Autotüren : Von hinten, nach oben oder einfach quer

Innovationen im Autobau. Die Türen hat man bei diesem Stichwort eher weniger im Blick – denn die Einstiegsluken wirken eigentlich ausentwickelt. Doch anscheinend denken viele Fahrzeughersteller über neue Türkonzepte nach.

Thomas Geiger (dpa)

Das ist zumindest der Eindruck, den man beim Blick auf Showcars und Studien bekommen kann, wie sie noch bis zum morgigen Sonntag auf dem Genfer Autosalon vorgestellt werden. Kommt das, was man sehen kann, in die Serie, dann dürften es vor allem die Hinterbänkler in Zukunft bequemer haben. In der Vision der Designer machen es ihnen große, hinten angeschlagene Türen und der Verzicht auf den Karosseriesteg dazwischen – die sogenannte B-Säule – leichter. Beim Geländesportler Nissan Qazana kommen sie ebenso zum Einsatz wie auf der Beifahrerseite des Dacia Duster. Dort lässt sich die Pforte so weit öffnen, dass man ein Fahrrad einladen kann.

Ebenfalls ungewöhnlich ist der Zustieg zum Luftdruckauto Airpod, mit dem MDI jetzt in Kleinserie gehen möchte. Ähnlich wie früher bei der Isetta klettert der Fahrer von vorne in den Dreisitzer, während die Passagiere am rückwärtigen Ende einsteigen. In beiden Fällen öffnet man die Tür dafür nach oben wie die Heckklappe eines Kombis.

   Noch eine andere Lösung hat Ford für den Iosis Max gefunden, der als Vorbote des nächsten C-Max gilt. Dort schließen die Ingenieure direkt an die vordere Tür eine Schiebetür an, die schlank am Fahrzeug entlangläuft und ebenfalls ohne B-Säule auskommt. Hinter den Türen des Iosis Max stehen dennoch ein paar Fragezeichen. Rolls-Royce dagegen lässt keine Zweifel daran, dass nach dem Phantom auch sein kleiner Ableger gegenläufig angeschlagene Türen bekommt. Und auch für den nächsten Meriva hatte Opel eine solche Lösung bereits bestätigt.

    Aber es sind nicht nur die konventionellen Türen, die immer mehr Autohersteller infrage stellen. Auch die anderen Hauben und Klappen am Fahrzeug stehen zur Disposition: Ob die wie ein Parallelogramm verschiebbare Motorhaube des Ford Iosis Max es in die Serie schafft, ist zwar mehr als unsicher. Doch die geteilt aufschwingende Heckklappe der Minivan-Studie ist fast schon wieder ein alter Hut. Auch wenn noch kein anderer Hersteller die untere Hälfte beim Öffnen über die obere schiebt, gibt es vergleichbare Lösungen bereits in Serie: Beim Skoda Superb zum Beispiel kann man wahlweise nur einen kleinen Kofferraumdeckel bis unter die Heckscheibe öffnen oder wie bei einem Kombi das Blech und Glas bis weit ins Dach aufstellen. Eine technisch fast identische Lösung hat BMW für den 5er GT vorgesehen. 

Allerdings birgt so viel Mut auch Risiken. Dass zum Beispiel der Peugeot 1007 so teuer, schwer und erfolglos ist, liegt nicht zuletzt am großen Aufwand, der für die elektrischen Schiebetüren betrieben wurde. Und der Renault Avantime hätte wohl bessere Karten gehabt, wenn die Ingenieure die Probleme mit seinen doppelten Türscharnieren bei der Produktion in den Griff bekommen hätten. So wurde die Fertigung nach drei Jahren wieder eingestellt.

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