Auto : Auf Linie gebracht

Jetzt gibt es auch vom Laguna ein Coupé: Bei einer ersten Ausfahrt zeigte sich der Neuling gut in Form

Ingo von Dahlern

Ein Coupé von Renault? Seit knapp drei Jahrzehnten hat es ein solches Auto mit dem Rhombus nicht gegeben. Auch wenn man in den letzten zwei Jahrzehnten manch durchaus kühnes Design wagte – im Grunde sind Renaults vernünftige Autos. Doch nun versucht man neue Wege, präsentiert mit dem Laguna Coupé die dritte und zweifellos unvernünftigste Variante des selbst in der aktuellen Generation nicht gerade aufregenden Laguna. Aber dafür hat er einen unübersehbaren Pluspunkt. Denn er ist schlicht das schönste Auto, das Renault in der jüngsten Zeit auf die Räder gestellt hat.

Nur seine vorderste Front ist identisch mit Limousine und Grandtour. Denn bereits mit der stärker geneigten Frontscheibe beginnen die Unterschiede. Und dann folgt eine ausgesprochen dynamische Dachlinie, die zusammen mit den durch eine markante Lichtkante geprägten Flanken sehr harmonisch in einem hoch angesetzten Stummelheck endet, das unverkennbare Aston-Martin-Anklänge zeigt. Wie so oft bei Renault ist das eine polarisierende, aber durchaus gekonnte und überzeugende Lösung. Besondere Akzente setzen die eigenwilligen schmalen LED-Rückleuchten.

Der Preis, den man für diese elegante Optik zahlen muss, wird erkennbar, wenn man versucht, auf einem der beiden hinteren Sitze Platz zu nehmen. Denn auch wenn die Vordersitze sich weit nach vorn schieben lassen, muss man einigermaßen beweglich sein, um den Fond zu erreichen und später wieder zu verlassen. Gehört man der meist etwas größer gewachsenen, jüngeren Generation an (Zielgruppe!), lässt sich ein Dachkontakt kaum vermeiden. Kurzum, die hinteren Sitze sind trotz angemessener Kniefreiheit und ordentlicher Breite echte Coupé-Sitze und damit nicht ganz vollwertig.

So gesehen ist das 4,64 m lange Laguna Coupé wie die Mehrzahl seiner Konkurrenten ein Auto für zwei – das allerdings in einer auch innen durchaus attraktiven Form. Denn beim Interieur, das dem der Limousine entspricht, setzt Renault bereits bei der Dynamique-Ausstattung auf wichtige GT-Komponenten. Mit Sportlenkrad, Mittelkonsole im Alu-Look und Alu-Schaltknauf sowie hochwertigen und vor allem auch exzellent verarbeiteten Werkstoffen unterstreicht Renault den Anspruch, mit seinem neuen Mittelklasse-Modell zu den Besten der umkämpften Klasse aufschließen zu wollen.

Das gilt nicht nur für die Optik und die Verarbeitung, sondern auch die Technik unterm Blech und hier insbesondere für die Motoren. Einen besonderen Akzent setzen dabei neben zwei Vierzylinder-Benzinern und zwei Vierzylinder-Dieseln mit jeweils zwei Liter Hubraum die beiden Sechszylinder: ein 3,5-Liter-V6 mit 238 PS und ein 3,0-Liter-Turbodiesel mit 178 PS. Dieser Diesel, der bereits bei 1500 Umdrehungen in der Minute sein höchstes Drehmoment entwickelt, gibt sich als schnell antretender und auffällig leise arbeitender Sportler, der das Coupé in nur 7,3 Sekunden Tempo 100 erreichen lässt. Mit einem Durchschnittsverbrauch von 7,2 Litern je 100 Kilometer (192 Gramm CO2 je km) ist er gemessen an seinem Leistungspotenzial nicht zu durstig.

Mit einem 423 Liter fassenden Kofferraum empfiehlt sich das neue Coupé als souveräner und sportlicher Reisewagen für zwei; der Laderaum lässt sich mit wenigen Handgriffen durch Umlegen der geteilten Rückbank bequem vergrößern. Der Preis für das agilste Laguna-Coupé mit dem großen Diesel und der Sechsgang-Automatik liegt bei 41 900 Euro. Wem der durchaus flotte Zweiliter-Benziner reicht, kann die neue Linie mit dem Rhombus im Kühlergrill aber auch schon für 31000 Euro genießen. Ingo von Dahlern

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