Auto : Das bleibt in der Familie

Anfang April geht Toyotas Kompakt-Van Verso an den Start: Wir werfen schon mal einen Blick auf die Ausstattungen.

Kerstin Heidecke
Alles im Blick.
Alles im Blick.

Kaum zu glauben – aber es gibt tatsächlich noch Hersteller, die unter einem Angebot für Familien mehr als nur SUV verstehen. Toyota hat zwar den frischen RAV4 im Programm; die Japaner haben aber nun auch Hand an den Kompakt-Van Verso gelegt. Mehrgenerationen-tauglich oder sportlich-dynamisch? Um in dieser Frage ein Gleichgewicht hinzubekommen, haben die Japaner an mehr als 300 Komponenten des Vorgängers gefeilt. Und das hat sich an vielen Stellen gelohnt.

Im Familienalltag stellt sich der neue Verso gleich mehreren Rollen: Als Siebensitzer für Eltern, Kinder, Enkel und deren Kumpel. Als optisch anmutiges Alltagsfahrzeug. Oder als überraschend geschmeidig schnurrendes Ausflugsmobil – auch in den Dieselvarianten, die deutlich leiser als beim Vorgänger zu Werke gehen. Da hat sich die Investition in die bessere Dämmung der jüngsten Version rentiert.

Wenn die Familienkutsche am 13. April zu den Händlern kommt, können Käufer schon bei einem Preis von 21 150 Euro mit der Basisversion Verso vom Hof fahren. Mit dabei haben sie dann elektrisch einstellbare und beheizbare Außenspiegel und die Audioanlage mit Bedienung am Lenkrad. Viel mehr aber auch nicht. Natürlich spekuliert das Toyota-Management auf die Lust am Mehr. Von den drei Ausstattungsvarianten, sollen sich die meisten Käufer für die mittlere entscheiden. Die heißt „Verso Life“. Für 23 550 Euro fühlt sich das Ganze hier schon viel wertiger an: Serienmäßige Leichtmetallräder mit 16 oder 17 Zoll, einige Chromapplikationen, heranklappbare Außenspiegel und verdunkelte Seitenscheiben hinten, Türinnenverkleidung mit Leder, eine Geschwindigkeitsregelanlage und ein Multimediasystem mit Touchscreen-Monitor, Bluetooth-Freisprecher und Rückfahrkamera. Die Zwei-Zonen-Klimaautomatik kühlt auch das Handschuhfach – leider ist das aber viel zu klein geraten. Als Entschädigung dürfen sich Fahrer und Beifahrer über Sitzheizung und höhenverstellbare Sitze freuen.

In der höchsten Ausstattungssvariante „Verso Executive“ erinnert dann wirklich nicht mehr viel an den ganz alten Vorgänger, den Toyota Corolla Verso, der von 2002 bis 2007 auf dem Markt war. Aber das ist ja auch eine halbe Ewigkeit her; schon seit Frühjahr 2009 heißt der Kompaktvan nur noch Verso. Im Executive ist der Innenraum deutlichaufgehübscht, unter anderem mit Sitzwangen und Mittelarmlehnen in Leder. Und es gibt ein schlüsselloses System zum Öffnen und Starten, dazu Parkhelfer und einen Regensensor.

Die Kreativen, die im Toyota-Designcenter in Nizza Gestaltungskonzepte für den europäischen Markt entwickeln, haben den Neuen optisch an den Yaris Hybrid angelehnt. Zugleich attraktiv und aggressiv soll er mit seinem großen Kühlermaul wirken.

Wahlweise als Fünf- oder Siebensitzer-Variante kann man den Verso bestellen. Das so genannte „Easy-Flat-7“-Sitzkonzept ermöglicht zwar 32 Konfigurationsmöglichkeiten – inklusive dem komplett ebenen Flachlegen der Sitze für den Kleinmöbeltransport. Aber bei aller Flexibilität sind die Plätze ganz hinten nur für Kleinkinder und Kurzstrecken zu empfehlen. Ein 1,85-Meter-Mann muss sich in die letzte Sitzreihe regelrecht hinein quälen – und selbst mit den 1,64 Metern der Autorin ist man nicht gemütlicher dran. Vorn sitzt man bequem und kann den lichtdurchfluteten Innenraum genießen, vor allem, wenn man das optionale Panorama-Sonnendach dazu bucht. Das ist über einen Meter lang und reicht von der Windschutzscheibe bis weit hinter die B-Säule. Gewöhnungsbedürftig sind die Anzeigen diagonal schräg zum Fahrer, nicht alles ist gut sichtbar, zum Beispiel die winzigen Pfeile, die den Fahrer zum spritsparenden Schalten animieren soll.

Ob die neue dynamischere Karosserie viele Neukunden zum Kauf animiert, wie sich das die Designer wünschen? Mal sehen. In jedem Fall ist der Verso ein variables Fahrzeug, mit dem Familien zu moderatem Preis nicht schlecht fahren.

Den neuen Verso gib es mit fünf Motorisierungen: Zwei Vierzylinder-Benziner mit 132 und 147 PS sowie drei Vierzylinder-Diesel zwischen 124 PS und 177 PS.

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