Autosalon in Genf beginnt : Das kann sich sehen lassen

Mit dem Genfer Salon beginnt das Autojahr in Europa erst richtig. Bei der diesjährigen Frühjahrsschau gibt es rund 140 Premieren in allen Klassen. Neben den in Genf traditionell stark vertretenen Luxusmodellen haben in diesem Jahr auch die weniger exklusiven Klassen viel zu bieten.

Toyota baut mit dem Yaris sein Hybridprogramm weiter aus.
Toyota baut mit dem Yaris sein Hybridprogramm weiter aus.Foto: Hersteller

In den kleinen Klassen legt VW nach und präsentiert den jüngst vorgestellten Cityflitzer Up nun auch als Fünftürer. Die zwei zusätzlichen Portale sorgen für besseren Zugang in den Fond und sollen außer Singles auch Zweitwagenkäufer mit Familie locken. Flankiert wird der VW von seinen nun ebenfalls auch fünftürigen Schwestermodellen Skoda Citigo und Seat Mii.

Eine Klasse höher tritt der Peugeot 208 die Nachfolge des 207 an; bei geschrumpften Abmessungen will der Kleinwagen deutlich mehr Platz bieten als sein Vorgänger – und auch spürbar weniger verbrauchen. Dem gleichen Ziel verschreibt sich Toyota mit der Hybridvariante des Yaris, die dank Elektromotor-Unterstützung mit knapp dreieinhalb Litern Benzin auskommen soll. An anderer Stelle spart Mini: Die Lifestyle-Marke streicht ihrem Kombi Clubman die hintere Sitzbank, baut ein Gepäcknetz und abgedunkelte Scheiben ein und erschafft so einen kleinen Lieferwagen namens Clubvan. Das mittlerweile siebte Modell der BMW-Tochter ist offiziell noch eine Studie, soll aber noch im laufenden Jahr in Serie gehen.

Audi A3 als Vorgeschmack auf den neuen Golf

Ganz so flott wie die Studie wird die neue A-Klasse nicht werden. Doch das Rentnerimage will der Benz hinter sich lassen.
Ganz so flott wie die Studie wird die neue A-Klasse nicht werden. Doch das Rentnerimage will der Benz hinter sich lassen.Foto: Hersteller

Besonders im Fokus steht in diesem Jahr die Kompaktklasse. Noch bevor der neue VW Golf Ende des Jahres vorgestellt wird, zeigt sich auf der Frühjahrsmesse bereits der technisch weitgehend identische Audi A3. Während die Edel-Tochter aus Ingolstadt sein Kompaktmodell eher evolutionär weiterentwickelt und ihm verfeinerte Optik sowie ein neues Infotainment-System und sparsamere Motoren verpasst, steht bei Wettbewerber Mercedes eine kleine Revolution an. Die A-Klasse streift das van-artige Hochdachkonzept ihres Vorgängers ab und will mit sportlicheren Linien und entsprechendem Fahrverhalten endlich auch jüngere Kunden locken. Und auch unterhalb des Premium-Niveaus wird in Genf aufgerüstet. Hyundai nimmt mit der zweiten Generation des i30 den Golf hinsichtlich Qualität und Ambiente noch stärker ins Visier als bislang, Schwestermarke Kia hat mit ihrem technisch weitgehend identischen Ceed gleiches vor. Auch Renault nimmt mit dem frisch gelifteten Mégane einen neuen Anlauf. Wolfsburg bleibt gelassen und besinnt sich auf seine stärkere Variantenvielfalt: Messepremiere feiert das Golf GTI Cabrio, die schnelle Top-Version des Stoffdachmodells.

In der Mittelklasse ist die Dienstwagen-Biederkeit passé. Sowohl der erstmals in Europa gezeigte Ford Mondeo als auch sein Konkurrent Mazda 6, der als seriennahe Studie namens Takeri zu sehen ist, setzen auf dynamische Formen und aggressive Kühlergrill-Gesichter. Auch technisch zeigen beide neue Seiten; Ford bietet künftig einen Hybridantrieb an, Mazda setzt auf stark optimierte konventionelle Antriebe. Auch in der gehobenen Mittelklasse tut sich etwas. Jaguar stellt mit dem XF Sportback wieder einen Kombi auf die Beine, der auch in einer Allradversion angeboten wird.

Dacia zeigt ersten Van

Klein, aber besonders: Der Fiat 500 als Van, Seats Mii als Bruder des VW up! und ein neuer Mini als Lieferwagen. (v.li.). Fotos: promo/sppr
Klein, aber besonders: Der Fiat 500 als Van, Seats Mii als Bruder des VW up! und ein neuer Mini als Lieferwagen. (v.li.). Fotos:...

