Auto : Auf all Deinen Wegen

Der neue BMW X3 kommt jetzt zu den Händlern: Der SUV schlägt sich auf Stock solide wie auf Stein

Sabine Stahl
Bestsellerverdächtig. Ob er hier genauso erfolgreich wird wie der Vorgänger? Der wurde in sechs Jahren immerhin 600 000 mal verkauft.
Bestsellerverdächtig. Ob er hier genauso erfolgreich wird wie der Vorgänger? Der wurde in sechs Jahren immerhin 600 000 mal...Foto: eb.andriuolo

Wer weiß, dass er könnte, wenn er wollte, ist bereits zufrieden. Dies führt dazu, dass Menschen wegen des vielfältigen kulturellen Angebots in die Innenstadt ziehen und niemals ins Theater gehen oder dazu, dass sich Großstadtbewohner für ein geländegängiges Auto entscheiden und nie den Asphalt verlassen. Von diesem Phänomen profitiert auch der BMW X3, der gerade in der zweiten Generation zu den Händlern rollt.

Dabei ist die Geländetauglichkeit beim X3 serienmäßig verbaut. Die zwei zum Marktstart angebotenen Motoren sind ein kleiner Diesel und ein Sechszylinder-Benziner. Sie verfügen bereits ab Werk über eine Bergabfahrtkontrolle. Ein kurzes Drücken auf den Knopf zwischen Fahrer und Beifahrer genügt, und das System übernimmt das Hinabklettern steiler Gefälle selbstständig, während der Fahrer mit entspanntem Bremsfuß die Talfahrt genießt. Geht es über Stock und Stein, regelt der Allradantrieb die Kraftverteilung und schickt bedarfsgerecht mal mehr oder weniger Kraft an die Vorder- bzw. Hinterachse.

Bei der Fahrt durch den Dschungel darf der X3 auch vor Schlamm- und Wasserlöchern nicht Halt machen, was dank einer Wattiefe von 50 Zentimetern in leichtem Gelände kein Problem ist. Kuppen? Mit einem Rampenwinkel von 19,4 Grad kein Hindernis für den kernigen Bayern. Mulden? Ebenfalls nicht der Rede wert, solange der Fahrer mit angemessenem Tempo unterwegs ist. Andernfalls endet die Tour durch das Gelände mit hässlichen Kratzern im Lack.

Doch die Schlacht im Schlamm ist nicht alles, was der X3 kann. Auch einem Kampf am Wühltisch steht mit dem Allrader nichts im Wege. Schließlich stellt das SUV den Einkaufswütigen ein Kofferraumvolumen von 550 Litern zur Verfügung. Für einen langen Samstag im Outlet-Center muss das reichen; wenn nicht, lassen sich die Lehnen der Rücksitzbank immerhin beugen. Das erweitert das zu füllende Volumen auf bis zu 1600 Liter. Leider funktioniert das Umlegen der geteilten Rückenlehnen nicht direkt vom Kofferraum aus und die Shopper müssen sich erst zu den hinteren Türen bewegen.

Ein weiteres Manko ist, dass am Ende der Einkaufstour das Aufstellen der Lehnen nicht gerade leicht vonstatten geht. Doch das muss den Shopping-Spaß nicht zwingend verderben. Denn die BMW-Fahrer freuen sich darüber, wie leicht die erworbenen Tüten und Taschen in das geräumige Gepäckteil mit der nicht ganz ebenen Ladefläche gelupft werden und dort mit Haken und Ösen befestigt und in versteckten Wannen verstaut werden können. Wer bereits bei der Konfiguration zugeschlagen hat, hat noch deutlich mehr Möglichkeiten. Denn die Bayerischen Motorenwerke bieten auf ihrer Optionsliste zusätzliche Ablagen im Innenraum, verschiebbare Verzurrösen, Gepäcknetze und eine elektrische Heckklappe, die auf Knopfdruck das Tor des Verstauraums öffnet. Selbst ein Fahrradständer ist erhältlich.

Zum Marktstart bietet BMW zwei Motoren an: den 184 PS-Diesel für 39 100 Euro und den 306 PS starken Benziner für 51 850 Euro. Für die Shopping-Tour ist der Selbstzünder eindeutig die bessere Wahl, da er günstiger ist, viel weniger verbraucht und noch dazu 15 Kilogramm mehr Zuladung bietet. Bei ersten Ausfahrten abseits der Straße war der Reihensechszylinder-Benziner hingegen ein zuverlässiger Begleiter, der sein maximales Drehmoment von 400 Nm bereits ab 1200 U/min bereitstellt. Allerdings gibt sich der Ottomotor trotz Start-Stopp, Rekuperation und variabler Ventilsteuerung nicht gerade genügsam und schafft es unter dem Strich schnell auf einen Durchschnittsverbrauch im zweistelligen Bereich.

Der neue BMW X3 ist genau das richtige Auto für Menschen, die gern wollten, wenn sie könnten. Zwar ist der seit neuestem in den USA gebaute kleine Bruder des X5 weder ein knallharter Offroader noch ein Raumwunder. Doch geht er am Ende des Tages als ein komfortables und alltagstaugliches Fahrzeug durch, das im Fall der Fälle auch einmal härtere Herausforderungen meistern kann – und zwar egal ob im Einkaufsparadies oder auf der Schotterpiste. Sabine Stahl

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