Bootskur : Schöner strahlen

Was im Sommer unter Wasser am Schiff kleben bleibt, muss im Winter wieder runter. Eine Bootskur.

Stefan Gerhard
Hohe Strahlkraft. Eine Probebehandlung bringt an den Tag, wie das Unterwasserschiff nach der Winterkur aussehen wird. Foto: A. Hamann
Hohe Strahlkraft. Eine Probebehandlung bringt an den Tag, wie das Unterwasserschiff nach der Winterkur aussehen wird. Foto: A....

Wenn der Sommer zu Ende geht und die Boote aufgeslippt werden, kommt ans Tageslicht, welche Spuren und Schäden die Zeit im Wasser am Boot hinterlassen hat. Farbalterungen, Rost bei Stahl oder Osmose bei GFK-Booten – alle diese Erscheinungen trüben nicht nur die Freude an der Optik des eigenen Bootes, sie signalisieren auch Handlungsbedarf.

Für ein professionelles Refit am Unterwasserschiff hat sich Sandstrahlen als besonders wirkungsvoll erwiesen, weil sich damit eine gleichermaßen ebene, aber trotzdem leicht raue Oberfläche ergibt, die eine sehr gute Haftung des späteren Farbauftrags gewährleistet. Sandstrahlen und Lackierung machen den Rumpf merklich widerstandsfähiger als einfaches Schleifen. Der schöne Nebeneffekt: Zusätzlich ergibt sich ein fachgerechter Korrosionsschutz, der etwa sechs bis zehn Jahre hält.

Bootseigner ohne besondere handwerkliche Kenntnisse – oder ohne Bedürfnis nach ausgedehnten Bastelstunden – sollten für ein optimales Ergebnis einen erfahrenen Strahltechniker beauftragen, zu finden beispielsweise auf einer Werft. Mit der richtigen Ausrüstung und etwas Übung kann jedoch jeder Schiffseigner die Strahlarbeiten auch selbst vornehmen. Andreas Tack, Experte fürs Sandstrahlen, rät Selbstmachern, vor Beginn der Arbeiten zunächst einmal alle Schäden zu lokalisieren. Für die danach anstehenden Arbeiten eignet sich am besten ein Ort, an dem Anwohner oder andere Bootsbesitzer nicht unnötig durch Lärm und Staub belästigt werden. „Um die Staubausbreitung möglichst gering zu halten, sollten Sie Ihr Boot zusätzlich einhausen“, empfiehlt Tack. Hierzu eignen sich große, helle Planen mit Ösen, die problemlos mit Kabelbindern an verschiedenen Stellen befestigt werden können.

Darüber hinaus in jedem Fall unbedingt notwendig: Schutzkleidung und Helm. Die Strahlanlage selbst lässt sich bei den meisten Verleihern für Baumaschinen mieten. Andreas Tack rät zur Verwendung von Einwegstrahlmitteln, da diese für das Vor-Ort-Strahlen besser geeignet und vor allem kostengünstiger als Mehrwegstrahlmittel sind.

Auch wenn man landläufig noch immer von „Sandstrahlen“ spricht, sollte man heutzutage nicht mehr mit Quarzsand arbeiten, weil dieser als stark gesundheitsschädigend gilt und von der Berufsgenossenschaft deshalb auf den Index gesetzt wurde. Alternative Strahlmittel zum Reinigen eines Bootes gibt es in jedem guten Baumarkt. Als Richtwert, so Andreas Tack, könne man davon ausgehen, dass rund 25 Kilogramm pro Quadratmeter gebraucht würden. Die genaue Menge sei jedoch von der Oberflächenbeschaffenheit abhängig.

Beginnen sollte man die Reinigung des eigenen Schiffes mit einer Strahlprobe, um die Einstellungen der Anlage zu testen und optimieren. Dieser Test zeigt im übrigen auch dem Ungeübten, wie das gesamte Boot nach Beendigung der Arbeiten aussehen wird. Wichtig ist auch, nach dem Abschluss der Strahlarbeiten die Abfälle aus der Winterkur fürs Boot bei einem Entsorgungsbetrieb fachgerecht zu entsorgen.

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