Citroen C1 : Ganz unten geht auch schon was

Kurz und übersichtlich: Der Citroen C1 im Alltagstest.

Nahezu alles, was Werber Autokäufern einreden, glänzt durch Abwesenheit: Uhr, Drehzahlmesser, Bordcomputer, elektrische Fensterheber und Außenspiegel, Klimaanlage, Sitzhöhenverstellung, Nebelscheinwerfer – Fehlanzeige. Das Auto wirkt dennoch nicht ärmlich. Im Gegenteil: Es ist richtig sympathisch. Und zeigt, wie überflüssig viele Dinge sind.

Die Rede ist vom Citroen C1 - den es in beinahe selber Form als Peugeot 107 und als Toyota Aygo gibt. Im Trio ist der Citroen der preiswerteste: ab 9090 Euro in der Basisversion Advance. Servolenkung indes kostet Aufpreis: 310 oder, empfehlenswerter, im Paket mit ESP und Kopfairbags 970 Euro. Im Euro NCAP-Aufpralltest werden vier Sterne versprochen – in der kleinsten Klasse erste Wahl. Front- und Seitenairbags sind Serie. Unverständlicherweise aber sind Isofix-Verankerungen für Kindersitze den teureren Versionen vorbehalten, der C1 Advance bietet sie nicht mal gegen Aufpreis.

Außen hat das 3,44 Meter kurze, für 400 Euro mehr auch mit fünf Türen angebotene Auto durchaus Pfiff, innen bietet es vorn auf überraschend komfortablen Sitzen genügend Platz. Einsteigen in die zweite Reihe erfordert beim Dreitürer aber Gummiknochen, die Polster sind dünn, Bein- und Kopfraum werden knapp für Erwachsene. Ein Renault Twingo, 16 Zentimeter länger, bietet hier deutlich mehr. Auch für Gepäck: Unter der Abdeckplatte schluckt der C1 139 Liter, geklappt 712 beim Drei- und 751 beim Fünftürer. Unschön empfindlich wirkt das nackte Blech auf der Rücksitzlehne.

Mit der leichten, genügend exakten Lenkung, mit seinem kleinen Wendekreis (9,5 m) schlüpft das kurze und übersichtliche Auto in winzige Parklücken. Kupplung und Schaltung arbeiten spielerisch leicht. Der große Tacho lässt sich gut ablesen, die Bedienung stellt keine Rätsel, es gibt genügend Ablagen. Im Komfort ist der C1 naturgemäß ein Kleinwagen, aber es lassen sich auch mal 500 Kilometer ohne Strapaze abreiten.

Wesentlich beteiligt am guten Gesamteindruck ist der Motor: einen Liter Hubraum hat er, drei Zylinder, 50 kW/68 PS, 93 Nm Drehmoment. Klingt schmächtig - das Auto wiegt aber keine 900 kg. 157 km/h und 13,7 Sekunden für den Standard-Spurt auf Tempo 100 reichen für die üblichen kurzen Fahrten völlig, mit ihnen darf man sich durchaus auch auf die linke Autobahnspur wagen. Das Motörchen läuft überraschend kultiviert, und es macht den C1 zum sparsamsten Benzinauto überhaupt: 4,6 Liter pro 100 Kilometer nach Norm (CO2: 109 g/km) – das sind noch etliche Schnapsgläser weniger als beim Smart! Der Diesel jedenfalls, mit dem der C1 als einziger im Trio zu haben ist (54 PS) lohnt nicht. Seine 1200 Euro Mehrpreis amortisieren sich erst nach weit über 100000 Kilometern. (wolt)

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