Citroen : Und nun rüber zur Tour de France

Der neue Berlingo ist da und er ist schicker und größer.

Eric Metzler
citroen
Der neue Berlingo -Foto: promo

Ja, das geht: Man kann Autos ohne spektakuläre Motoren und ohne technischen Aha-Effekt bauen, die trotzdem Spaß machen und von besonderem Nutzwert sind. Der Berlingo von Citroen ist so ein Vertreter. Seit gut einem Monat ist die neue Version des Kastenvans auf dem Markt. Motorenseitig ist der Modellwechsel kaum der Rede wert. Zwei Benziner mit 90 und 109 PS sind zu haben, als Selbstzünder kommt eine 75-PS-Version dazu. Bäume reißt keiner dieser Antriebe aus, die Entscheidung des Kunden richtet sich eher danach, ob man gemütlich oder ein bisschen weniger gemütlich ans Ziel kommen will, halbwegs sparsam oder noch ein bisschen sparsamer – so wie mit dem großen Diesel. Da liegt der Verbrauchswert bei 5,6 Litern. Unser Tipp ist dennoch der 90-PS-Benziner, der um die acht Liter schluckt – und zwar deshalb, weil man den gesparten Mehrpreis für einen größeren oder selbstzündenden Motor besser für die Ausstattung „Multispace“ anlegt.

Die Basislinie „Advance“ lässt sich nicht guten Gewissens empfehlen. Ihr fehlt das ESP, die zweite Schiebetür links und vor allem das schlaue Sitzkonzept, das den Multispace ziert. In dem lassen sich die Sitze flachlegen, hochstellen oder einzeln ausbauen. Dann wird aus dem ohnehin extrem geräumigen Familienauto ein veritabler Transporter für Sport und Freizeit. Spaß macht der Berlingo vor allem wegen seines durchdachten Innenraumes, der (abgesehen von der Basis) so viele Fächer links, rechts, oben am Himmel und unten am Boden bereithält, dass sich ein Merkzettel empfiehlt, wer wo was gehamstert hat. Die Materialien im Berlingo sind gefälliger als im alten Modell, besonders Anhänger zarter Blautöne dürften das Gefühl haben, in einem schicken PKW unterwegs zu sein. Äußerlich hat der Wagen an Statur gewonnen (24 Zentimeter länger, 8 Zentimeter breiter) und an Noblesse: Das Familiengesicht mit dem chromumrandeten Kühler und den langgezogenen Leuchten steht ihm gut.

Anders als bisher steht der Berlingo nun auf der Plattform des Multivans C4 Picasso, der Citroen dank guter Kritiken und annehmbarer Verkaufszahlen Freude macht. Der Berlingo profitiert von der Verwandtschaft ob eines besseren (wenn auch nicht optimalen) Fahrwerks, wobei die Statur des Autos ihren Tribut fordert. Vor allem in Kurven neigt er sich kräftig zur Seite, bei Wettbewerbern ist das aber ähnlich. Der direkte Konkurrent Renault Kangoo kostet bei vergleichbarer Ausstattung in etwa dasselbe – wer Dacia zu spartanisch, einen Kombi zu klein und einen ausgewachsenen Van zu teuer findet, kann mit einem Berlingo für um die 17 500 Euro froh werden. Eric Metzler

Die Mehrfahrgelegenheit - Carsharing in Berlin


Carsharing gilt als Verkehrskonzept der Zukunft, in Berlin wächst das Angebot rasant. Die einen macht die neue Ich-Mobilität glücklich, andere reich, manche wütend. Begegnungen mit Pionieren und Kritikern - und eine Datenanalyse mit vielen interaktiven Grafiken.

Mehrfahrgelegenheit –
ein Projekt von MEHR BERLIN

0 Kommentare

Neuester Kommentar
      Kommentar schreiben