Carsharing bald auch für private Minis : Ein Clubman zum Teilen

Der neue Mini Clubman geht an den Start. Mit einer Länge von 4,25 Meter ist er aber fast nicht mehr Mini. Zeitgleich stellt BMW ein neues Carsharing-Konzept vor. Bald kann jeder Mini-Fahrer sein Privatauto mit anderen teilen.

Janine Ziemann
Ist das noch Mini? Der neue Clubman ist 27 Zentimeter länger und neun Zentimeter breiter geworden. Der Kofferraum fasst bei umgelegter Rückbank bis 1250 Liter.
Ist das noch Mini? Der neue Clubman ist 27 Zentimeter länger und neun Zentimeter breiter geworden. Der Kofferraum fasst bei...Foto: Hersteller

Mini-Fahrer sind ein besonderes Völkchen. Mit viel Idealismus, Leidenschaft und Stolz fahren sie ihre kleinen Premium-Gokarts und sind in zahlreichen Gruppen, Blogs und Fahrgemeinschaften organisiert. Auch die Teilzeit-Minis von DriveNow sind sehr gefragt und bringen der Fangemeinde stetig neuen Zuwachs. „Wir hatten im vergangenen Jahr über 500.000 Drives in Berlin“, verkündete BMW-Vertriebschef Peter Schwarzenbauer bei der Premiere des neuen Mini Clubman in der Alten Teppichfabrik stolz.

Und die Flotten-Organisation wird zunehmend einfacher. Denn ein paar eifrige Fans hatten angeregt, das Tanken und Zurückbringen der Minis zu übernehmen, wenn sie dafür Freifahrten bekommen. Mittlerweile gibt es zahlreiche DriveNow´ler, die nichts anderes mehr tun - und das ganze Jahr umsonst fahren, weil sie die vielen Freikilometer kaum noch abfahren können. „Da geht es oft gar nicht ums Carsharing, die wollen Mini fahren“, erklärt Almut Stollberg, BMW- Sprecherin für Wirtschaft und Finanzen, das Phänomen.

Das Neue am "Gentleman" zeigt sich vor allem von hinten: Chefdesigner Anders Warming hat die seitlich aufschwingenden Split-Doors markant umrahmt und die Rückleuchten neu designt und in die Länge gezogen.
Das Neue am "Gentleman" zeigt sich vor allem von hinten: Chefdesigner Anders Warming hat die seitlich aufschwingenden Split-Doors...Foto: Hersteller

Nun soll das Carsharing-Konzept auf alle Minis ausgeweitet werden. Ob Privatwagen, Firmenflotte oder Freundeskreiskutsche - bald kann jeder seinen Mini bei DriveNow anmelden und mit anderen teilen. Nun gut, seinen nagelneuen Clubman möchte sicher niemand fürs Carsharing anmelden. Das rundum erneuerte Mini-Flaggschiff, das ab Oktober 2015 in den Handel kommt, ist nicht nur um 27 Zentimeter, auf stolze 4,25 Meter gewachsen, sondern auch hochwertiger und teurer geworden. Mindestens 23.900 Euro müssen geneigte „Clubanwärter“ auf den Tisch legen.

Carsharing für WGs

Fremde Personen lässt man da ungern einsteigen. Doch das muss man auch nicht: Beim „Peer to Peer Car Sharing“ kann der Besitzer einen ganz bestimmten Personenkreis festlegen. Ein großes Plus für Firmenkunden: Die Flotte lässt sich damit intelligent und effizient aufteilen. Auch eine Standortbestimmung der Autos ist jederzeit möglich. Und die lästige Schlüsselübergabe entfällt, ein DriveNow-Code genügt.

Aber auch im Privatbereich dürfte das System neue Käufer erschließen. Zu viert kann sich eine WG vielleicht einen Mini leisten - und ganz einfach teilen. Auch Personen, die häufig verreisen, können nebenbei ein wenig Geld verdienen. Zeitraum und Rückgabeort lassen sich dabei festlegen, sodass der Mini bei der Heimkehr auf Wunsch wieder vollgetankt vor der Haustür steht.

Das Privat-Sharing wird 2016 zunächst in den USA eingeführt. Dort will BMW Erfahrungen sammeln. „Mini-Kunden sind besonders progressiv und neuen Trends gegenüber aufgeschlossen“, meint Schwarzenbauer. Die Zuversicht ist daher groß, dass das Konzept bald auch in deutschen DriveNow-Städten verfügbar sein wird.

Die Mehrfahrgelegenheit - Carsharing in Berlin


Carsharing gilt als Verkehrskonzept der Zukunft, in Berlin wächst das Angebot rasant. Die einen macht die neue Ich-Mobilität glücklich, andere reich, manche wütend. Begegnungen mit Pionieren und Kritikern - und eine Datenanalyse mit vielen interaktiven Grafiken.

Mehrfahrgelegenheit –
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