BMW : So ein Streber

Der Einser hat richtig Erfolg – aber das reicht ihm nicht. Deswegen nimmt er bei den großen BMW Luxus-Nachhilfe

Frank Wald
Optisch an die neue BMW-Linie angepasst und trotzdem mit alten Tugenden versehen: Der BMW Einser.Alle Bilder anzeigen
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04.10.2000 17:22Optisch an die neue BMW-Linie angepasst und trotzdem mit alten Tugenden versehen: Der BMW Einser.

Wenn zwei das Gleiche tun, ist es eben doch nicht immer dasselbe – wie es Audi gerade mit seinem A1 erlebt. Mit etwas über 25 000 KBA-Zulassungen seit seinem Debüt im Juni 2010 bleibt der Ingolstädter Einser und Einsteiger ins Modellprogramm weit hinter seinen Erwartungen zurück. Beim erklärten bayerischen Konkurrenten nur 75 Kilometer weiter südlich sieht das ganz anders aus. Hier ist der Name Programm, mit dem BWW 2004 einen Traumstart in der Kompaktklasse hin legte.

Der Einser holte sich Bestnoten bei Käufer und Kritikern und entpuppte sich mit Fünf- und Dreitürer, Coupé und Cabrio zur Bestseller-Baureihe. Mittlerweile wird er in 130 Ländern verkauft, bislang mehr als 1,2 Millionen Mal. Und was BMW-Vorstand Harald Krüger fast noch mehr freut: „70 Prozent der 1er-Fahrer hatten zuvor ein Fahrzeug einer andere Marke“. Nun ist das mit dieser „Eroberungsmaschine“ (Krüger) allerdings so eine Sache. Sitzen die neuen Anhänger erst mal hinterm Lenkrad, sollen sie möglichst auch dort bleiben. Die zweite Generation wechselt also die Rolle und wird zum Verteidiger. Doch auch diese Aufgabe meistert der weißblaue Klassen-Streber, der vor zwei Wochen zum Händler gerollt ist, mit technischem Können und sportlicher Lässigkeit.

Optisch wurde er auf die neue BMW-Linie gebracht, ohne die Karosserieform mit langem Vorderwagen und Kombiheck grundlegend zu ändern, ebenso wenig die ikonografischen Designmerkmale wie der so genannte Hofmeister-Knick in der C-Säule oder die Doppelniere im Kühler. Die allerdings wurde noch stärker modelliert und wird nun von zwei spitz zulaufenden Scheinwerfern eingerahmt. Dazu trägt die Karosse die inzwischen üblichen Kontur- und Lichtlinien im Blech. Insgesamt wirkt der Einser nun etwas wuchtiger.

Mit 4,32 Metern ist er fast neun Zentimeter länger, ging mit 1,77 Meter um 1,7 Zentimeter in die Breite, hielt aber seine 1,42 Meter Höhe. Auch der Radstand streckte sich um drei Zentimeter auf 2,69 Meter. Entsprechend entspannter bewegen sich die Insassen. Selbst im Fond können dank der zusätzlichen Zentimeter Beinfreiheit nun zwei Erwachsene sitzen. Der Mittelplatz bleibt jedoch durch den hohen Kardan-Huckel nach wie vor verschenkt. Dafür übertrifft der 360 Liter große Kofferraum jetzt sogar den Klassenprimus Golf um zehn Liter.

Beste BMW-Tugenden und der Fahrerlebnisschalter: Was der BWM Einser noch zu bieten hat lesen Sie auf der nächsten Seite.

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