Vorschau auf den Genfer Autosalon : Klein, stark oder besonders schön

Facelifts für Dauerbrenner, PS-Upgrades für Kleinwagen und neue Aushängeschilder - Autobauer wie Audi, Mercedes oder BMW werden beim Genfer Autosalon die größten Publikumsmagneten sein. Die wichtigsten Neuheiten im Überblick.

220 PS - der Audi S1 lässt als Sportversion des dezenten Kompakten alle Tempohemmungen fallen.
220 PS - der Audi S1 lässt als Sportversion des dezenten Kompakten alle Tempohemmungen fallen.Foto: Promo

Der Genfer Autosalon ist so etwas wie die Fashion Week für die Automobilbranche. Große Premieren, Genuss für die Augen und die Sinne - schon fast traditionell zeigen die Autobauer große Kunst in Genf. Auch in diesem Jahr wird die Show wieder richtungsweisende Neuheiten zu bieten haben. Die Messe läuft vom 6. bis zum 16. März - und auf der für den europäischen Markt besonders wichtigen Messe stellen die Autobauer ihr Tafelsilber aus. Von Mercedes über Audi bis hin zu BMW, von Renault zu Opel - der "Salon" ist Schauplatz vieler Premieren. Ein Blick auf die wichtigsten Präsentationen.

Audi: Ein dezentes Facelift wird dem A1 gegönnt - der Kleinste in der Modellreihe der Bayern soll so an die Zahlen von 2013 mindestens anknüpfen: 27 267 Mal bedeuteten Platz sieben im Segment. Mit dem S1 bekommt der neue Kompakte seine Sport-Version - mit satten 220 PS, die im für den Stadtverkehr konzipierten Kleinwagen aber eher selten volle Entfaltung finden dürften. Für den Sommer stellen die Ingolstädter das S3 Cabrio bereit. Mit Spannung erwartet wird dazu der erste Auftritt des neuen TT - technische Finessen wie das "virtuelle Cockpit", das in der nun 3.Generation des Sportlers zum Einsatz kommt, erstaunten bereits auf der CES in Las Vegas.

Die großen Vier hängen alle ab
Der VW Golf als Verkaufsschlager - statt Leser-Votings braucht es da nur einen Blick auf die Neuzulassungsstatistik des Kraftfahrt-Bundesamtes 2013, um zu erkennen: Der Wolfsburger war auch im letzten Jahr Liebling der deutschen Autokäufer, führte die Statistik mit 244 249 Verkäufen segmentübergreifend mit weitem Abstand an. Auch auf den folgenden Plätzen landen erwartungsgemäß die großen Hersteller.Weitere Bilder anzeigen
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04.02.2014 14:18Der VW Golf als Verkaufsschlager - statt Leser-Votings braucht es da nur einen Blick auf die Neuzulassungsstatistik des...
Neues Mercedes-Aushängeschild: Das S-Klasse Coupé.
Neues Mercedes-Aushängeschild: Das S-Klasse Coupé.Foto: Promo

Mercedes: Die Stuttgarter zeigen das neue S-Klasse Coupé. Der Zweisitzer soll das neue Aushängeschild des Sterns werden - mit 455 PS. Mit der überarbeiteten V-Klasse wird die Modellreihe um einen neuen Luxusvan erweitert, der so gar nichts mehr vom Nutzfahrzeugfeeling der Vorgänger hat. So will Mercedes gegen den Platzhirsch, den VW T5, mehr als nur eine Alternative in Stellung bringen. Auch die T-Version der C-Klasse, der lange erwartete Kombi mit dem Stern in der Mittelklasse, wird zu sehen sein.

Dezentes Facelift: Beim neuen VW Scirocco liegen die wesentlichen Neuerungen unter der Haube.
Dezentes Facelift: Beim neuen VW Scirocco liegen die wesentlichen Neuerungen unter der Haube.Foto: Promo

VW: Der zweitgrößte Autohersteller der Welt hält sich in Genf zurück. Aus Wolfsburg wird eine Modellauffrischung des Scirocco präsentiert, auch der Polo feiert in Genf seinen ersten großen Auftritt. Bei beiden Modellen hat Volkswagen optisch nur dezent retuschiert, technisch aber das Jahr 2014 eingeläutet. So soll der Scirocco künftig um 19 Prozent sparsamer werden als die Vorgängerversion, trotz neuer kräftigerer Motoren von 125 bis zu 280 PS.

Kugelrund: Renaults Twingo teilt sich die Plattform mit Smart.
Kugelrund: Renaults Twingo teilt sich die Plattform mit Smart.Foto: dpa

Renault: Der neue Twingo wird mit Spannung erwartet - der Kleinwagen feierte im letzten Jahr seinen 20. Geburtstag und hat nicht nur nach Meinung vieler Fans längst ein Facelift nötig gehabt. Die 2014er Version überrascht mit kugelrunden Formen, die fast schon an den Fiat 500 erinnern - und die nicht von irgendwoher kommen: Renault teilt sich die Plattform künftig mit dem Smart von Mercedes. Auch im Preis ähneln sich die Wagen: Für den neuen Twingo als Dreiliter-Benziner ist ein Preis um 10 000 Euro geplant.

