Citroen DS3 : Wer schön sein will, muss zahlen

Nach BMW mit dem Mini, Alfa mit dem Mito und Fiat mit dem 500 wandelt nun auch Citroen auf dem Laufsteg der automobilen Schönheiten. Die Idee: Wir bringen vom neuen fünftürigen C3 keinen schnöden Dreitürer, sondern ein schickes Lifestyle-Mobil.

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Ausgehanzug. Der C3 fein gemacht – mit Chrom, Klavierlack und Leder. Foto: promo

Wir nennen es anders, DS3 – und das ist die Premiere für eine komplett neue Edellinie quer durch alle Modellreihen. 2011 wird der DS4 folgen, dann der DS5 und vielleicht gibt es sogar – auf Basis der Studie Revolte – ab 2012 einen DS2. Das Kürzel DS? Nein, das hat nichts mit der legendären „Göttin“ zu tun. Es ist schlicht ein Kunstwort.

Aber es könnte auch die Abkürzung für Distinctive Services sein. Damit bringt Citroen ein neues Servicesystem in die Kleinwagenklasse: Garantie, Mobilität, Reparaturen, Verschleißteile, bei Bedarf Ersatzfahrzeug – alles bis zu fünf Jahren und 120 000 Kilometer drin. Zwischen 27 und 62 Euro monatlich kostet die Sorglos-Flatrate. Kein Schnäppchen, aber fair.

Zum Auto: Die Aufwertung zum Luxus-Mini ist gelungen. Der aufgehübschte C3 ist wegen aufwendiger Dämmmaßnahmen ungewöhnlich leise, und er fährt sich dank eines gegenüber dem C3 aufwendig überarbeiteten Fahrwerks für einen Citroen überraschend straff (aber nicht so hart wie ein Mini). Im Komfort überbietet er das Kultauto von BMW klar. Ebenso in der Verarbeitung, denn die Franzosen haben es verstanden, dem DS-Innenraum ein hochwertiges Flair zu verpassen.

Nett ist etwa die Idee mit der lackierten Blende in acht Versionen (100 Euro). Die bunten Leder-Sportsitze sehen nicht nur gut aus, sie sind es im Alltag. Selbst wenn gegenüber dem Go-Kart-ähnlichen Mini das letzte Quentchen Direktheit bei der Lenkung fehlt: Die Handlichkeit des Franzosen ist erfrischend. Zumal, wenn es sich um die Version mit 156 Turbo PS handelt, die wir gefahren sind. Doch im Grunde reicht schon das 120-PS-Modell. Unverständlich: Der schicke DS kommt ohne die tolle Panorama-Frontscheibe des C3.

Um den Überblick über die Vielzahl an möglichen und unmöglichen Kombinationen (theoretisch bis zu einer Million!) nicht zu verlieren, muss sich der DS-Käufer an einem 3-D-Berührungsbildschirm durch die Optionen hangeln. Am Ende des Wünsch-dir-was-Spiels wird so mancher sein buntes Wunder erleben: Ein gut ausgestatteter DS3 mit 156-PS-Benziner (ab 19 800 Euro) schnellt nämlich im Nu über die 25 000-Euro-Hürde. Rainer Ruthe

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