Auto : Das kannst du besser

Wie Fiat beim Spritsparen hilft – und wie man spielerisch lernt, effizienter zu fahren

Sven Jürisch

Fiat – lange glaubte fast niemand mehr an die Rettung des tief in den roten Zahlen steckenden italienischen Staatsunternehmens. Seit dem Erscheinen des Fiat 500 ist alles anders. Der Laden brummt. Und damit das auch in diesen Krisenzeiten so bleibt, setzen die Italiener bei ihren Neuentwicklungen voll auf die Themen der Zeit. So viel nämlich scheint klar: Preiswerte Klein- und Mittelklassefahrzeuge mit einen Schuss Lifestyle sind gefragt wie nie zuvor, zumal, wenn der Kunde Umweltkompetenz zu erkennen glaubt.

Die Pur-O2 getauften Modelle der Baureihen 500, Grande Punto, Bravo und Croma bilden den Auftakt zu einer Umweltoffensive der Turiner. Zahlreiche, kraftstoffsparende Modifikationen sorgen dafür, dass die so ausgerüsteten Fahrzeuge im Schnitt bis zu zehn Prozent weniger Kraftstoff benötigen als ihre herkömmlichen Brüder. Zur Optimierung setzt Fiat je nach Modell neben Michelin-Leichtlaufreifen (reduzierter Rollwiderstand), spezielle Leichtlauföle (für eine effizientere Motorschmierung) und tiefergelegte Karosserien (bewirkt einen geringeren Luftwiderstandsbeiwert) ein.

Beim derzeit besonders beliebten Fiat 500 kommt zusätzlich auch eine „Stop & Start“ genannte Anlage zum Einsatz. Wie bei Systemen dieser Art üblich, wird der Motor in Abhängigkeit von Außentemperatur, Motorbelastung und Batteriezustand immer dann ausgeschaltet, wenn der Wagen steht. Der Start erfolgt automatisch beim Betätigen der Kupplung oder bei Automatikfahrzeugen mit Einlegen der Fahrstufe. Dass diese Technik nun auch in Verbindung mit Automatikgetrieben zum Einsatz kommt, ist neu und zeigt, welches Verbesserungspotenzial nach wie vor auch in bekannten Systemen steckt. Motorisch setzt Fiat beim 500er auf Bewährtes. So werkelt im rund 13 000 Euro teuren 500 Pur-O2 1,2 l ein 69 PS starker Vierzylinder-Benzinmotor, der auf einen Verbrauch von 4,8 Liter Super kommt (113 g CO2/km). Das sind 0,3 Liter weniger als die Basisvariante verbraucht. Dafür gibt es vom Umweltminister die Euro 5 Plakette.

In der Bravo-Reihe bietet das mit 19 050 Euro preislich unveränderte Pur-O2 Modell mit 105 PS (Diesel) eine Verbrauchsersparnis von rund acht Prozent. Ebenso wie das Topmodell, der Fiat Croma, muss aber auch der Bravo derzeit noch ohne die Stop & Start-Anlage auskommen. Mit einem Schadstoffausstoß von 140g CO2/km liegt das 24 000 Euro teure Flagschiff der Marke dennoch gut im Rennen. Der 120 PS starke Turbodieselmotor sorgt in Verbindung mit einer längeren Achsübersetzung für einen Verbrauch von 5,3 Litern.

Aufwendiger als bei den Pur-O2 Modellen gestaltet sich die Technik in den Erdgasmodellen mit der Bezeichnung Natural Power. Fiat Panda, Grande Punto und Doblo verfügen über Erdgaszusatztanks von bis zu 84 Litern (Grande Punto), die eine große Reichweite im derzeit ständig wachsenden Erdgastankstellengebiet garantieren. Ein Benzintank ist als stille Reserve ebenfalls an Bord und sorgt im Notfall für Mobilität. Mit Preisen von 13 570 Euro (Panda Natural Power) bis 18 220 Euro (Doblo) liegt der Mehrpreis etwa 1500 Euro über den vergleichbaren Benzinmodellen. Durch die niedrigeren Erdgaskosten amortisiert sich diese Summe bereits nach 15 000 bis 20 000 Kilometern Strecke. Ab dann gewinnt neben der Umwelt auch der Geldbeutel des Fahrers, da Erdgas bis zum Jahr 2018 von einem festgeschriebenen, niedrigeren Steuersatz als Benzin profitiert.

Etwas Besonderes haben sich die Italiener mit dem „Eco drive“ getauften Spritsparprogramm ausgedacht. Es bietet dem Kunden die Möglichkeit, mit Hilfe eines USB Sticks, der mit der Fahrzeugelektronik verbunden wird, den eigenen Fahrstil zu erfassen und am heimischen Computer auszuwerten. Dies übernimmt eine von Fiat kostenlos im Internet bereitgestellte Software.Durch die Auswertung von Schaltvorgängen, Motordrehzahlen und Geschwindigkeiten wird grundlegendes Fehlverhalten im Bezug auf eine ökonomische Fahrweise schnell aufgedeckt. Das Programm erarbeitet auf Basis der Daten wertvolle Hinweise für den Fahrer, um eine Verbesserung des Fahrstils zu erreichen. Durchschnittlich 15 Prozent Kraftstoffeinsparung sind realistisch, so haben Versuche ergeben. Zum Erfolg soll auch die von Fiat geschaffene Online-Community beitragen, mit der die eco-Drive-Anwender miteinander in Kontakt treten und auf spielerische Art um den niedrigsten Verbrauch und die größte Verbesserung wetteifern können.

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