Auto : Das kommt davon

Subarus Trezia ist etwas Besonderes, weil er besonders wenig Eigenes zu bieten hat – ein Klon, der mehr kostet als das Original

Frank Wald
Groß im Kleinen.
Groß im Kleinen.

Aber den kenn ich doch? Diese kastenförmige Karosserie mit der Hochsitz-Aussicht, das biedergraue Interieur mit Ablagen und Fächern wohin man blickt, der etwas schwächelnde Benziner, der lärmende Diesel? Subarus neues Einstiegsmodell Trezia wirkt vertraut wie ein alter Bekannter. Kein Déjà-Vu, keine Sinnestäuschung – schließlich hat Toyota den gleichen Wagen doch just ebenso als Verso S zum Händler gerollt.

„Badge engineering“ heißt das in der Fachsprache: Zwei Autobauer entwickeln und produzieren gemeinsam ein Fahrzeug, um KOsten zu sparen. Dann aber verkaufen sie es mit unterschiedlichem Markenemblem (badges) auf dem Kühler. Beim Trezia, eine etwas konstruierte Ableitung des englischen „treasure“ (Schatz), lag der Toyota-Klon nahe. Der weltgrößte Autohersteller ist mit 16 Prozent beim Subaru-Mutterkonzern Fuji Heavy Industries eingestiegen und das bisherige Basismodell Justy, das auch schon eine Kopie des Daihatsu Sirion war, brauchte dringend einen Nachfolger. Dabei will Subarus Schätzchen gar nicht recht zum laut Eigenwerbung „weltgrößten Hersteller von Allrad-Pkw“ passen. Denn weder werden beide Achsen angetrieben noch steckt ein Boxermotor, noch so eine Subaru-Spezialität, unter der Haube. Die Nischenmarke, die mit ihren Modellen Forester und Legacy Outback bei Jägern und Förstern einen guten Ruf genießt, will jedoch „wachsen und neue Kunden an die Marke heranführen“, wie der deutsche Geschäftsführer Volker Dannath verkündet.

Und da kommt ein variabler Minivan für die bekannten jungen Familien und aktiven Sport-Singles der Republik wie gerufen. Auf 3,99 Meter bietet der Fünfsitzer viel Kopf- und Beinfreiheit in beiden Sitzreihen plus 429 Liter Kofferraum. Die pfiffige Variabilität eines Opel Meriva beispielsweise jedoch leider nicht. Beim Trezia beschränkt sich die Flexibilität auf klappbare Rücksitze, die das Ladevolumen dann auf 1388 Liter vergrößern. Das immerhin funktioniert sehr bequem per Hebel von beiden Seiten des Heckabteils aus.

Beim Antrieb gibt es nur die Wahl zwischen zwei Motoren: Es gibt einen 1,3-Liter-Benziner mit 99 PS, der vor allem mit der optionalen, stufenloser CVT-Automatik müde wirkt. Und dann einen flotteren 1,4-Liter-Diesel mit 90 PS. Der startet laut, kommt mit kräftigem Durchzug flott in Fahrt und wechselt in der Stadt flink die Spuren. Über Land gibt er den etwas behäbigen, dafür sparsamen Brummer, der dem Prospekt zufolge im Schnitt mit 4,3 Liter (113 CO2 g/km) auskommen will.

Bei aller Ähnlichkeit zum Verso S gibt es allerdings einen wichtigen Unterschied: der Toyota ist mit dem Basis-Benziner schon ab 14 950 Euro zu haben, der Trezia wechselt erst bei 16 200 Euro den Besitzer. Dafür hat er die bessere Ausstattung, weil neben der Antischleuderhilfe VSC+, Bremsassistent und sieben Airbags auch eine Klima- und CD-Audioanlage mit USB- und AUX-Anschluss zum Lieferumfang gehören.

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