Brennstoffzelle : Die Technik von morgen im X-Trail von heute

Der Nissan X-Trail FCV braucht keinerlei Benzin oder Diesel. Er produziert keine umweltschädigenden Emissionen. Das Problem: Mit der Serienreife seines alternativen X-Trail rechnet Nissan nicht vor 2015.

Eric Metzler
Nissan
Nissan X-Trail -Foto: promo

Beginnen wir mit dem Positiven: Der Nissan X-Trail FCV braucht keinerlei Benzin oder Diesel. Er produziert keine umweltschädigenden Emissionen. Und er lässt sich schon heute mit vernünftigen Fahrleistungen im Straßenverkehr bewegen. Er bedient sich einer Technik, die nach dem Willen einiger Autohersteller in den nächsten zehn Jahren zur Blüte kommen und das Klima retten soll: Der Brennstoffzellenantrieb. Dabei wird getankter Wasserstoff elektrochemisch in Wasser und elektrische Energie umgewandelt. Mit der wird ein Elektromotor angetrieben, der seinerseits dann von Batterien unterstützt wird, wenn besonders viel Energie benötigt wird – etwa beim Beschleunigen. Die Batterie fängt zudem Energie auf, die beim Bremsen anfällt und ohne Speicher nutzlos verpuffen würde.

Nun zu den Problemen: Mit der Serienreife seines alternativen X-Trail rechnet Nissan nicht vor 2015. Es gibt noch keine Infrastruktur, die ein einfaches, geschweige denn flächendeckendes Betanken mit Wasserstoff ermöglicht. Und: Das Brennstoffzellenauto ist derzeit noch 400 Kilo schwerer als der normale X-Trail, hat zudem noch Probleme, wenn es draußen extrem kalt ist. Gleichwohl hat die Technik in den letzten Jahren vielversprechende Sprünge gemacht: So schafft der Nissan mit seinen 123 PS inzwischen 150 km/h Spitze, seine Reichweite liegt bei etwa 500 Kilometern. Wie wir bei einem kurzen Test feststellen konnten, fahren sich die Prototypen des Brennstoffzellenautos denkbar unkompliziert. Der Elektromotor stellt seine Leistung gleichmäßig und verzögerungsfrei bis Tempo 70 zur Verfügung, danach ist zu spüren, wie die Batterie Zuarbeit leistet. Bei alledem ist die Technik so leise, dass man sich unnötig vergewissert, ob man den Motor tatsächlich bereits gestartet hat.

Angst vor einem Unfall muss man Experten zufolge nicht haben. Zwar herrschen in dem Zylinder, der den Wasserstoff beherbergt, mehr als 700 bar Hochdruck. Aber zum einen ist der Tank im geschützten Bereich vor den Hinterrädern positioniert (was man von außen nicht sieht), zum anderen ist die äußere Haut aus einem Kohlefaser-verstärkten Kunsstoff gefertigt und gilt als unkaputtbar.

Dass die Technik der Zukunft heute (noch) nicht billig ist, glaubt man als Laie gerne. Als wir aber hörten, wie viel der X-Trail FCV in aktueller Einzelfertigung kostet, sind wir vorsichtig gefahren wie nie: 1,3 Millionen Euro. Eric Metzler

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