BMW zeigt erstmals die Fahrzeuge seiner neuen Sub-Marke „M Performance“: Die bärenstarke Varianten von 5er, X5 und X6 erhalten den weltweit ersten Tri-Turbodiesel (280 kW/381 PS) und sollen sich zwischen den Standardmodellen der Münchner und den kompromisslos sportlichen M-Fahrzeugen ansiedeln. Ohne die neue Motorentechnik muss vorerst das BMW 6er Gran Coupé auskommen, eine viertürige Limousine mit besonders dynamischer Linienführung und familienfreundlichem Platzangebot, die gegen Mercedes CLS und Audi A7 antritt.

Wer Kinder oder einen erhöhten Platzbedarf hat, dürfte sich über zahlreiche neue Vans und SUV freuen. Billiger als beim Dacia Lodgy ist Innenraumvolumen dabei nicht zu haben. Der kleine Van auf Basis des Low-Budget-Autos Logan dürfte knapp 10.000 Euro kosten – so viel wie bei anderen Marken ein enger Kleinstwagen.

Fiat 500 Langversion und Mokka von Opel kommen

Nicht ganz so günstig dürfte der neue Ford B-Max werden. Der Kölner Mini-Van auf Fiesta-Basis verzichtet auf die B-Säule und setzt auf sparsame Dreizylinder. Auch aus Italien kommt Familienzuwachs in Form des Fiat 500L, einer verlängerten und höher gebauten Variante des Retro-Kleinstwagens.

Rückbank raus, Ladenetz rein und schon wird aus dem Clubman ein Clubvan. Die sechste Variante des Mini soll im kommenden Jahr Realität werden.
Rückbank raus, Ladenetz rein und schon wird aus dem Clubman ein Clubvan. Die sechste Variante des Mini soll im kommenden Jahr...Foto: Hersteller

Wer auf Offroad-Optik steht, findet im Opel Mokka eine Alternative zum biederen Van. Das Mini-SUV auf Corsa-Basis kostet etwas mehr, bietet auf Wunsch aber sogar Allradantrieb. Eine Klasse höher tritt der Peugeot 4008 an, das erste Kompakt-SUV der Franzosen ist wie sein Konzernbruder Citroen Aircross eng mit dem Mitsubishi ASX verwandt, setzt aber auf mehr Luxus bei Ausstattung und Antrieb. Einen Ausblick auf einen der künftig härtesten Konkurrenten gibt Ford mit dem Kuga, der aber erst 2013 auf den Markt kommt. Honda hat die neue Generation des CR-V als seriennahe Studie im Gepäck, der nun ein wenig kantiger daherkommt und immer Allradantrieb an Bord hat. In einer ähnlichen Liga startet der neue Mitsubishi Outlander, der künftig auch einen Plug-in-Hybridantrieb erhalten soll.

Neue Volkssportler und der Boxster für das Establishment

Auch die Sportwagenfans sollen in Genf nicht zu kurz kommen. Opel setzt mit dem 206 kW/280 PS starken Astra OPC an, Golf GTI und Scirocco R in Sachen Leistung zu überholen, Peugeot gibt eine Klasse tiefer mit einer seriennahen Studie des 208 GTi mit rund 200 PS Gas. Noch dynamischer geht es bei Porsche zu, wo die neue Generation des Boxster Premiere feiert. Bis zu 232 kW/315 PS entwickeln die Sechszylinder-Boxermotoren, der Verbrauch soll auf acht Liter gedrückt worden sein. Eine Klasse höher wetteifern BMW und Mercedes um den Leistungsthron für offene Sportwagen. Bis zu 415 kW/564 PS entwickeln die acht Zylinder des neuen Mercedes SL 63 AMG, Konkurrent BMW M6 – außer als Cabrio auch als Coupé zu sehen – bleibt mit 412 kW/560 PS nur knapp darunter.

Im Vergleich mit dem Bugatti Veyron Grand Sport Vitesse können die Boliden trotzdem nicht mithalten. Der offene Supersportwagen kommt in seiner neuesten Variante auf 882 kW/1200 PS. Mit rund zwei Millionen Euro ist der Aristokrat unter den Roadstern aber auch fast 10 Mal so teuer wie die beiden bürgerlichen Sportwagen zusammengenommen. (sppr)

Mehr als 100 neue Autos für 2012
In der Autobranche haben die Korken letztes Jahr besonders laut geknallt. Ein Rekordjahr ging für die Branche zu Ende. Zweistellige Zuwächse beim Absatz aller großen Hersteller, das versetzt die Branche in Verzückung. Allerdings ist höchste Vorsicht geboten, denn die Aussichten für dieses Jahr sind eher düster.Weitere Bilder anzeigen
1 von 123Foto: dpa
06.01.2012 09:31In der Autobranche haben die Korken letztes Jahr besonders laut geknallt. Ein Rekordjahr ging für die Branche zu Ende....

Die Mehrfahrgelegenheit - Carsharing in Berlin


Carsharing gilt als Verkehrskonzept der Zukunft, in Berlin wächst das Angebot rasant. Die einen macht die neue Ich-Mobilität glücklich, andere reich, manche wütend. Begegnungen mit Pionieren und Kritikern - und eine Datenanalyse mit vielen interaktiven Grafiken.

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