Citroën C4 Cactus : Hurra, die Ente ist zurück

Da wächst was heran, wie sich in Genf zeigt. Citroën macht Ernst mit dem C4 Cactus. Das Modell wird im Herbst tatsächlich auf den Markt kommen. Auf dem Autosalon zeigt sich, welch pfiffige Ideen da wirklich drinstecken. Der könnte eine französische Revolution werden.

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Citroën C4 Cactus: Kann die Studie, die im Herbst Realität werden soll, eine französische Revolution anzetteln?
Citroën C4 Cactus: Kann die Studie, die im Herbst Realität werden soll, eine französische Revolution anzetteln?Foto: Hersteller

Die Geschichte kennt einige Autos, die erst belächelt wurden, dann aber Kultstatus errangen. Einfach, weil sie aus der Zeit fielen, weil sie irgendwie ihrer Zeit voraus waren. Die inzwischen legendäre Ente, der Citroën 2 CV, war solch ein Auto. Kompromisslos anders, kompromisslos einfach, unschlagbar günstig. Reduziert auf das Nötigste zum Fahren, deshalb leicht und sparsam. Von 1949 bis 1990 wurden 3 868 631 dieser Enten gebaut. Bis heute gibt es unzählige Enten-Fanclubs, welche dieses in den Jahren zum Kultobjekt gereifte Verzichtsmobil noch immer hegen und pflegen.

Nun ist wieder solch ein Moment gekommen, denn die Franzosen zeigen auf dem 2014er Genfer Automobilsalon die Serienversion eines Autos, das die Wiedergeburt der Ente in einer modernen Version darstellen könnte. Der Citroën C4 Cactus – und da lehnen wir uns mal ganz forsch ganz weit aus dem Fenster – zählt zu den wichtigsten Exponaten dieser Messe. Denn dieser Franzose interpretiert das Auto in gewisser Weise neu: reduziert auf das Wesentliche, dabei raffiniert im Einfachen und überraschend in ungewöhnlichen Lösungen.

Citroën C4 Cactus hat außen Airbags

Außen klare und glatte Flächen, keine in Blech gepresste Schwülstigkeit wie bei neueren Mercedes-Modellen, die auf vordergründigen Blickfang aus sind. Für den Blickfang beim Citroën C4 Cactus sind die rundum integrierten Schutzpolster namens Airbumps zuständig. Die bestehen aus nachgiebigem Thermo Plastic Urethan, sind in vier Farben (braun, weiß, schwarz und grau) erhältlich und sollen acht Jahre halten und kostengünstig ausgewechselt werden können. Also Schluss mit teuren Parkremplern! Heute, wo lackierte Außenspiegel und Türgriffe die Regel sind, ist diese Idee alleine schon eine Sensation.

Klar und funktional: Im Innenraum verzichtet Citroën auf Spielereien.
Klar und funktional: Im Innenraum verzichtet Citroën auf Spielereien.Foto: Hersteller

Der Citroën C4 Cactus passt in unsere Zeit, ist gut zehn Zentimeter kürzer als ein VW Golf, sechs Zentimeter schmaler und vier Zentimeter flacher als dieser. Dennoch bietet er überraschend viel Platz – und bei einer ersten Sitzprobe ein völlig neues Raumgefühl. Man steigt bequem ein und auch wieder aus, denn die sehr breiten Sitze gleichen eher Couchsesseln. Aber nicht weich, sondern straff. Die Franzosen haben gelernt.

Drei Tasten für die Fortbewegung

Man fühlt sich sofort wohl und staunt, wie viel Neuartiges das kompakte Auto bietet. Das Armaturenbrett fällt schön flach aus, weil die bei anderen Autos vorhandenen vielen Knöpfe und Schalter hier rausgeflogen sind. Für die Bedienung sorgt ein Siebenzoll-Touchscreen. Und ein weiterer digitaler Bildschirm ersetzt das herkömmliche Kombiinstrument. Alles übrigens serienmäßig.

Reduziert auf das Nötigste wurde auch der sonst übliche Gangwählhebel, den hier drei Tasten ersetzen: D, N R. Das reicht und klappt. Weil der Beifahrerairbag in den vorderen Dachhimmel gewandert ist, gibt es im flachen Armaturenträger ein sehr großes Handschuhfach. Die verwendeten Materialien machen einen ordentlichen Eindruck; alles im Innenraum wirkt so reduziert wie gutes dänisches Design. Nicht ärmlich. Unaufgeregt. Edel. Man schaut gern hin. Der Siebenzoll-Bildschirm lässt sich über einen 3-G-Stick mit dem Internet verbinden. So kann das Auto den Fahrer zur nächsten günstigen Tankstelle führen, ein Hotel oder Restaurant in der Nähe suchen. Ohne Stress.

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