• AUF GROSSER REISE Wo man wie schnell fahren darf, was unterwegs das Benzin kostet und warum richtiges Packen wichtig ist: Urlaub, nicht Umzug

AUF GROSSER REISE Wo man wie schnell fahren darf, was unterwegs das Benzin kostet und warum richtiges Packen wichtig ist : Urlaub, nicht Umzug

Wer sein Auto richtig belädt, fährt nicht nur billiger – er ist auch sicherer unterwegs

Heiko Haupt

Manchmal scheint es ein Wunder zu sein, dass die Couchgarnitur zu Hause geblieben ist: Wer zur Ferienzeit auf der Autobahn ist, dem begegnen oft hoffnungslos vollgepackte Autos auf dem Weg in den Urlaub. Doch das Bepacken bis zum Gehtnichtmehr ist Geldverschwendung: Der Verbrauch steigt dadurch unnötigerweise. Wer dagegen mit einer gewissen Zurückhaltung und etwas Nachdenken vorgeht, entlastet die Urlaubskasse. Hinzu kommt, dass das Gepäck auch zum Sicherheitsrisiko werden kann.

Das Kofferpacken ist oft ein zähes Ringen. Es könnte ja regnen und kühl sein am Mittelmeer, da hat man lieber eine Jacke zu viel dabei als eine zu wenig – sicher ist sicher. Aber meist wird diese Jacke nach der Rückkehr wieder in den Schrank gehängt, ohne auch nur ein einziges Mal benutzt worden zu sein.

Solche Vorsichtsmaßnahmen schlagen sich in der Kraftstoffrechnung des Wagens nieder: Zusätzliches Gewicht ist eine der Hauptursachen für erhöhten Verbrauch. Eine Zuladung von 100 Kilogramm führt zu einem Mehrverbrauch von durchschnittlich 0,2 bis 0,6 Liter auf 100 Kilometer. Da kommt bei einer langen Autoreise einiges zusammen.

Ähnlich wichtig wie das Gewicht ist die Frage, wo das Gepäck untergebracht wird. Ist der Laderaum voll, wird gern auf andere Staumöglichkeiten wie Dachgepäckträger zurückgegriffen. Im Hinblick auf den Verbrauch ist das aber alles andere als optimal: „Am besten lässt man den Dachgepäckträger im Keller“, sagt Almut Gaude, Sprecherin des Verkehrsclubs Deutschland VCD. „Die Aerodynamik des Wagens geht durch solche Träger komplett den Bach runter“ – und damit die Verbrauchswerte in die Höhe.

Nach Angaben des ADAC kann sich je nach Fahrweise durch Dachboxen oder -gepäckträger sowie Ski- oder Fahrradträger der Durchschnittsverbrauch um 10 bis 50 Prozent erhöhen. Was das in Zahlen bedeuten kann, erläutert Almut Gaude: „Werden drei Fahrräder auf dem Dach transportiert, kann sich bei Tempo 100 der Verbrauch um 4 Liter auf 100 Kilometer erhöhen.“ Und selbst ein unbeladener Skiträger führt zu einer Verbrauchssteigerung um etwa einen Liter.

Heißt: Wer auf das Fahrrad im Urlaub nicht verzichten kann, der wird sich mit Mehrverbrauch abfinden müssen. Allerdings lässt sich dieser in Grenzen halten: „Wenn Räder auf solchen Trägern transportiert werden, sollte man alles demontieren, was zusätzliche Angriffsfläche bietet“, rät Marion Steinbach von der Deutschen Verkehrswacht: Ohne Kindersitz, Packtasche und weiteres Zubehör bieten die Fahrräder dem Wind weniger Widerstand. Zudem wird durch die Demontage die Gefährdung anderer Verkehrsteilnehmer durch Teile verringert, die sich während der Fahrt lösen könnten.

Eine Alternative zum Dachtransport der Räder ist der Heckträger. „Grundsätzlich erhöht ein Dachträger den Verbrauch mehr als einer am Heck des Autos. Das kann aber von Auto zu Auto unterschiedlich sein“, sagt Sven Janssen, Sprecher des Automobilclubs von Deutschland AvD. Hinzu kommt: Alle Heckträger haben den Vorteil, dass der Fahrer sich um mögliche Hindernisse oberhalb des Wagens – zum Beispiel Bäume – keine Gedanken machen muss.

Eine weitere Möglichkeit sind Dachboxen, die in der Regel einen geringeren Mehrverbrauch als herkömmliche Träger bedeuten. Allerdings ist es nicht ratsam, den Großteil des Reisegepäcks dort zu verstauen: „Es ist nicht zu empfehlen, den Wagen zu sehr nach oben zu beladen“, sagt Marion Steinbach. Denn einerseits wächst durch die zusätzliche Höhe die Seitenwindempfindlichkeit. Außerdem ändert sich je nach Last das Fahrverhalten. Schwere Gegenstände gehören deshalb grundsätzlich möglichst weit nach unten, Leichtes kann weiter oben verstaut werden.

„Bei einem Kombi ist zu beachten, dass die schweren Gegenstände nahe an der Rücklehne platziert werden“, rät Steinbach. So besteht nicht die Gefahr, dass sie bei einer starken Bremsung nach vorne rutschen. Ohnehin kommt es auf ein sicheres Verstauen des Gepäcks an. „Die Gegenstände dürfen nicht lose im Auto herumliegen“, sagt Janssen.

Außerdem sollte der Reifenluftdruck unbedingt an das erhöhte Gewicht angepasst werden. Entsprechende Hinweise stehen in der Bedienungsanleitung und meist auch auf einem Aufkleber in der Tankklappe. Der angegebene Wert sollte mindestens eingehalten werden, darf aber auch etwas überschritten werden – das wird dann mit einer weiteren Verringerung des Verbrauchs belohnt.gms

Die Mehrfahrgelegenheit - Carsharing in Berlin


Carsharing gilt als Verkehrskonzept der Zukunft, in Berlin wächst das Angebot rasant. Die einen macht die neue Ich-Mobilität glücklich, andere reich, manche wütend. Begegnungen mit Pionieren und Kritikern - und eine Datenanalyse mit vielen interaktiven Grafiken.

Mehrfahrgelegenheit –
ein Projekt von MEHR BERLIN

0 Kommentare

Neuester Kommentar