Auto-Tuner : AMG plant die Emanzipation von Mercedes

Mercedes-Tuner kündigt eigenen Sportwagen an

Thomas Geiger (dpa)

AMG, Mercedes’ Tochter für die etwas schnelleren Momente, will in Zukunft den Fokus mehr auf Sparsamkeit legen und die Modellpalette erweitern. „Bis zum Jahr 2012 wollen wir den Verbrauch unserer Flotte basierend auf dem heutigen Wert um 30 Prozent senken“, kündigte AMG-Chef Volker Mornhinweg jetzt an.

Einen ersten Schritt habe AMG mit dem jetzt vorgestellten SL 65 Black Series gemacht, so Mornhinweg: Seine Leistung sei zwar um zehn Prozent auf 670 PS gestiegen, der Verbrauch unter anderem durch Gewichtseinsparung von 250 Kilogramm aber um 0,7 Liter gesunken. Die Karosserie des Wagens ist zum größten Teil aus Kohlefaser. Allerdings ist das Material zwar leicht, aber auch teuer und schwer zu verarbeiten – für die Großserie ist es daher noch keine Option.

Interessanter dürften daher die Einsparungen werden, die der AMG-Chef für das nächste neue Modell ankündigte: Die Neuauflage des E 63 AMG, die kurz nach dem Generationswechsel im Sommer 2009 auf den Markt kommen soll, werde beim Verbrauch neue Maßstäbe setzen. Für 2010 sei dann die Einführung eines neuen Achtzylinders mit Benzindirekteinspritzung sowie eine Start-Stopp-Automatik geplant. „Auch Diesel oder Hybrid sind für uns keine Tabus mehr“, so Mornhinweg. In vier oder fünf Jahren könne er sich deshalb ein AMG-Modell mit Hybridantrieb ebenso vorstellen wie ein Comeback des Selbstzünders, den es im Sportcoupé der C-Klasse als C30 CDI schon einmal gegeben hatte.

Parallel zur Verbrauchsminderung will man die Basis verbreitern. So kündigte der AMG-Chef für 2010 einen ersten eigenen Sportwagen an, der nicht direkt von einem Mercedes-Modell abgeleitet sein soll. Details zu dem Fahrzeug, Gerüchte sprechen von einem Flügeltürer, nannte er allerdings noch nicht.

Bei der Planung schaut AMG jedoch nicht nur auf die Spitze der Palette. „Gerade in der Klima- und Verbrauchsdiskussion haben wir auch über kleinere Modelle nachgedacht“, so Mornhinweg und schloss einen AMG unterhalb von C-Klasse und SLK nicht aus. Allerdings passten aktuelle A- und B-Klasse nicht zum Portfolio und kämen deshalb ebenso wenig infrage wie die R-Klasse, deren AMG-Variante deshalb ausgelaufen sei. „Aber sollte Mercedes in diesem Segment irgendwann andere Fahrzeuge anbieten, sind die für uns sicher eine Überlegung wert.“ Thomas Geiger (dpa)

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