Autobahnen : Volles Haus

Es wird immer schlimmer: Autobahn-Parkplätze sind mit Brummis überfüllt. Gerade in der Urlaubszeit drohen Unfälle, sagt der Verkehrssicherheitsrat.

Lastwagen sind für viele Autofahrer auf der Autobahn ein rotes Tuch. Sie sind nicht nur genervt von Lkw-Kolonnen und „Elefantenrennen“. Sie fürchten auch übermüdete Trucker, die mit ihren Brummis in Stauenden krachen. Leider sind solche Sorgen durchaus begründet, wie schwere Lkw-Unfälle immer wieder zeigen. Doch auch abseits der Fahrbahnen müssen Autofahrer mit Unfallrisiken durch Laster rechnen: Denn viele Raststätten entlang der Autobahnen in Deutschland sind inzwischen regelmäßig mit Brummis zugeparkt.

Ein Grund für die Misere ist, dass entlang der Autobahnen viele Lkw-Stellplätze fehlen – Schätzungen zufolge etwa 18 000. Um ihre gesetzlich vorgeschriebenen Ruhezeiten einzuhalten, stellen viele Brummifahrer ihr Gespann auf den überfüllten Rastanlagen notgedrungen auf Pkw-Stellplätzen, Fahrbahnen oder Zufahrten ab. In Zukunft wird die Lage wohl noch schlimmer werden: Eine Studie im Auftrag des Bundesverkehrsministeriums in Berlin geht bis zum Jahr 2050 von einer Verdoppelung der Güterverkehrsleistung von heute knapp 600 Milliarden auf mehr als 1200 Milliarden Tonnenkilometern aus.

Damit es während der Urlaubszeit, in der die Fernstraßen ohnehin mehr als voll sind, im „Laster-Labyrinth“ nicht zu bedrohlichen Situationen kommt, empfehlen Experten des Deutschen Verkehrssicherheitsrats (DVR) in Bonn und der Automobilclubs, auf Raststätten einige Verhaltenstipps zu beherzigen.

TEMPO DROSSELN

Auf überfüllten Rastanlagen stehen Laster häufig Stoßstange an Stoßstange auf den Fahrbahnen – mitunter bis auf die Zufahrt von der Autobahn. Daher empfiehlt es sich, bereits auf der Ausfahrt deutlich die Geschwindigkeit zu drosseln. Bei zu hohem Tempo werden die Hindernisse sonst zu spät erkannt – besonders wenn sie nachts nicht beleuchtet sind –, und es kommt zum Zusammenstoß.

AUF FUSSGÄNGER ACHTEN

Zwischen geparkten Lastwagen können auf Rastanlagen jederzeit plötzlich Fußgänger auf die Fahrbahn laufen – vor allem Kinder. Die Automobilclubs kritisieren schon seit langem, dass auf den meisten Anlagen sichere Fußwege und Zebrastreifen fehlen. Autofahrer müssen daher im gesamten Rastanlagenbereich besonders aufmerksam fahren und bremsbereit sein.

NUR PARKEN, WO ES VORGESEHEN IST

Für Pkw sind auf Rastanlagen in der Regel spezielle Stellflächen ausgewiesen. Um die Parkplatznot der Lkw-Fahrer nicht noch zu verschlimmern, sollten Autofahrer nur diese Bereiche ansteuern. Lkw-Parkplätze sind für Autos dagegen tabu. Sind alle Pkw-Parkplätze belegt, wird nicht „wild“ geparkt.

IN DEN RÜCKSPIEGEL GUCKEN

Vor dem Aussteigen aus dem Fahrzeug sollten sich Autofahrer durch Blicke in den Rückspiegel vergewissern, dass von hinten keine weiteren Fahrzeuge kommen. Insbesondere wenn Kinder mit an Bord sind gilt: Erst dann die Türen öffnen, wenn der Fahrer dazu grünes Licht gibt. Der Blick in den Spiegel empfiehlt sich auch beim Ausparken und Rangieren vor der Weiterfahrt.

KINDER AN DIE HAND NEHMEN

Rastanlagen sind für Kinder kein Platz zum Spielen und Toben. Zur Sicherheit nehmen Eltern ihren Nachwuchs daher auf dem Weg vom Auto zur Raststätte besser den ganzen Weg an die Hand. Ohne Bedenken spielen können Kinder dagegen auf dafür vorgesehenen, abgegrenzten Spielflächen.

EINBAHNSTRASSEN BEACHTEN:

Auch bei der Weiterfahrt nach der Rast ist Aufmerksamkeit geboten. So gilt auf Rastanlagen die Einbahnstraßenregelung: Autofahrer müssen sich Richtung Ausfahrt auf die Autobahn halten. Von der Raststätte noch einmal zurück zur Tankstelle zu fahren, ist in der Regel nicht möglich. dpa

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