Automesse Leipzig : Wer fährt schon nach Genf?

Die meisten neuen Modelle kennt man von Fotos – auf der Automesse in Leipzig (ab 5. April) stehen sie nun.

Ingo von Dahlern

Was der Autofrühling an Neuheiten bietet, erfahren deutsche Autofahrer seit vielen Jahren in zwei Etappen. Etappe eins ist der Genfer Salon Anfang März. Aber Genf ist weit weg – und findet deshalb für die meisten nur in den Medien statt. Doch schon einen Monat später lockt als Etappe zwei Leipzig mit den meisten der Genfer Neuheiten zum Anfassen, Probesitzen und Probefahren. Die Auto Mobil International, deren Kürzel AMI längst zum Markenzeichen für Deutschlands wichtigste Frühjahrsschau geworden ist, findet in diesem Jahr vom 5. bis zum 13. April statt. Und was die Messe Leipzig in diesen neun Tagen jeweils von 9 bis 18 Uhr bietet, ist für deutsche Autofans ein wahres Feuerwerk der Neuheiten.

Die 50 auf der AMI 2008 vertretenen Automarken zeigen rund 100 Modellpremieren. Das sind zwar bis auf die A- und B-Klasse von Mercedes-Benz und den neuen Ford Focus für den Autogasbetrieb keine Weltpremieren wie in Genf. Doch für die meisten der neuen Modelle ist es der erste Auftritt in Deutschland: Das 1er Cabrio von BMW, dessen Konkurrent Audi A3, die neuen Ford Fiesta und Kuga, Lancia Delta, Renault Koleos, Skoda Superb, Dacia Sandero und die Neuen von Volkswagen, der Scirocco und das Coupé vom Passat.

Für rund ein Viertel der Premieren gibt es in Leipzig ein besonders attraktives Angebot. Denn 27 Aussteller stellen ihre neuesten Aushängeschilder für Probefahrten bereit – und die erlauben angesichts der Lage der Messe Leipzig einen attraktiven Fahr-Mix aus Stadtverkehr, Landstraßenfahrten und flotten Autobahnkilometern. Im letzten Jahr nutzten rund 21000 Besucher die Chance, sich so einen umfassenden ersten Eindruck von neuen Modellen zu verschaffen. Inzwischen zur guten AMI-Tradition ist die „Spritsparstunde“ geworden. Dieses Mal bieten 23 Marken die Gelegenheit, den besonders ökonomischen Umgang mit dem immer teureren Kraftstoff zu erlernen. Einen Hauch von Abenteuer erlebt man auf dem Offroad-Parcours. Und wer noch nie elegant um eine Kurve gedriftet ist, kann das auf dem Honda Racing Slalom nachholen. Eine Herausforderung ganz besonderer Art bietet die erstmals veranstaltete Skoda Team Challenge. Hier müssen vier Autofahrer, von denen einer lenkt, einer schaltet, einer Gas gibt und einer bremst, das Fahrzeug gemeinsam ins Ziel bringen.

Inhaltlich setzen die Veranstalter einen Schwerpunkt auf die Themen Individualisierung und Veredelung. So zeigen viele Hersteller Sondermodelle, Sonderausstattungen und vielfältiges Zubehör, mit dem man seinem Auto einen eigenen Charakter geben kann. Im Fokus stehen zudem alternative Antriebe und Kraftstoffe wie Hybrid und Bioethanol; auch die (bereits heute problemlos verfügbaren und besonders preiswerten) Sprit-Alternativen Erdgas/CNG und Autogas/LPG. Und in einer kleinen Sonderschau präsentieren sich im Zweiten Weltkrieg und den ersten Friedensjahren eingesetzte Fahrzeuge mit Holzgasanlage, die statt Sprit Brennholz tankten.

Was die Prominenz aus Politik, Wirtschaft, Kunst und Kultur aus einem guten Jahrhundert fuhr und fährt, zeigt die große Sonderschau mit zwei Dutzend „Autos der Promis“ in der lichtdurchfluteten Glashalle der Messe Leipzig. Das Spektrum reicht von einem 1912 gebauten Mercedes vom bulgarischen Königshof über die Dienstwagen von Helmut Kohl, Papst Paul VI., Giscard d'Estaing und Erich Honecker. Zu sehen sind auch der Cadillac Fleetwood Commerce, mit dem Marlene Dietrich, Hildegard Knef, Horst Buchholz und Günter Pfitzmann ihre allerletzte Fahrt unternahmen; die Isetta von Prinz Leopold von Bayern, der Käfer von Jürgen Klinsman, der GMC Pickup von Tim Mälzer und der Alfa von Claus Theo Gärtner alias Matula. Spezielle Aktionstage bietet die AMI für Fahrlehrer, Fahrschüler und Fahranfänger am 6. April, für Taxifahrer am 8. April und für Berufseinsteiger am 9. April. Wer sich für die vielen modernen Berufe rund ums Auto interessiert, kann sich zudem in der Sonderschau „Autoberufe - Chancen für Könner“ informieren.

Für die Berliner liegt die AMI 2008 vor der Haustür. Die Messe ist nicht nur schnell mit dem Auto, sondern auch bequem mit Bus und Bahn zu erreichen. Die Firma BVB bietet einen täglichen Messe-Shuttle für 36,- Euro inkl. Eintritt an (Reservierung erforderlich unter 030/68389161 an. Wer selbst nach Leipzig anreist, zahlt 10,50 Euro Eintritt für die Tageskarte und 9,50 Euro für das Autofahrer-Sparticket im Vorverkauf.derat.

Alles über die Autoschau im Netz: www.ami-leipzig.de

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