Auto : Beeil’ Dich, mein Romeo!

Alfa fühlt sich vor allem dank des kleinen Mito im Aufwind. Damit es noch schneller bergauf geht, gibt es jetzt stärkere und zugleich sparsamere Motoren

Marius RooserD
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Neue Farbe – aber hier sind die Motoren gemeint. Uns hat der neue 1.8- Turbobenziner mit 200 PS am besten gefallen.

Jahrelang kannte die Absatzkurve von Alfa bei uns nur eine Richtung: Abwärts. Der Trend ist vorerst gestoppt, sicherlich auch wegen der Abwrackprämie. Für die Mittelklasse 159 sowie die Sportler Brera und Spider gibt es jetzt zur Unterstützung des Aufwärtstrends neue Motoren.

Die ersten vier Monate des Jahres 2009 brachten der Fiat-Tochter in Deutschland ein Zulassungsplus von 115 Prozent – allerdings hatte daran vor allen Dingen der neue Kleinwagen Mito einen erheblichen Anteil: Rund zwei Drittel der 2009 bislang knapp 4000 verkauften Alfas waren vom Stamme Mito; für 159, Brera, Spider, GT und 147 bleiben da nur noch geringe Stückzahlen. In der Deutschland-Zentrale glaubt man, den Grund für die geringen Stückzahlen zu kennen: „Vielleicht hat hier und da ein wenig der Fahrspaß bei den angebotenen Motoren gefehlt“, mutmaßt Haico van der Luyt, der seit wenigen Tagen neuer Vorstand von Alfa Romeo in Deutschland ist. „Mit den neuen Motoren kommt jetzt der Fahrspaß zurück“, prophezeit der Niederländer.

Das kann man durchaus so sagen. Insbesondere der neue 1,8 Liter große TBi 16V mit 200 PS sorgt für reichlich Vortrieb. Stolze 320 Newtonmeter, die schon bei 1400 Umdrehungen in der Minute anliegen, kleistern jedes Turboloch zu. Ebenso erfreulich: Die Geräuschentwicklung bleibt bis in den roten Drehzahlbereich im angenehmen Bereich. Insbesondere in der Kombiversion des 159 hat uns der hubraumgeschrumpfte Motor bestens gefallen. Apropos Fahrspaß: Vergleicht man beispielsweise die Sprintwerte von Tempo 70 auf 120 im sechsten Gang, liegt der Alfaturbo mit 11,0 Sekunden sogar noch besser als ein Lamborghini Gallardo, der trotz V10-Motor und 519 PS 11,7 Sekunden für diese Disziplin braucht. Beim Verbrauch ist der Unterschied deutlich größer: Im Alfa-Datenblatt steht für die 159er Limousine ein Wert von 8,1 Liter auf 100 Kilometer, der Lambo nimmt sich 17 Liter. Mindestens.

Neu auf Selbstzünderseite ist ein zwei Liter großer Vierzylinder-Reihenmotor, der den Beinamen 2.0 JTDM 16V trägt. Der Multijet-Motor wurde in der Leistung von 150 auf 170 PS gesteigert, dafür wurden Verbrauch und CO2-Emission gesenkt. Der Common-Rail-Diesel ist im unteren Drehzahlbereich ein wenig schlapp, lässt zudem insbesondere im kalten Zustand ein vernehmliches Nageln erschallen, bietet aber ansonsten das dieseltypische hohe Drehmoment und somit ebenfalls alle Möglichkeiten, in die Volen zu gehen. Ohne Aufpreis gibt es ab sofort auch eine verbrauchsreduzierte Eco-Version, die ebenfalls 200 PS abruft und nur 5,1 Liter auf 100 Kilometer verbraucht.

Neben den neuen Motoren haben die Alfa-Verantwortlichen deutlich an der Ausstattungs- und Preisschraube gedreht. Ausstattungen rauf, Preise runter - das hat man nicht allzu häufig. So besitzt beispielsweise der 159 jetzt bereits ab Werk eine Klimaautomatik, Tempomat oder einen Bordcomputer. Runter ging es dafür mit den Preisen: Ein 200-PS-Brera ist im Vergleich zur bisher angebotenen 185-PS-Version gleich 3000 Euro günstiger. Mit dem neuen Benziner kostet eine 159-Limousine ab 29 700 Euro. Wer bis zum 30. Juni bestellt, bekommt hier noch einen saftigen Nachlass in Höhe von fast 5000 Euro – da kommt der Fahrspaß doch fast von alleine zurück. Marius Rooser

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