Dacia Logan MCV : Die Stulle

…und einem Rumänen, der tatsächlich nur das offeriert, was notwendig ist

Auf den ersten Blick…

beschwichtigen wir uns selbst: Mensch, der soll doch auch gar nicht schön sein. Vielleicht ist bei Basis-Preisen unter 12 000 Euro kein Honorar für Designer drin – oder die Mutter Renault hat mit Erfolg darauf bestanden, die rumänische Mode müsse sich deutlich vom französischen Schnitt abheben. Im Inneren wird gehalten, was Dacia außen verspricht: kein kostspieliger Schick, keine störende Farbe, nur Hartplastik, Alu-Imitat und dazwischen die unumgänglichsten Schalter.

Pluspunkte gibt es vor allem für…

das Platzangebot für Kopf und Bein. In Reihe zwei staunt jeder, den wir mitnehmen. Weil das Dach ungekrümmt bis zur steil stehenden Doppeltür am Heck läuft, geht eine Menge sperriges Zeug rein: 700 Liter in der Standardkonfiguration sind ein Wort. Wer die dritte Sitzreihe ordert, kann sie einfach wegklappen, wenn sie nicht gebraucht wird.

Weniger gefallen hat uns…

die Dämmung. Autobahnfahrten strengen an, weil der Logan im Fünften arg dröhnt. Die kleinen, wenig verstellbaren Vordersitze erweisen sich nach einer Stunde als Stressfaktor. Das Lenkrad muss man nehmen, wie es steht. ESP gibt es nicht. Im Motorraum sieht vieles nackt und ungeschützt aus. Das Schlimmste: Den Listen-Verbrauch überschreiten wir um 30 Prozent – eindeutig zu viel.

Das spannendste Detail…

ist die Erfolgsgeschichte dahinter: Als Dacia mit der (20 Zentimeter kürzeren) Logan-Limousine an den Start ging, spotteten viele über das Billigauto aus dem Osten. Dank Euro-Schock und Wirtschaftskrise hat sich Dacia inzwischen so etabliert wie Aldi. Steve Jobs hätte das nicht besser hinbekommen.

Unterm Strich die richtige Wahl für…

alle, die abspecken müssen oder wollen – ohne dass die Familie doll drunter leidet. Gewiss, es gibt Abstriche beim Komfort, auch hat der Vierzylinder in der Stadt manchmal Mühe. Aber bei Alltags-Lichte besehen, bietet der Logan alles, was man braucht, um sich und den Rest von A nach B zu transferieren. Auch wenn die meisten Kunden durch Zukäufe wie Klima und CD auf 13 000 Euro plus kommen dürften: Bei diesem Auto setzt der Kunde die Prioritäten, nicht der Hersteller. eric

Die Mehrfahrgelegenheit - Carsharing in Berlin


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