Neuer Renault Espace : Schicker muss nicht besser sein

Heimspiel auf dem Pariser Autosalon: Renault präsentiert zum 30. Geburtstag eine neue Version des Espace – doch die 2014er Ausgabe hat nur wenig gemeinsam mit dem geräumigen Transporter von einst.

David-Emanuel Digili
Neue Ausrichtung: Wo beim Renault Twingo klein und schnuckelig auch klein und schnuckelig blieb, soll der Renault Espace 2014 weit mehr sein als bloßer Transporter für den Anhang.
Neue Ausrichtung: Wo beim Renault Twingo klein und schnuckelig auch klein und schnuckelig blieb, soll der Renault Espace 2014 weit...Foto: Reuters

Familienausflugskutsche mit viel Platz – das war das Erfolgsrezept, das den Renault Espace berühmt gemacht hat. Der erste europäische Großraumvan, so mischte der familienfreundliche Franzose den Markt den Markt auf. Damit hat Renault jetzt gebrochen. Auf dem Pariser Autosalon zeigten die Franzosen eine Mischung aus SUV und Van.

Weniger Platz, mehr Schick ist die Devise für den neue Renault Espace. Die Neuauflage des Klassikers ist ein Beleg für den Niedergang des Van-Segments, der sich auch auf dem Pariser Autosalon ablesen lässt. Große Vans sind eine Seltenheit geworden. In den letzten Jahren setzte der Trend zu SUVs den Großraumlimousinen kräftig zu. Entweder Kleinwagen oder SUV. Die klassischen Segmente leiden.

Mehr als bloß ein Transporter

Dabei soll der Renault Espace 2014 weit mehr sein als bloßer Transporter. Zwölf Jahre musste auf die nächste Version gewartet werden. Jetzt macht der Renault Espace den Schritt weg vom bloßen Familiensonntagsausflugsimage und weg von der gewohnten Kastenform hin zum schlanken, schicken Hybriden aus Van, SUV und irgendwie auch Limousine.

Nicht ohne Preis: Deutlich flacher sind die Abmessungen, deutlich schlanker bemessen ist der Innenraum, der mit seinem neuartigen modularen Sitzsystem weiterhin genug Platz für wahlweise fünf oder sieben Personen bieten soll – das hintere Gestühl lässt sich im Fahrzeugboden versenken. Die Passagiere müssen sich dann eben mit weniger Himmel begnügen. Auch muss auf den einen oder anderen Koffer verzichtet werden, bei nur noch 2040 statt 3000 Litern Ladevolumen. C’est la vie.

Der Renault Espace 2014 macht einen großen Schritt weg von der gewohnten Kastenform hin zum schlanken, schicken Hybriden aus Van, SUV und irgendwie auch Limousine.
Der Renault Espace 2014 macht einen großen Schritt weg von der gewohnten Kastenform hin zum schlanken, schicken Hybriden aus Van,...Foto: dpa

Nur noch knapp 1300 verkaufte Exemplare 2013

Dass der Ford S-Max mit seinen wuchtigen Formen und seiner Kompaktheit als Vorlage diente, will der Renault Espace gar nicht erst leugnen. Die Türen sind nun aus Aluminium, weitere Teile der Karosserie aus Kunststoff, um Gewicht zu sparen – gleich 250 Kilogramm leichter ist der Espace nun, mit vielen Spielereien wie einem Glasdach, das sich bei Sonneneinstrahlung automatisch verdunkelt (gleichzeitig aber soll die riesige Frontscheibe für einen immerhellen Innenraum sorgen), oder dem großen Touchscreen in der Mittelkonsole.

Trendig zwar, aber doch weit, weit weg vom Grundgedanken des Ur-Espace. Eher ein Versuch, mit der Marktpremiere im Frühjahr 2015 die stetig sinkenden Verkaufszahlen des einstigen Stars zu stärken – 2013 wurden in Deutschland nur noch knapp 1300 Exemplare des aktuell um 35 000 Euro teuren Vans verkauft. Immerhin erinnern noch die mit dem Vorgänger identischen 4,85 Meter Länge und die Renault-Raute im Kühlergrill an einst glorreiche Tage. Schicker muss eben nicht immer besser sein. Auch nicht zum Geburtstag.

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