Fahnenstange erreicht. Das wird sich mit dem VW Golf R wohl ändern, aber es ist noch unklar wann. Der Audi S3, ein muskelbepackter Sportback sozusagen, steht mit seinen 300 PS und Allradantrieb schon in den Startlöchern. Mit Quattro-Antrieb und einem überall verfügbar Drehmoment von 380 Newtonmeter, das zwischen 1800 und 5500 Umdrehungen pro Minute stets abgerufen werden kann, dürfte der Audi A3 Sportback in Sachen Sport die Nase vorne haben.

Auf der Diesel-Seite haben beide ein bewährtes, aber überschaubares Angebot. Das heißt 1.6 TDI oder 2.0 TDI. Beide Motoren gibt es in verschiedenen Leistungsstufen zwischen 105 und 170 PS. Den beliebten, weil robusten 1.9 TDI hat Audi nicht mehr im Repertoire. Baukasten heißt eben manchmal auch motorisierte Langeweile. Nur das hier der VW Golf mit dem GTD und seinen 184 PS ab Sommer zu haben sein wird. Den gibt es bei Audi aber jetzt schon als 2.0 TDI mit gleicher Leistung. Und damit geht dieser Punkt dann knapp an den Ingolstädter, weil es hier mehr Auswahl, mehr Sport und innovativere Technik gibt.

Preis:

Beim VW Golf geht es bei den Motoren runter bis zu einem 1.2 TFSI. Der soll für den Audi A3 Sportback erst im Sommer verfügbar sein und dann mehr Leistung haben. Nach oben setzt der Audi S3 Maßstäbe, die der VW Golf GTI bisher nicht einholen kann.Bild vergrößern
Beim VW Golf geht es bei den Motoren runter bis zu einem 1.2 TFSI. Der soll für den Audi A3 Sportback erst im Sommer verfügbar sein und dann mehr Leistung haben. Nach oben setzt... - Foto: Hersteller

Im Fußball entscheidet sich das Wichtigste auf dem Platz, beim Autokauf ist die Summe unterm Strich meist der wichtigste Punkt. An der Kasse relativiert sich so mancher Traum und die ein oder andere Zusatzausstattung ist dann plötzlich gar nicht mehr so entscheidend.
Klar ist, dass der VW Golf den günstigeren Einstiegspreis bietet. In der Theorie ist der Evergreen schon für 17 875 Euro als Fünftürer zu haben. Da sieht der Audi A3 Sportback mit seinen 23 400 Euro Grundpreis schon ziemlich alt, sprich teuer, aus. Ein Preisunterschied von mehr als 5500 Euro. Das muss der kühl Rechner schon mal schlucken.

Wer aber für seinen VW Golf den effizienten 1.4 Liter großen Benziner haben möchte, der muss sich schon für die Ausstattungslinie „Comfortline“ entscheiden und landet direkt bei 22 425 Euro für den gleichen Motor wie bei Audi. Natürlich hat der Golf dann einige Annehmlichkeiten wie Komfortsitze und MP3-Radio an Bord und der Audi A3 Sportback steht immer noch auf seinen Stahlfelgen im Autohaus. Aber der große Preisunterschied ist dennoch nicht mehr da.

Auswahl und Technik der angebotenen Motoren sprechen für den Audi A3 Sportback. Beim Preis muss der Ingolstädter dem VW Golf den Vortritt lassen.Bild vergrößern
Auswahl und Technik der angebotenen Motoren sprechen für den Audi A3 Sportback. Beim Preis muss der Ingolstädter dem VW Golf den Vortritt lassen. - Foto: Hersteller

Nach dem Durchspielen mehrer Konfigurationen bleibt in der Regel ausstattungsbereinigt eine Preisdifferenz von rund 1000 bis 1500 Euro übrig. Wer clever mit Paketen spielt und seine Wünsche flexibel hält kann die Differenz sogar geringer gestalten. Klar ist aber auch: Audi fahren ist teurer. Und damit geht dieser letzte Punkt an den VW Golf.

Fazit:

In unserem Vergleich ist der Audi A3 Sportback in der Summe der bessere Golf. Allerdings müssen Kunden gewillt sein sich ihn auch zu leisten. Die Addition der kleinen Vorzüge, die der schicke Bruder des Wolfsburger Bestsellers zu bieten hat macht ihn im Vergleich zum Sieger. Sei es die flottere Optik, den leicht geräumigeren und etwas edleren Innenraum oder die innovativeren Motoren.

Das alles macht der VW Golf nicht unbedingt schlechter, aber eben auch nicht ganz so gut wie der Audi A3 Sportback. Wer also nicht als Überzeugungstäter beim Wolfsburger bleibt sollte mal bei der konzerninternen Konkurrenz vorbeischauen. Vielleicht findet sich dort mit Verweis auf den Preisunterschied doch ein interessantes Angebot. Denn mit dem Ingolstädter fährt es sich in der Summe eben den kleinen Tick besser.

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