Benzin : Was heißt hier schon Normal?

Es scheint, als sei das Ende bald gekommen. Das des Normalbenzins – und das, obwohl die Sprecher der Mineralölkonzerne das noch vor einigen Monaten vehement dementiert hatten.

Spekulationen darüber, der Einfachsprit könnte auf Sicht von den Tankstellen verschwinden, hatte es schon gegeben, als die Preisdifferenz zum Superbenzin auf nur noch einen Cent sank. Konkretisiert hatte sich der Verdacht, als Aral im November als erstes Unternehmen Super und Normal zum gleichen Preis angeboten hatte. Von 25 auf 14 Prozent habe sich der Marktanteil seitdem verringert, hat das Unternehmen jetzt bekannt gegeben – kein Wunder, wer will schon noch das Einfachere, wenn es für gleichviel Geld etwas Besseres gibt?

Denn jedes Auto, das auf Normal ausgelegt ist, kann auch mit Super betrieben werden. Der Unterschied zwischen den beiden Sorten liegt lediglich in der so genannten Oktanzahl. Die ist ein Maß für die Klopffestigkeit des Kraftstoffs – sprich dafür, wie viel Widerstand das Benzin unkontrollierten und motorschädigenden Selbstzündungen entgegensetzen kann. Da Super besser schützt als Normal, ist der Umstieg technisch ohne Probleme machbar.

Wenn der Absatz weiter sinke, „wird Normalbenzin in absehbarer Zeit vom Markt verschwinden“, sagte Aral-Sprecher Detlef Brandenburg jetzt als erster in dieser Deutlichkeit. Die Angleichung der Preise hatte sein Unternehmen mit nahezu gleichen Einkaufspreisen für die Kraftstoffsorten begründet. Auch Shell ging in einer Umfrage des Online-Magazins autogazette.de auf Distanz zum Normalbenzin, noch deutlicher wurde Axel Graf Bülow, Geschäftsführer des Bundesverbands freier Tankstellen: „Sie können davon ausgehen, dass das Normalbenzin über kurz oder lang vom Markt verschwindet.“ Einzig Total bemerkte, es gebe keine Pläne, den Kraftstoff von den Tankstellen zu entfernen - noch nicht zumindest.

Immerhin, die Automobilclubs ADAC und ACE verbinden das absehbare Ende laut autogazette.de mit einer vagen Hoffnung auf sinkende Preise. Die Logik: Weniger Spritsorten gleich weniger Verwaltungsaufwand gleich weniger Kosten. Allerdings: Spekuliert wird auch, dass der bald vielleicht freie Platz an der Zapfsäule durch einen neuen Treibstoff eingenommen werden soll, der momentan noch selten angeboten wird, der aber in den Planungen von immer mehr Herstellern eine Rolle spielt: Ethanol. Motoren, die mit dem Biosprit betrieben werden können, haben zum Beispiel Ford, Saab und Volvo schon im Angebot. Peugeot will im Juli nachziehen. kko/afp

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