AUF HELLER UND CENT : Was rechnet sich? Der Familien-Vergleich

Auf deutschen Straßen wird der Active-Hybrid 5, der im März startet, selten zu finden sein. Denn die neue Technik verkaufen die Münchner einerseits zu teuer. Und andererseits sind die Dieselmotoren von BMW einfach zu gut.

HYBRID 5 VS. 535i

Der Reihe nach: 62 900 Euro kostet der 340 PS starke Active-Hybrid 5. Daraus ergibt sich gegenüber seinem Genspender, dem 306 PS starken BMW 535i, ein Technikaufschlag von satten 12 000 Euro. Berücksichtigt man die bessere Ausstattung des Hybriden, bleibt noch immer ein realer Mehrpreis von 4500 Euro. Nehmen wir nun den theoretischen Minderverbrauch von 1,7 Litern pro 100 Kilometer (6,4 beim Hybrid zu 8,1 beim 535i), dann würde sich der Activ-Hybrid 5 beim heutigen Benzinpreis und immerhin

40 000 Kilometern jährlicher Fahrleistung erst nach fünf Jahren rechnen.

HYBRID 5 VS. 520d

Noch verrückter wird es, wenn man beim Fünfer Hybrid und Diesel vergleicht. Nehmen wir jenen vorzüglichen Spardiesel, den wir im Dezember gefahren sind: Der 184 PS starke 520d, der 21 950 Euro weniger kostet als der Activ-Hybrid 5, begnügte sich mit 5,1 Litern Diesel pro 100 Kilometer (siehe Tagesspiegel vom 7.Januar 2012). Mit dem Fünfer Hybrid kamen wir jetzt auf 8,7 Liter Super pro 100 Kilometer. Ergo: Der Hybrid würde sich bei ebenfalls 40 000 Kilometern jährlicher Fahrleistung selbst nach 16 Jahren intensiver Nutzung noch nicht rechnen! Entsprechende Überholungen der Technik sind da noch nicht einmal mit einkalkuliert.

UND GENERELL?

Und für Dienstwagenfahrer, die weit mehr als die Hälfte beim Fünfer ausmachen, kommt der Hybrid wegen seiner Spezifik ohnehin nicht in Frage: Auf der Autobahn verkehrt sich sein konstruktionsbedingter Stadtvorteil in einen deutlichen Verbrauchsnachteil, weil der Diesel auf langen Strecken einfach das effizientere Triebwerk ist. 2011 wurden in Deutschland laut Zulassungsstatistik gut 53000 Fünfer angemeldet. Nur 6000 davon hatten einen Benziner unter der Haube. rr

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