Rarität: Der neue McLaren 650S wird eher selten im Alltagsverkehr zu sehen sein - ein Hingucker ist er trotzdem.
Rarität: Der neue McLaren 650S wird eher selten im Alltagsverkehr zu sehen sein - ein Hingucker ist er trotzdem.Foto: dpa

McLaren: Noch ein Zweisitzer der Briten - der 650S ist innen wie außen kein Leisetreter: Die für die Briten typischen Flügeltüren, neue Spoiler, LED-Scheinwerfer, 650 PS, in 3,0 Sekunden auf 100 Stundenkilometer - der neue Supersportler wird unter dem Topmodell P1 angesiedelt und wird im täglichen Straßenverkehr wohl eher selten zu sehen sein.

Gemacht für "junge Familien": Der BMW 2er Active Touring wurde schon 2012 als Konzept vorgestellt.
Gemacht für "junge Familien": Der BMW 2er Active Touring wurde schon 2012 als Konzept vorgestellt.Foto: Promo

BMW: Nach fast zwei Jahren Entwicklungszeit präsentieren die Münchener den 2er Active Tourer, der schon 2012 als Konzept vorgestellt wurde. Die nun fertige Version, fast schon eine Mischung aus Kleinwagen und Minivan, soll laut BMW "junge Familien" ansprechen. Der BMW X3 bekommt ein leichtes Facelift, dazu neue Motorisierungen, optimierter Verbrauch und Euro-6-Norm - im abgelaufenen Jahr war der X3 der Verkaufshit unter den BMW-SUVs. Der X3 sDrive 18d startet nun bei 150 PS, im X3 xDrive 20d sind es gar 190 PS. Dazu wird außerdem der große Bruder X4 enthüllt, der die Lücke zum dicken Geländewagen X5 schließen soll. Das sportliche 4er Gran Coupé erweitert die Baureihe des Mittelklassewagens.

Für die Outdoor-Sonne: Der Opel Adam Rocks mit Offroad-Rüstung und Falt-Schiebedach.
Für die Outdoor-Sonne: Der Opel Adam Rocks mit Offroad-Rüstung und Falt-Schiebedach.Foto: dpa

Opel: Kleinwagen im Outdoor-Look - der Opel Adam Rocks stieß schon im vergangenen Jahr als Studie auf großes Publikumsinteresse und wird nun mit der Serienreife belohnt. Die Quasi-Geländeversion des Kleinwagens ist mit Falt-Schiebedach, 15 Millimeter höherer Karosserie und vielen Chrom- und Silber-Applikationen wie auch die anderen Modelle aus Rüsselsheim deutlich an junge Käufer gerichtet.

Nachfolger: Peugeots neuer 108 löst den 107 ab und bietet ungewohnt wuchtige Formen.
Nachfolger: Peugeots neuer 108 löst den 107 ab und bietet ungewohnt wuchtige Formen.Foto: dpa

Peugeot: Die Franzosen präsentieren ihre Version der Zusammenarbeit mit Toyota und Citroën, aus der auch der neue Aygo und der C1 hervorgehen: Der 108 ist das Nachfolgemodell des 107 - 4 Zentimeter länger, kräftiger, sportlicher im Auftritt mit Frontschürze und Nebelscheinwerfern. Als Drei- oder Fünftürer wird der Stadtwagen in die Autohäuser kommen und dazu noch viele Individualisierungsmöglichkeiten bieten. Die 308er Modelle werden dazu um den 308 SW erweitert, der auf dem Kombi-Markt mit dem VW Golf Variant konkurrieren soll.

Airbumps: Die Aufpralldämpfer am Citroen C4 Cactus sind gewöhnungsbedürftig.
Airbumps: Die Aufpralldämpfer am Citroen C4 Cactus sind gewöhnungsbedürftig.Foto: dpa

Citroën: Airbumps - der Hingucker beim neuen C4 Cactus. Das Crossover-Modell ist an Türen, Front und Heck mit Aufpralldämpfern ausgestattet, die wahlweise als optisch reizvolles Accessoire oder als Stilbruch gesehen werden können. Genauso unkonventionell geht es innen weiter: Eine durchgängige Sitzbank vorne, das Panorama-Schiebedach und die neue Technik wirken frisch und sorgen für weniger Diskussionsstoff als die Airbumps.

Octavia Scout: Skoda hat seinen Mittelklasse-Bestseller fürs Gelände gerüstet.
Octavia Scout: Skoda hat seinen Mittelklasse-Bestseller fürs Gelände gerüstet.Foto: dpa

Skoda: Bei der VW-Tochter dreht sich alles um den Octavia, der mit dem Scout nicht nur eine Offroad-Version bekommt, sondern auch noch eine Coupé-Version und den mit Erdgas angetriebenen Octavia G-Tec. So ist das Mittelklasse-Modell der Tschechen längst mehr als nur die günstige Alternative zum VW Golf. (ded)

Die Mehrfahrgelegenheit - Carsharing in Berlin


Carsharing gilt als Verkehrskonzept der Zukunft, in Berlin wächst das Angebot rasant. Die einen macht die neue Ich-Mobilität glücklich, andere reich, manche wütend. Begegnungen mit Pionieren und Kritikern - und eine Datenanalyse mit vielen interaktiven Grafiken.

Mehrfahrgelegenheit –
ein Projekt von MEHR BERLIN

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